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Die vielen Kleinigkeiten machen den Erfolg
Mit ihrem Coffee-Shop-Konzept „Kaffeelust & Brotkultur“ in Hannover ist die Landbäckerei Bosselmann Trendsetter in Sachen Emotionen & Kaffee
Bäckereien, die nur Brot und Backwaren verkaufen, sind von einigen Branchenexperten längst als Auslaufmodell mit nur noch geringer Lebenserwartung beschrieben. Unter dem Motto „Kaffeelust & Brotkultur“ hat Dr. Gerhard Boßelmann jetzt im Zentrum von Hannover den Wettbewerb mit internationalen Fast-Food-Anbietern und Coffee-Shop-Betreibern aufgenommen.
Im Sommer 1998 übernahm der gelernte Landwirt und promovierte Betriebswirt Dr. Gerhard Boßelmann sieben Geschäfte der Bäckerei Lucht in Langenhagen und machte daraus die „Landbäckerei Bosselmann“. Inzwischen ist das Unternehmen auf 22 Filialen mit 175 Mitarbeitern angewachsen. Die Euphorie, die die Fußball-WM 2006 und vor allem das Deutsche Team im eigenen Land ausgelöst hat, nimmt Dr. Gerhard Bosselmann als willkommenes Beispiel, sein Erfolgsrezept in Worte zu fassen. „Wir haben ein sportliches Klima im Unternehmen. Sport macht Spaß, hat aber auch mit Leistung und Siegen wollen zu tun. Wir müssen besser sein, als der Coffeeshop 50 Meter weiter.“
Eigene Produkterfindungen
Besser zu sein als andere – diese Anforderung gilt bei Bosselmann für die Produkte, für die Atmosphäre und die Dienstleistung. „Wir sind qualitätsbesessen“, sagt Boßelmann. Mit wiederentdeckten alten Backmethoden und viel Kreativität sorgt Boßelmann für ein einzigartiges Angebot. „Mein Hobby ist es, mit eigenen Erfindungen Geschmäcker zu machen“. In den Filialen der Landbäckerei Bosselmann gebe es 45 Artikel, die es bei keinem anderen Bäcker gibt. Ziel ist es, jeden Monat vier neue Produkte anzubieten.
Im Winter gibt es beispielsweise Apfel-Walnuss-Brot, für „Bosselmann’s Brotzeit“ steht ein „ofenfrischer Lausbub“ auf der Snack-Karte, ein „herzhaftes Roggenmischbrot mit Röstzwiebeln und Kraut“. Serviert wird dazu „hausgemachte Kräuterbutter, Tomaten-Basilikum-Dip und Zwiebelschmalz“.
Leistungsorientierte Entlohnung
Wichtiges Steuerungsinstrument ist die systematische Kundenbefragung, ein Mitarbeiter kümmert sich ausschließlich um das Kundenbeziehungs-Management. „Wie riecht es? Wie ist das Licht? Fühlen Sie sich wohl? Können Sie die Preisschilder lesen? Wir fragen viele Kleinigkeiten ab, die an sich lächerlich erscheinen, in der Summe aber den Erfolg ausmachen“, berichtet Dr. Boßelmann. Als nächster Schritt ist die Gründung eines Kundenbeirats geplant, der einmal im Quartal tagen und für seine Hinweise und Empfehlungen mit Gratis-Einkäufen belohnt werden soll.
Die Mitarbeiter werden viermal im Jahr geschult. „Die berüchtigte „sonst noch?“-Frage gibt es nicht bei uns. Keine Chance haben auch Mitarbeiter, die lieber mit der Spülmaschine als mit den Kunden reden“, betont der Chef. Entlohnt wird leistungsorientiert: „Entweder verdienen unsere Mitarbeiter aufgrund ihrer Leistung Übertarif oder sie sind nicht mehr bei uns.“ Für besondere Leistungen sind pro Monat 6 Kaffeemaschinen, 3 Fernseher, 4 DVD-Player, 25 Douglas-Gutscheine und 30 Blumensträuße zu vergeben. Die beste Filialleiterin darf Cabrio fahren, einmal im Jahr zum Einkaufen nach New York oder zum Badeurlaub in die Türkei fliegen. Neben dem Verkaufskodex gilt ein Bekleidungskodex. Die Filialleiter sind an den Farben ihrer Kleidung zu erkennen und sie sind nach den Worten ihres Chefs auch stolz darauf: „Sie sind hoch motiviert, diese Auszeichnung nicht zu verlieren“.
