Betriebsreportage
Einen Traditionsbetrieb neu ausgerichtet
Bäckermeister Michael Großmann errichtete sechs Jahre nach Existenzgründung neue Produktionsstätte mit Café / Zweite Firma gegründet

Das neue Back-Café Großmann mit Laden und Produktion im Erdgeschoß. Im ersten Stock befinden sich das neue Café, Büros und die Sozialräume. Fotos: dt-press
Wo an anderen Orten der Stellenabbau schon fast zur Normalität geworden ist, wurde ein über hundert Jahre alter Traditionsbetrieb zu einem modern ausgerichteten Dienstleister umstrukturiert. Zugleich – gewissermaßen als erweiterte Existenzgründung – wurde sechs Jahre nach dem Start die komplette Produktion an einen neuen Standort verlegt. Weil hier zusätzlich eine Reihe von Faktoren passten, wurde nicht allein ein weiteres Ladengeschäft – das Vierte insgesamt – sondern auch ein Tages-Café eröffnet.
Die ganze Entwicklung war so verlaufen: In den Jahren 1998/99 hatte Bäckermeister Michael Großmann den alteingesessenen Betrieb „Bäckerei Feind“ im Aschaffenburger Stadtteil Damm übernommen.
Gemeinde ist positiv eingestellt
Der Firmenname, sieben motivierte Mitarbeiter und etliche der Spezialitäten, bildeten den Grundstock für eine positive Entwicklung, die vom jungen Inhaber unter dem Slogan „Aus Leidenschaft zum Genuss“ in die Praxis umgesetzt wurde. Drei Filialen kamen hinzu, und dann wurde die Backstube in Damm zu eng. Ausweitung vor Ort hatte kaum Aussichten, also war ein neuer Standort zu suchen. Der wurde im wenige Kilometer entfernten Kleinostheim direkt an der sehr gut befahrenen Durchgangsstraße gefunden. Ein zur Bebauung freies Eckgrundstück, davor eine Bus-Haltestelle; kurze Wege zum Ortskern mit Läden und Wohnbauten sowie ausreichend Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe, waren die Pluspunkte für die Entscheidung. Hinzu kam, das wurde bei der offiziellen Einweihung deutlich, eine positive Einstellung der Gemeinde zu Großmanns Vorhaben.
Also wurde mit den Arbeiten begonnen und im Sommer 2005 der Neubau mit Backstube und Café in Betrieb genommen. Dafür hatte Michael Großmann auch eine eigene Firma gegründet, nämlich die „Back Café Großmann GmbH“ in der er alleiniger Geschäftsführer ist. Die Bäckerei Feind hingegen wird nach wie vor von ihm als vom Inhaber geführte Einzelfirma geleitet.
Im Herbst 2005, nachdem sich der neue Betrieb etwas eingespielt hatte, lud Großmann Kollegen ein, den Neubau zu besichtigen. Er ist seit vielen Jahren Mitglied im Bäckerfachverein Aschaffenburg und er bezog einen Teil seiner positiven Grundeinstellung aus Gesprächen mit Kollegen. Denen zeigte er, was geschaffen wurde und erntete Lob wie auch Bewunderung für seinen Mut zum Risiko.
Engagement gewürdigt
Kurz danach wurde der Neubau offiziell im Rahmen einer öffentlichen Feier eingeweiht. Die örtlichen Pfarrer, evangelisch und katholisch, spendeten dem Haus und dem Betrieb mit seinen Mitarbeitern Gottes Segen. Bei den Bitten in Verbindung mit der katholischen Segnung wirkten als Sprecher auch mehrere der Mitarbeiter mit.
Hubert Kammerlander, Bürgermeister in Kleinostheim, überreichte den Wappenteller der Gemeinde und nahm damit öffentlich den Betrieb in die Gemeinschaft der Kleinostheimer Gewerbetreibenden auf. Kammerlander sagte weiter, es habe schon lange der große Wunsch in der örtlichen Bevölkerung geherrscht, im Ort ein schönes Café zu haben. Dieser Wunsch sei nun mit der Schließung einer Baulücke durch Großmanns Projekt in Erfüllung gegangen. Zu würdigen sei zudem der Mut Großmanns, einen derartigen Neubau in Angriff zu nehmen.
Ein Grußwort kam von Kreishandwerksmeister Dieter Eser auch im Namen der Handwerkskammer für Unterfranken, und Geschäftsführer Alexander Kraus von der Bäko Untermain gratulierte mit einem Geschenk. Ausgezeichnet und für ihr Engagement gelobt wurde Sonja Adler, die Leiterin der Verkaufsfiliale im Neubau. Sie stammt aus einer Bäckerfamilie und sei mit Herz und Seele dabei, hieß es. Wolfgang Englert vom Fachverein, dessen Sohn sowie Kinder von Mitarbeitern umrahmten die Feier vor dem Haus mit musikalischen Zugaben. OM Robert Pfarr hatte Großmanns schon vorher seinen Glückwunsch zum Neubau ausgesprochen.
Anschließend waren Gäste und Besucher zur Besichtigung fast aller Räume eingeladen. Großmanns und ihre Mitarbeiter nutzten die Gelegenheit, die interessierten Gäste ausführlich zu informieren.
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