Unternehmensführung

Den Aufschwung nutzen

Aktiv neue Märkte und Kunden erschließen


Münzenberg (p). Die Zahlen der Wirtschaftsweisen in Deutschland für 2006 machen Mut. Es werden 2,6 Prozent Wachstum in diesem Jahr erwartet. Industrien melden Lieferengpässe, Handwerker zeigen volle Auftragsbücher, Fernsehsender wie JobTV24 melden steigende Nachfrage nach Arbeitskräften. Wenn sich noch der private Konsum etwas stärker entwickeln würde, wäre der Aufschwung perfekt.

Aber schon sind die Mahner am Horizont, die für 2007 einen Rückgang des Wachstums auf 1,4 Prozent ankündigen. Die Mehrwertsteuer soll schuld sein, dass es nicht weiter bergauf geht, weil dadurch das allgemeine Konsumentenklima beeinträchtigt wird.

Ist denn nun ein sinkendes Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent für 2007 etwas unabänderliches, dem man nicht entkommen kann? In der Betriebswirtschaft lernt man, dass Produkte, Unternehmen und Konjunkturen Lebenslinien haben. Diese bestehen im Prinzip aus Aufschwung, Höhepunkt und Abschwung. Im Mittel der Betriebe werden die Umsätze diesen Linien entsprechen aber es sollte das Ziel eines jeden Unternehmens sein, den Abschwung soweit wie machbar hinauszuzögern, ihn wenn möglich gleich in den nächsten Aufschwung zu überführen. Warum haben so viele Betriebe damit keinen Erfolg? Die Antwort ist ganz einfach: Sie haben keine Erfolg damit, weil sie es nicht nutzen! Was macht ein Unternehmen normalerweise, wenn der Absatz steigt? Es fährt seine Produktion hoch, aktiviert stillgelegte Anlagen, stellt Produktions- und Servicepersonal ein. Es produziert oder erbringt Serviceleistungen, um den Absatz zu befriedigen. Damit reagiert es auf den sich öffnenden Markt aber es agiert nicht. Agieren würde bedeuten, dass jetzt in einer Aufschwungphase Mitarbeiter eingesetzt werden, um neue Kunden zu finden, neue Märkte zu entwickeln oder bestehende Märkte auszubauen. So erreicht man neue Umsätze, die helfen, den nächsten Abschwung auf höherem Niveau zu erleben. Dies ist eine ganz normale betriebswirtschaftliche Vorgehensweise, die aber viel zu wenig genutzt wird.

Wie fängt man es nun an? Sicher sollte man nicht nur auf den momentanen Absatz konzentriert ein. Eigentlich ist aber das Suchen nach neuen Märkten und Kunden eine Grundphilosophie, die jedem Unternehmen zu Eigen sein sollte. Jedes Unternehmen arbeitet an diesen Themen. Erfolg misst man dann daran, dass die Umsatznadel im eigenen Unternehmen viel weniger nach unten ausschlägt als die Meldungen der allgemeinen Konjunkturlage.

Infos: www.koenigskonzept.de


Artikel vom 23.11.2006
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