Betriebsreportage

Die hauseigene Kaffeerösterei gehört dazu

Im traditionsreichen Café Ell in St. Blasien wird Bewährtes mit neuen Ideen verknüpft / Der Familienbetrieb feiert 100-jähriges Bestehen


St. Blasien (ag). Das Café Ell in der Dom- und Kurstadt St. Blasien ist noch weit mehr als Café, obwohl es als solches wohl am meisten bekannt ist. In diesen Tagen feierte der traditionsreiche Familienbetrieb sein 100-jähriges Jubiläum. Als Café ist das „Elli”, wie es im Volksmund genannt wird, berühmt geworden.

Prominente Gäste zählen auch heute zum Publikum. Berühmt sind auch die Konditorei und eine hauseigene Kaffeerösterei. Zu diesem Traditionsbetrieb gehört aber auch eine Bäckerei. Sie war von Anfang an da und ist es bis heute geblieben. Für die Bäckerei ist Bäckermeister Martin Huber zuständig, einer der beiden Söhne von Erich Huber. Er hat zusammen mit seinem Bruder Clemens, dem Konditormeister, 1999 das Geschäft übernommen. Beide führen es mit aktiver Unterstützung der Eltern Erich und Viktoria Huber. Sie bringen neue Ideen ein, stehen aber treu zur bewährten Tradition, die diesen Familienbetrieb immer auszeichnete.

Im Ladenbereich des Cafés, das in seinem heutigen Ambiente erst 1998 entstanden ist, wurde nicht nur in neuzeitliches Design, sondern ebenso in eine ausgefeilte Technik investiert. Dem Schweizer Architekten scheint dies sehr gut gelungen zu sein. Zu den Spezialitäten der Bäckerei gehört das Holzofenbrot, das auf dem St. Blasier Wochenmarkt angeboten wird und sicher von den Marktbesuchern vermisst würde, wenn es mal nicht da wäre.

Auch alle anderen Brotsorten werden nach alten Rezepten hergestellt. Dass diese Bäckerei auf Teiglinge und andere „fremde Zutaten” verzichtet, ist selbstverständlich, denn die Produktion ist auf Qualität ausgerichtet.

In der Liste der Besten

Für Brot und Brötchen hat die Bäckerei Ell wiederholt Urkunden und Medaillen erhalten. „Darauf sind wir stolz”, sagen Clemens und Martin Huber. Das dürfen sie auch auf die Auszeichnung der Zeitschrift „Feinschmecker” sein, die sie nach 2002 nun auch 2005 zu den besten Bäckereien in Deutschland wählte. Die Familie Huber ist sowohl Mitglied der Bäcker- als auch der Konditoreninnung.

Zum Jubiläum, das in der kleinen Stadt im südlichen Schwarzwald viel Aufmerksamkeit gefunden hatte, gab es in der Bäckerei und in der Konditorei verschiedene Aktionen für die Kunden. Zu ihnen zählten die Klosterbrötchen aus Bierteig, die eigentlich schon immer zum Angebot gehörten und der rustikale Sechspfünder. In der Konditorei waren es die Schillerlocken und die Großherzogin-Luisen-Torte. Auch ein Jubiläumsgewinnspiel gehörte zum Programm.

Als vor Jahren im einige Kilometer entfernten Stadtteil Menzenschwand die einzige Bäckerei ihren Betrieb einstellte, führte sie die Familie Huber als Ladengeschäft weiter, so dass die im Stadtteil lebende Bevölkerung Brot, Brötchen und andere Backwaren noch im näheren Wohnbereich einkaufen kann. „Das rechnet sich nicht unbedingt”, meint Clemens Huber, „aber wir wollen es beibehalten”. Darüber wiederum freut sich die Stadt St. Blasien, die daran interessiert ist, dass eine lebenswichtige Infrastruktur auch in den kleineren Stadtteilen vorhanden ist.


Artikel vom 28.07.2005
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