Betriebsreportage
Das Konzept und die Qualität müssen stimmen
Heinz Hintelmann steuert erfolgreich sein Familienunternehmen / Top-Qualität als Firmenphilosophie / Jetzt 50-Jähriges Jubiläum gefeiert

Familienfoto zum 50-jährigen Firmenjubiläum: Heinz und Karin Hintelmann (vorn M.), dazwischen Oma Traude, Tochter Christiane (2.v.l.), die Söhne André (l.) und Björn (hinten M.), daneben Schwiegertochter Serena sowie Obermeister Jan-Henning Körner (r
Noch gut kann sich Hintelmann, der als Vorstandsmitglied und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in der Bäckerinnung Hamburg ehrenamtlich aktiv ist, an die Erzählungen seines Vaters Adolf Hintelmann erinnern, wenn dieser von seinen Anfangsjahren als selbstständiger Bäckermeister auf dem Lande berichtete. 1955 hatte dieser den Abendkurs auf der Meisterschule absolviert und die Bäckerei am Schleusenhörn in den Vier- und Marschlanden von seinem Vorgänger übernommen. Anfangs schwang er sich noch selbst morgens früh aufs Fahrrad, um die Kunden mit frischen Brötchen zu versorgen. Damit war irgendwann der Bann gebrochen, und die Leute nahmen auch den Weg zur Bäckerei in Kauf. Geblieben ist noch mehrere Jahre der Lieferservice mit dem Auto, den der Meister persönlich erledigte, bis zu seinem schweren Autounfall im Jahre 1978. Bereits vier Jahre zuvor war Sohn Heinz, der das Bäckerhandwerk beim damaligen Bezirksmeister Heinz Wolgast erlernt hatte, in den elterlichen Betrieb eingetreten und hatte 1976 in Hamburg im Alter von 23 Jahren als jüngster Meisterschüler die Meisterprüfung mit Auszeichnung abgelegt. Der ambitionierte Junior vergrößerte die Bäckerei, brachte sie auf den technisch neuesten Stand und eröffnete 1987 die erste zusätzliche Verkaufsstelle.
Seit 1990 ist Heinz Hintelmann alleiniger Inhaber der Bäckerei, in der alles selbst hergestellt wird und die im Kunden- wie im Kollegenkreis einen hervorragenden Ruf genießt. Etwa 50 verschiedene Brotsorten und 40 unterschiedliche Brötchen sind im Angebot, für deren hervorragende Qualität der Betrieb schon so manche Auszeichnung erhalten hat. Acht Filialen gehören heute neben dem Hauptgeschäft mit der Backstube zum Unternehmen. Von den 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind 12 in der Produktion und 38 im Verkauf tätig. Zur Zeit werden im Betrieb fünf Lehrlinge ausgebildet, vier Bäcker und ein Verkaufs-Azubi. Die Brötchenproduktion liegt bei 10.000 Stück am Tag, der Jahresumsatz beträgt zirka 2 Mio. Euro.
Wie schafft man es, heutzutage einen Familienbetrieb erfolgreich durch wirtschaftlich schwierige Zeiten zu steuern? „Für ein mittelständisches Familienunternehmen ist ein Überleben mit einer 38,5-Stunden-Woche, zumindest was den Chef betrifft, nicht machbar“, so Hintelmann, „außerdem müssen das Konzept, die Firmenphilosophie und die Qualität stimmen.“ Wie er weiter erläutert, dürfe das Niveau der Qualität auf keinen Fall niedriger sein als das der Preise. Ergo müsse beides ständig kontrolliert werden. Hintelmann: „Da wir es uns als handwerkliche Bäcker nicht leisten können, mit Billiganbietern in Konkurrenz zu treten, bleibt uns gar nichts anderes übrig, als auf Top-Qualität zu setzen.“ Außerdem habe er das Glück, sich auf alle Familienmitglieder voll und ganz verlassen zu können: „Meiner Frau Karin untersteht der Verkauf, unsere Söhne Björn und André sind beide als Gesellen im Betrieb mit tätig, und unsere Tochter Christiane unterstützt uns in ihrer Freizeit in Produktion und Verkauf. Nahezu alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ‚alt gedient’ und zum Teil seit Jahrzehnten bei uns im Betrieb tätig. So können wir optimistisch in die Zukunft blicken!“
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