Betriebsreportage
Erfolgreich den Bio-Weg gegangen
BM Rauen hat durch ausdauerndes und konsequentes Handeln höchste Glaubwürdigkeit in Sachen Bio erreicht

Stolz ist Hans-Peter Rauen auf die eigene Mühle zur Herstellung von Bio-Vollkorn-Mehl aus Bio-Getreide.Foto: dt-press
Die ersten Anstöße, mit Bio anzufangen kamen 1983, als Rauen von einem Bio-Laden gebeten wurde, Bio-Vollkornbrot und -Brötchen zu produzieren. Nach drei Jahren war der Abnehmerkreis bereits auf zehn Läden gestiegen und kein Ende war in Sicht. Eine Mühle wurde beschafft, um Vollkornmehl selbst zu mahlen. Drei verschiedene Typen sind es zur Zeit. Parallel kam die Entwicklung eigener Rezepturen hinzu. „Es wurden auf einmal keine Croissant-Teiglinge mehr gekauft, sondern diese selbst hergestellt.“ Schritt für Schritt gab es eine Umstellung auf immer mehr Bio-Backwaren. „Zutaten mit dem Bio-Zeichen zu beschaffen, machte keine Probleme, auch Auszugsmehle in Bio-Qualität werden von Mühlen angeboten“, betont Rauen. Der Bio-Bäcker ist der Ansicht, dass die Bäcker sich wieder auf die Ursprünglichkeit des Backens konzentrieren und selber gestalten sowie kreativ arbeiten können. Diese Tugenden seien mit Fertigmischungen nicht umzusetzen. Das Naturprodukt werde häufig nicht den Bedürfnissen des Verbrauchers angepasst, sondern den Erfordernissen der Produktion, sagt Rauen in einer seiner Broschüren zum Thema maschinengängige Teige.
Der sinnvolle Einsatz moderner Technik in der Produktion sei ebenso wichtig, wie ein bewusst straff gehaltenes Sortiment um Kosten überschaubar zu halten, betont Rauen. Einige hundert Rezepte sind an den Arbeitsplätzen per PC abrufbar. Eine elektronisch gesteuerte Mehl- und Wasser-Mischanlage für die Teigbereitung garantiert eine konstante Teig- und somit auch Gebäckqualität.
Für Rauen ist es selbstverständlich, weder Backmischungen noch Backhilfsmittel in seinem Betrieb zu verwenden. Selbst hergestellter Sauerteig und Weizenvorteige sind selbstverständlich. Bei Vollkornbrot verwendet Rauen Bio-Realhefe. Kein Problem für den Unternehmer ist das Thema Bio-Sicherheit. Alle Lieferanten müssen auf ihren Rechnungen den Bio-Zustand der gelieferten Ware dokumentieren. Die üblichen jährlichen Kontrollen durch den Bio-Verband wären sehr genau und umfassend. Niemand könne es sich leisten, aus dem Bio-Rahmen zu fallen. Rauens Betrieb ist EU-zertifiziert und er gehört keinem speziellen Bio-Verbund an.
Wenigstens einmal im Jahr und zusätzlich bei Bedarf wird das Personal geschult. Kommen neue Produkte in den Verkauf, erhalten Verkäuferinnen eine ausführliche, schriftliche Produktbeschreibung, um Kunden gezielt informieren zu können. Monatliche Treffen mit den Verkaufsleiterinnen der Filialen dienen dazu, aktuelle Trends zu besprechen, Fragen und Anregungen zu behandeln sowie den Markt zu beleuchten. Rauen freut sich über seine relativ konstanten Umsätze in den letzten Jahren, zumal die allgemeine Tendenz contra Bio spürbar wird. Diesen Erfolg führt Rauen auf die gute Kundenbindung und gleich bleibende Qualität zurück.
Zu Rauens „Alles Bio“ gehört auch ein Internetauftritt der unter www.backwerk-rauen.de gefunden wird. Dort kann man auch die Nährwertberechnungen seiner Produkte entnehmen, die Firmen-Geschichte nachlesen oder sich z.B. einen Backofen ausleihen. Die 5-Punkte-Unternehmensphilosophie nennt auch die EG-Bio-Kontroll-Nummer HE-9416B.Z95-01V.
In die Werbung für Produkte und Betrieb steckt Rauen durchschnittlich 1,5Prozent des Umsatzes pro Jahr. In diesem Zusammenhang hört er es heute gar nicht mehr so gern, als Bio-Bäcker bezeichnet zu werden. Deshalb sind seine Werbung und die Aktionen mehr auf Produkt, Besonderheiten, Qualität und Spezialität abgestellt. Bio sei für ihn so selbstverständlich, dass er damit gar nicht mehr werben will. „Nur mit einer klaren Bio-Produktionslinie kann ich als Bio-Überzeugungstäter die Glaubwürdigkeit meinen Kunden vermitteln und die Bio-Idee weiter tragen“, da ist sich der Unternehmer sicher.
Weitere Nachrichten aus Praxis vom 16.06.2005:
Schlichtes Design findet Anklang
Internetportal für Senioren
Checkliste: Frühschoppen
Den Backstubengeruch kennen lernen
Größe der Poren dreidimensional beobachten
Zehn Gründe für Factoring
Durch Factoring finanzielle Ressourcen nützen
Daten & Fakten
„Bäckerei mit Herz“ wurde Unternehmensziel
Deckungsbeitrag/-spanne

RSS

Zur Bildergalerie "Backkongress 2011"