Aus- & Weiterbildung

Die richtige Einarbeitung von Lehrlingen

Neun Tipps der Ausbildungsberater der Handwerkskammer Ulm


Berlin (rgb). Auch wenn man bereits seit vielen Jahren ausbildet, ist es immer wieder ratsam, seinen Ausbildungsstandpunkt zu überprüfen, denn was vor zehn oder zwanzig Jahren richtig war, kann sich bis heute verändert haben.

Die Jugendlichen sind heute kritischer geworden, kritisch gegen alles und jeden. Deshalb ist der erste Lehrtag im Betrieb - „der Betriebsgeburtstag“ - wichtiger denn je, denn an diesem Tag werden oftmals die Weichen gestellt für die gesamte Lehrzeit. Die Handwerkskammer Ulm gibt daher Tipps zur richtigen Eingewöhnung und Einarbeitung von neuen Lehrlingen im Betrieb.

Arbeitsplat

vorbereiten

Der Beginn jeder Ausbildung muss jedes Jahr neu geplant werden. Dazu gehört, dass der Arbeitsplatz vorbereitet ist und die Mitarbeiter im Betrieb wissen, dass ein neuer Lehrling kommt. Dies gilt für Büro und Werkstatt. Es ist kein guter Stil, wenn die Belegschaft von dem Neuzugang überrascht wird.

Ausbilder auswählen

Ein Ausbilder, der den Lehrling bei seinen ersten Schritten begleitet und an den er sich mit Fragen wenden kann, sowie auch andere weisungsbefugte Mitarbeiter sollten für die Lehrzeit sofort benannt werden.

Ausbildungsablaufplan

Für den Jugendlichen beginnt mit dem ersten Lehrtag ein völlig neuer Lebensabschnitt. Viele kennen bisher nur die Schule mit einem geregelten Stundenplan.

Darum sollte ab dem ersten Tage auch ein Ausbildungsablaufplan erstellt werden.

Sich Zeit nehmen

Ganz wichtig ist, dass der Ausbilder immer Zeit für Gespräche mit dem Jugendlichen hat, um ihn in die Betriebsgemeinschaft einzuführen. Zeit für den Jugendlichen, um ihn am ersten Tag den Mitarbeitern vorzustellen, seinen Arbeitsplatz zu zeigen, ihm alles zu erklären, auf Unfallgefahren hinzuweisen und ihm das Gefühl des Alleingelassenwerdens zu nehmen. Bewährt hat sich hierzu das Erstellen einer Hausordnung.

Gespräche führen

Der Auszubildende soll von Beginn an spüren, dass man auf ihn wartet. Er soll ein vollwertiger Mitarbeiter werden, der sich im Betrieb wohlfühlt. Deshalb ist es unumgänglich, dass nach der ersten Woche Gespräche mit ihm geführt, Missverständnisse ausgeräumt werden oder erst gar nicht aufkommen.

Arbeit wechseln

Bewährt hat sich während der ersten Tage ein Wechseln bei den Arbeitstätigkeiten. Er freut sich, wenn er von Anfang an die Breite des Ausbildungsbereiches kennen lernt und so auch schnell Zusammenhänge erfährt.

Berichtsheft führen

Spätestens am Ende des ersten Monats muss ein umfangreiches Gespräch geführt werden. Dieses kann dazu benutzt werden, um über den Ausbildungsablauf zu reden. Der Jugendliche muss spüren, dass sich sein Ausbilder Zeit nimmt und sich um ihn kümmert.

Probezeit nutzen

In der Regel werden heute vier Monate Probezeit im Ausbildungsvertrag vereinbart. In der Probezeit ist Ende des zweiten Monats unbedingt ein Gespräch mit den Eltern einzuplanen. Der Jugendliche und seine Eltern sollen dabei spüren, dass eine ständige Beobachtung und Beurteilung aller Leistungen im Betrieb erfolgt und erfahren, ob der Jugendliche die Probezeit besteht.

Finanzielle Fördermöglichkeiten

Lehrlinge können unter bestimmten Bedingungen eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten, allerdings nur, wenn sie außerhalb des Haushalts der Eltern wohnen. Die Berufsausbildungsbeihilfe muss bei der Berufsberatung des Arbeitsamtes beantragt werden. Sie bekommen dort auch die näheren Auskünfte.

Für alle Fragen rund um die Ausbildung, insbesondere auch zu ausbildungsbegleitenden Hilfen stehen ausbildenden Betrieben, Eltern und (künftig) Lehrlingen die Ausbildungsberater der Handwerkskammern zur Verfügung


Artikel vom 15.09.2005
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