Lebensmittelrecht
Dem Schimmel langfristig Contra bieten
Eine speziell entwickelte Infrarot-Bestrahlung sorgt für keimfreie Gärgutträger
Detmold (dk). Im Bereich Technologie stellte auf der Bäckereitechnologie-Tagung in Detmold Prof. Dr. Klaus Lösche vom Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik (BILB) eine neuartige Entkeimungstechnik der Heraeus Noblelight vor. Die Firma hat ein Verfahren entwickelt, bei dem Gärgutträger langfristig fast keimfrei bleiben. Statt des oft zur Dekontamination eingesetzten UV-Lichtes wird hierfür Infrarot-Licht verwendet. Dieses dringt durch die entsprechende Wellenlänge tief in das Gewebe und den Staubbelag ein und tötet so die Keime ab.
Das unerwünschte Schimmelwachstum ist ein grundlegendes Problem bei Gärgutträgern aus Textilien. Nach drei- bis fünfmonatiger Benutzung zeigt sich auf den Stoffen ein meist farbiger Schimmelbefall, der durch Waschen oder Reinigen fast nicht mehr in den Griff zu bekommen ist. Meist handelt es sich bei den auch „Stockflecken“ genannten Stellen um den Schimmel „Aspergillus Niger“, der auf den Gärgutträgern ideale Bedingungen vorfindet. So werden Gärgutträger im allgemeinen im Temperaturbereich um 35 °C bei einer relativ hohen Feuchte der Umgebungsluft eingesetzt. Ferner ist die Grundlage relativ neutral im pH-Wert und enthält ein gutes Nahrungsangebot für Schimmelsporen.
Verhindert bzw. die Verkeimung hinausgezögert wurde bisher mit regelmäßigem Waschen der Stoffe und mit der Bestrahlung durch UV-Licht. Doch gerade auch bei letzterem kann eine Verkeimung nicht dauerhaft verhindert werden. Der Grund ist die Wellenlänge des UV-Lichts, das nicht tief genug ins Gewebe eindringt. So werden tief unten sitzende Keime nicht bestrahlt und können sich ungehindert verbreiten. Dazu kommt noch eine weitere Besonderheit der Schimmelsporen. Denn wenn die Feuchtigkeit des Stoffes relativ niedrig ist, sind die Sporen sehr resistent gegenüber Wärme, das heißt, je trockener die Textilien, desto schwieriger wird es, die Sporen abzutöten.
Diese Problematik bekommt man nach den Untersuchungen des BILB mit der Infrarot-Strahlung der Firma Heraeus in den Griff. Diese Technologie überträgt in kurzer Zeit sehr große Energiemengen mit hohem Wirkungsgrad. Dabei erhitzen die Strahlen die textile Oberfläche kurzzeitig, wodurch der Stoff trocknet und durch die Strahlung gleichzeitig auch die Keime abgetötet werden. Durch die mittlere Wellenlänge des Lichtes dringt die Strahlung auch in tiefer liegende Schichten ein.
Der Hersteller Heraeus Noblelight verwendet für die Bestrahlung speziell entwickelte Carbon Infrarot-Strahler. Diese sind für die Backbranche in einem speziellen Gehäuse eingebaut, das mit unten liegender Lichtaustrittsöffnung über dem Gärgutträger eingebaut wird. Eine besonders hitzestabile Kunststofffolie sorgt für Sicherheit, damit beim eventuellen Platzen einer Röhre keine Glassplitter nach unten auf die Gärgutträger fallen können.
Durch die hochwirksame Bestrahlung kann die Technik nach Aussage von Prof. Lösche in der Praxis sehr energiesparend eingesetzt werden, denn sie muss für die Zeit eines Umlaufs nur ein bis zwei Mal pro 24 Stunden eingeschaltet sein.
www. heraeus-noblelight.com
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