Reportage
Eiskalt und mittendrin
Bäckerei Jürgens, Abstatt, setzt sich mit Eiswagen und Bäko-Frischeis-Konzept erfolgreich in Szene / Mobiler Stand sorgt für rasante Umsätze
Von Petra Götz
Abstatt lebt!“, so der Slogan der knapp 4500 Einwohner zählenden Gemeinde in der Nähe von Heilbronn. Abstatt lebt und zeigt das auch. So errichtete man einen attraktiven Bürgerpark und feierte dessen Eröffnung mit einem fulminanten Programm. Mitten im turbulenten Geschehen: die Bäckerei-Konditorei Jürgens. Sie bewirtete, zusammen mit drei anderen Firmen, den Gastronomiebereich. Ihr Cafébetrieb erfreute sich regen Gästezulaufs. Auf der Karte standen Kaffeespezialitäten, Kuchen und Torten, sowie wunderbare Eis-Kreationen.
Absoluter Renner aber war der Eiswagen, neuer Bestandteil im bewährten Bäko-Frisch-Eiskonzept. Er war ständig umlagert von großen und kleinen Abstattern, die Lust auf leckeres Eis hatten. Für 70 Cent gab's eine richtig große Kugel, entweder in der Waffel oder im Becher. Die Sorten Vanille, Erdbeere und Zitrone gehören zum Standardsortiment, Eierlikör und Drachenfrucht sind ausgefallenere und besonders beliebte Kreationen von Konditormeister Jan-Fried Jürgens. An der Sortimentsgestaltung merkt man, dass Jan-Fried Jürgens eine besondere Beziehung zum Thema Eis hat. Immer wieder hat er eine neue Geschmacksidee und setzt dann alles daran, sie zu realisieren.
Wichtiger Frequenzbringer
Schon lange wollte das Ehepaar in seiner Bäckerei Eis anbieten. Das Know-how bringt der Konditormeister mit, die räumlichen und damit hygienischen Voraussetzungen im Betrieb fehlten aber. Vor zwei Jahren lernte er dann das Bäko-Frisch-Eiskonzept kennen und entschloss sich zu dessen Einführung.
Seither ist das frische Eis aus der Bäckerei Jürgens nicht mehr weg zu denken. Es ist ein wichtiger Frequenzbringer und sichert Umsätze, die ansonsten während der heißen Tage fehlten. „Auch der Bauhandwerker mag an den heißen Tagen lieber drei Kugeln Eis, als eine Schneckennudel“, bestätigt Doris Jürgens. Das ansonsten in Bäckereien übliche Sommerloch fängt der Eisverkauf auf. Ist es kühler, gibt es 10 Standardsorten, darunter die Klassiker Vanille, Schoko, Erdbeere und Zitrone. Auf 15 Sorten wird aufgestockt, sobald die Sonne wärmer strahlt. Die zusätzlichen Sorten erzielt Konditormeister Jürgens durch das Untermischen von Fruchtpürees zu Joghurteis. Obwohl kaum zwei Häuser weiter ebenfalls Eis verkauft wird, und das um 10 Cent pro Kugel günstiger, allerdings etwas kleiner, ist das Eis von Konditormeister Jürgens der Hit bei den Abstattern.
Die Hauptargumente für den Kunden für das Eis vom Bäcker sind sein leckerer, individueller Geschmack und die absolute Frische. „Eis lebt von Frische, wenn es erst mal kristallisiert, verliert es an Geschmack und damit Qualität", erklärt Doris Jürgens. Mittlerweile schafft es Konditormeister Jan-Fried Jürgens nicht mehr, den Eisbedarf alleine herzustellen. Die 22-jährige Tochter stieg nach erfolgreich absolvierter Banklehre ins elterliche Geschäft ein und hat nun so viel Freude an der vielseitigen Tätigkeit, dass sie dabei bleiben will. Das Eis-Herstellen mit dem Bäko-Frisch-Eiskonzept liegt ihr besonders und so hat sie diesen Part zu großen Teilen übernommen.
Mobiler Eiswagen im Test
Die Einweihung des Bürgergartens war nun der Anlass, den neuen Eiswagen der Bäko zu testen. „Einfach genial“, lobt Doris Jürgens den Blickfang und einfach genial war auch die Publikumsresonanz auf das Eismobil und die kühlen Leckereien. Der attraktiv gestaltete Stand besitzt ein kleines, beleuchtbares Dach, welches Eis und Verkaufspersonal beschattet. Die Beschriftung ist von weit her sichtbar und zeigt, was am Stand geboten ist. Die bis -35°C regelbare Umluftkühlung des Mobilstandes sorgt dafür, dass das Eis auch an heißen Tagen keinen Schaden nimmt. Der Spuckschutz aus Glas und Seitenwände aus Plexiglas gewähren Einblick, sorgen aber für den nötigen Abstand zwischen Käufer und Produkt. Ebenfalls den Hygienevorschriften entspricht die Frischwasserzapfpumpe für den Eisportionierer; separate Behälter fangen das Schmutzwasser auf.
Das Urteil fällt absolut positiv aus. Die Rekordverkäufe wären im Inneren des Gastronomiebereiches nicht möglich gewesen, sondern konnten nur durch die exponierte Stellung des Verkaufswagens erzielt werden. Eigentlich wollte man den Wagen ja mitten im Park platzieren, doch der benötigte Stromanschluss konnte nicht quer durch die Anlage gelegt werden. Außerdem waren die Wasserbehälter durch die rasanten Verkäufe rasch zu leeren und bei einem Outdoor-Standort des Mobils wäre das Personal mit der Logistik überlastet gewesen. Deshalb entschied man für die Platzierung in direkter Anbindung zu Wasseranschluss und Strom im Gebäude. Einziges Manko: da der Eiswagen quasi rund um die Uhr laufen musste, vereiste er im Dauereinsatz schneller als erwartet. Trotzdem fällt das Resümee des Eiswagen-Tests absolut positiv aus: „einfach genial“ – so Familie Jürgens.
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