Firmenportrait

Das volle Programm rund ums Holzofenbacken

Die Karl-Heinz Häussler GmbH setzt erfolgreich auf Qualität – sowie auf Führungen und Seminare im Ausstellungs- und Schulungszentrum


Heiligkreuztal (wo). Wenn das erste gesprochene Wort der Enkel „Backofen“ ist, ist eigentlich alles schon besprochen. Die Karl-Heinz Häussler GmbH ist ein Familienbetrieb, wie er im Buche steht. Firmenchef Karl-Heinz Häußler, seine Frau Adelinde, die für den Bereich Seminare und Privatkundengeschäft verantwortlich zeichnet, Sohn Richard, Tochter Rosemarie und ihr Mann, Roland Mayer, technischer Leiter des Unternehmens sowie deren Kinder Ferdinand und Johanna – alle Familienmitglieder haben sich dem Thema Holzbackofenbau mit Liebe und Leidenschaft verschrieben. Aber auch der Rest der insgesamt 59 Mitarbeiter ist diesbezüglich praktisch adoptiert.

Jährlich 10.000 Besucher

Wie es sich für einen Backofenhersteller gehört, herrscht eine warme Atmosphäre im Unternehmen. Ein Klima, das auf die Kunden regelrecht abstrahlt. Seit drei Jahren gibt es ein Kundenzentrum in oberschwäbischen Heiligkreuztal, wo jährlich 10.000 Besucher gezählt werden. Ob Back- oder Kochkurse, Führungen oder einfach nur Kaufbesuche, das Interesse an den Produkten und dem Know-how aus dem Hause Häussler ist stetig steigend. Das schlägt sich auch in einem Jahresumsatz von 7,5 Millionen Euro nieder. 65 Prozent davon werden mit sogenannten Privatkunden gemacht. 35 Prozent gehen auf das Konto von Gewerbekunden – hauptsächlich Bäcker, Gastronomen oder Metzger.

Angefangen hat alles 1949 mit der Gründung einer Dorfschmiede mit Hufbeschlag durch Karl Häußler. 1967 tritt dessen Sohn Karl-Heinz Häußler in den Betrieb ein und baut ihn zu einem regional agierenden Landmaschinenunternehmen aus. Aus einem Hobby heraus entsteht 1974 der Betriebszweig Backofenbau. Der Bereich Landtechnik wird 1993 ausgegliedert.

Im Jahr 2000 wird eine Produktionshalle mit 4600 qm Fläche gebaut. 2004 wird das großzügige Ausstellungs- und Schulungszentrum fertig gestellt. Dort ist heute noch die funktionsfähige Schmiede aus den Anfängen zu bewundern. Und auch sonst ist einiges gebacken, wie zahlreiche Besuchergruppen bestätigen können (siehe auch Bericht auf dieser Seite).

Programm rund ums Backen

Aktuell werden in Heiligkreuztal vor allem Holz- und Elekro-Steinbacköfen, Laden- und Schaubacköfen sowie Teigknetmaschinen in allen Ausführungen und Größen produziert und verkauft. Nudelmaschinen, Getreidemühlen und Räucherschränke sowie entsprechendes Zubehör ergänzen das volle Programm rund ums Backen.

So kurios es klingt: Karl-Heinz Häußler war mit seinen traditionellen Holzbacköfen Trendsetter. Die altmodischen Holzbacköfen hatten vermeintlich ausgedient. Doch schon der erste Messeauftritt von Häussler auf der Südback 1991 mit dem Habo 15 war ein voller Erfolg. Es wurden immerhin zwei Öfen verkauft. Von da an ging es schnell bergauf. Zunehmender Konkurrenzdruck durch anonyme Massenware und das Standardsortiment von Seiteneinsteigern haben dazu geführt, dass sich das Bäckerhandwerk wieder stärker der traditionellen Produktionsweise zugewandt hat. Und das Backen im Holzbackofen ist genau das Richtige, um sich wieder als Handwerksbäcker zu profilieren. Das hat Häußler früh erkannt und die Marktnische entsprechend bedient.