Potenzial bei Spezialitäten
Das Angebot der „Landbäckerei“ endet nicht bei den Backwaren. Ein starkes Kaffeegeschäft trägt großen Anteil an einem „erfreulichen Umsatzwachstum auf gleicher Fläche“, so Dr. Boßelmann. In 12 Ausschank-Cafés setzte er im vergangenen Geschäftsjahr Jahr 6 Tonnen Kaffee um. Spitzenreiter ist die Filiale am Kröpcke in Hannover, wo der Melitta-Kaffeepott pro Tag 300 bis 400 mal über den Tresen geht. Professionelle Dienste leisten hier zwei Kaffeevollautomaten von Melitta, die Melitta cup breakfast und die Cafina ALPHA mit einer Stundenleistung von zusammen bis zu ca. 700 frisch gebrühten Tassen. Den größten Anteil am Kaffeegeschäft hält nach wie vor der Filterkaffee. „80 Prozent unserer Kaffeetrinker trinken Kaffee, weil sie Durst haben auf Kaffee und bevorzugen Filterkaffee. Bei 20 Prozent heißt die Motivation „ich gönne mir eine Auszeit“ und in dem Fall geht die Wahl häufiger in Richtung Kaffeespezialitäten“, erläutert Boßelmann.
Insgesamt machen die Spezialitäten wie Cappuccino und Latte Macchiato erst etwa 5 Prozent der Kaffeebestellungen aus. „Es ist gar nicht einfach, mit Kaffee zu diversifizieren“, kommentiert der Chef. Er sieht hier noch großes Potenzial, mehr Umsatz auf gleicher Fläche zu generieren. Deshalb profiliert er das Angebot und motiviert die Mitarbeiter mit einem Prämiensystem, mehr Kaffeespezialitäten zu verkaufen. Rund-um-Unterstützung von der Kaffeeschulung für die Mitarbeiter, dem vielfältigen Kaffeeangebot, der maßgeschneiderten Profitechnik bis hin zum umfangreichen Zubehör leistet Melitta SystemService.
Kaffee, Tee und Schokolade
Neues Aushängeschild eines profilierten Kaffeeangebots ist die Landbäckerei-Filiale an der Lister Meile in Hannover, die Boßelmann im März 2006 unter dem Motto „Kaffeelust & Brotkultur“ eröffnet hat. Auf der Getränkekarte dominieren neun „Exotics“ mit Mix-Spezialitäten wie „Café Ipanema“, „Baileys Macchiato“, Café Moccaccino oder „Latte Macchiato After Eight“ über sieben „Classics“ (vom Filterkaffee über Espresso, Cappucchino, Latte Macchiato bis zum „XXL-Milchkaffee) und sieben „Iced Specialities“. Ebenfalls sieben Angebote umfasst die „Tea-Time aus der XXL-Tee-Tasse“ und wer „Choc-o-lait“ bestellt, bekommt „belgische Schokobrocken serviert mit heißer Milch“.
Milch in zweierlei Sorten
Die Milch macht den Unterschied: Unter „Fit und Aktiv!“ steht vorab auf der Karte zu lesen, dass alle Milchgetränke auch mit fettarmer Milch zu bestellen sind. Diese Vielfalt macht den Gästen Freude und den Mitarbeitern keine Mühe. Denn der neue Kaffeevollautomat Cafina Alpha von Melitta SystemService kann nicht nur zwei verschiedene Bohnensorten, sondern auch zwei verschiedene Milchsorten parallel verarbeiten. Das neu entwickelte Milk-Jet-System sorgt dabei für perfekten Schaum, das weltweit einfachste Milch-Reinigungssystem ist HACCP-geprüft und –zertifiziert und garantiert Hygiene-Sicherheit.
Am Standort „Lister Meile“ in Hannover muss sich die Landbäckerei Bosselmann mit „Kaffeelust & Brotkultur“ von dicht gedrängter Konkurrenz abheben. „Auf 500 Metern haben wir hier neun Bäcker und acht Coffee-Shops“, berichtet Bosselmann. Das Maß des Erfolges ist für ihn die Kundenzufriedenheit und die macht er zur Chefsache. „Das klingt locker, aber das muss man auch leben“, kommentiert der Chef. (p)
Informationen:
Tel.: (0571) 5049-0
www.melittasystemservice.de
Internorga: Halle 10; Stand 12
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