Heute setzen namhafte Bäckereien der Branche auf die Qualitätsöfen aus Heiligkreuztal. Wentzlaff (siehe ABZ 43, Seite 11), Beck (Erlangen), Richter (Wolfenbüttel), Köhler (Karlsruhe), um nur einige Betriebe zu nennen, deren Erfolg auch mit dem Einsatz von Häussler-Holzbacköfen in Verbindung gebracht werden kann.

Die Marktchancen, die der Holzbackofen bietet, haben dazu geführt, dass Häussler Mitbewerber und Nachahmer gefunden hat. Ein ganz normales Marktgeschehen, das der Firmenchef eher positiv sieht: „Es ist kein schlechtes Zeichen, dass uns namhafte Backofenhersteller nachahmen.“ Das sei Ansporn, weiter an der Qualität und der Technik zu arbeiten.

Trend Award für den Habomat

Mit Erfolg, wie man vor allem an der Entwicklung des Habomat sieht. Dieser automatisiertes Holzbackofen ist 2004 mit drei Preisen ausgezeichnet worden. Einmal erhielt das Unternehmen den Bundespreis für herausragende innovatorische Leistungen für das Handwerk. Und auf der südback 2004 gab es den ersten Preis beim Südback Trend Award (Kategorie Produktion), einem Innovationspreis der Messe Stuttgart in Kooperation mit der Allgemeinen BäckerZeitung. Und erst vor zwei Wochen überreichte Wirtschaftsminister Ernst Pfister den Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg für herausragende technische Innovationen.

Der Habomat verbindet traditionelle Herstellungsweise mit modernsten Ansprüchen an einen Holzbackofen. Der Hersteller verspricht durch die automatisch beschickte Holzpelletsfeuerung, die flexibel steuerbar ist, eine Energieeinsparung von bis zu 50 Prozent gegenüber herkömmlicher Technik. Außerdem – und das ist vor allem in Wohngebieten nicht ganz unwesentlich – gibt es praktisch keine Emission. „So ist der Holzbackofen in mehrfacher Hinsicht eine saubere Sache“, versichert Bäckermeiser und Patissier Fridolin Renz, im Kundenzentrum zuständig für Vorführungen und Bäcker-Seminare.

Gleichmäßig und komfortabel

Eingeschossen wir bei 280°C. Die Ausbacktemperatur beträgt 230°C. Der Backraum ist nicht gewölbt. Gleichmäßiges Backen ist durch drei verschiedene, hochwertige Schamotte für Backfläche (90 x 150 cm), Herddecke und die Seiten ohne Umschießen gewährleistet. Startzeit, Brenndauer und Temperatur sind vorwählbar. Ein weiterer Vorteil ist die kurze Nachheizphase für mehrmaliges Backen. Die Bedienung sei insgesamt komfortabel und absolut pflegeleicht, wie Renz auch bei seinen Vorführungen regelmäßig unter Beweis stellt.

Auf rustikale Mobilität gesetzt

Ein starkes Standbein des Unternehmens sind die mobilen Holzbacköfen, die auf Wochenmärkten und bei verschiedensten Veranstaltungen eingesetzt werden können. Das Backhaus Wentzlaff z. B. hat acht solcher rollenden Umsatzbringer im Einsatz.

„Wir bauen direkt beheizte Öfen mit Schamotte. Die indirekt beheizten Öfen unserer Wettbewerber kann man mit dem System eigentlich nicht vergleichen“, macht Karl-Heinz Häußler auf einen entscheidenden Unterschied aufmerksam. Das macht sich nicht nur in der Brotqualität bemerkbar. Nur Brot aus dem direkt beheizten Ofen kann als „Original Holzofenbrot“ verkauft werden.

In diesem Sinne wird man in Heiligkreuztal dem Bäckerhandwerk weiterhin effektiv einheizen.


Artikel vom 05.01.2006
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