Unternehmensführung
Darstellung des Ratings ist erforderlich
Leider besteht bei den Banken häufig eine begrenzte Informationsbereitschaft
Dortmund (mv). Eigentlich verlief die Geschäftsbeziehung zwischen Klaus-Dieter W., Geschäftsführer eines Handwerksbetriebes, und seiner Hausbank, einer Sparkasse, bisher stets weitgehend zufrieden stellend.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind jedoch die sprichwörtlichen Gewitterwolken unübersehbar. Grund dieser unerfreulichen Entwicklung war ein Gespräch zwischen W. und dem zuständigen Kundenberater seiner Sparkasse, bei dem es um die Ablösung eines Kredites von einer anderen Bank und der damit verbundenen Neuordnung einschließlich der Sicherheitenbewertung seines gesamten Kreditengagements ging. W. bat im Vorfeld des Gesprächs, neben diesen Punkten auch Einzelheiten seines Firmenratings, also seiner Krediteinschätzung durch die Sparkasse, zu bereden.
Bürgschaftsverpflichtung wird honoriert
Der Gesprächsverlauf entsprach zunächst in allen wesentlichen Punkten den Erwartungen von W.: Der Kundenberater signalisierte die Bereitschaft der Sparkasse zur Übernahme des Kredites unter der Voraussetzung einer zusätzlichen Abtretung bestimmter Kundenforderungen von W. und einer Erweiterung seiner selbstschuldnerischen Bürgschaft.
Da beide Punkte mit W. bereits vorab telefonisch besprochen wurden, gab es hierzu keinen weiteren Erläuterungsbedarf. W. war es seit Jahren gewohnt, im Rahmen seiner Bürgschaftsverpflichtung mit seinem privaten Vermögen für seine Kreditverbindlichkeiten zu haften. Diesen Tatbestand würdigte die Sparkasse ihrerseits mit überdurchschnittlich günstigen Kreditzinssätzen, so dass ein fairer Interessenausgleich gewährleistet war.
Im Ergebnis fiel es der Sparkasse auch deshalb relativ leicht, der Kreditneuordnung zuzustimmen, weil es W. während der vergangenen beiden Jahre gelungen war, für seinen Betrieb mehrere hochinteressante Kunden hinzu zu gewinnen. Diese Kunden tragen zumindest bisher zwar mehr zum Umsatz als zum Gewinn des Unternehmens bei, immerhin bieten sie aber mittelfristige Ertragsperspektiven, die wie erwähnt auch die Sparkasse gern zur Kenntnis nimmt.
Keine Tranparenz bei den
Ratingfaktoren
Alles in allem wäre das Bankgespräch also sehr gut verlaufen, hätte nicht noch ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung gestanden: Das bereits erwähnte Firmenrating und die damit verbundenen Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten des Betriebes. Das Ziel von W. ist klar: Durch eine möglichst kurzfristige Verbesserung seines Ratings strebt er eine weitere Reduzierung seiner Kreditzinsen an. Um eine substanzielle Verbesserung zu erreichen, erwartete W. von seinem Gesprächspartner eine detaillierte Darstellung sowohl der im Sparkassenrating enthaltenen betriebswirtschaftlichen Faktoren als auch jener Faktoren, die mit seinen Qualitäten als Unternehmer zu tun haben.
Darüber hinaus ging W. davon aus, dass er etwas über die jeweilige Gewichtung der genannten Faktoren innerhalb seines Ratings erfahren würde. Es war für ihn nur logisch, dass er sich zunächst um die Verbesserung der Faktoren mit entsprechend hoher Ratinggewichtung bemühen würde. Genau an diesem Punkt gab es während des weiteren Gesprächsverlaufs allerdings Probleme: Der Bankmitarbeiter weigerte sich hartnäckig, die Gewichtung einzelner Ratingbestandteile auch nur ansatzweise zu nennen. Während er dies zunächst mit weitgehender Unkenntnis zu erklären versuchte, gab er auf Drängen von W. schließlich zu, dass dieser Punkt in Kundengesprächen grundsätzlich nicht näher dargestellt werde.
Eine Begründung für diese Zurückhaltung wurde nicht gegeben. Immerhin war er aber bereit, die überdurchschnittliche Bedeutung der relativ geringen Eigenkapitalquote von W. als wesentliches Hindernis zu einer weiteren Verbesserung der Zinskonditionen herauszustellen. Die Verbesserung der Rentabilitäts- und Liquiditätslage des Betriebes wurde vom Bankmitarbeiter dagegen als bemerkenswert dargestellt. Dies gilt ebenso für die unternehmerischen Eigenschaften von W., hier insbesondere für die Unternehmenssteuerung seines Betriebes, die seit wenigen Monaten auch ein professionelles Controlling beinhaltet. Im Ergebnis hat sich das Rating durch die erwähnten Verbesserungen auf ein „absolut befriedigendes Niveau“ verbessert. Nach Aussage seines Gesprächspartners bewegt er sich damit in einem Bereich, der bei den meisten Handwerkern nach wie vor nicht erreicht wird.
Keine Zugeständnisse trotz
verbesserter Konditionen
Trotz dieser Informationen konnte W. aber keinerlei Zugeständnisse zu einer tendenziellen Verbesserung seiner Kreditkonditionen erreichen. Diese wurde erneut von einer Erhöhung seines Eigenkapitals abhängig gemacht. Zu gegebener Zeit würde die Sparkasse die Möglichkeiten einer Kostenreduzierung sorgfältig prüfen. Diese eher vagen Ausführungen stellten W. naturgemäß nicht zufrieden. Er machte vielmehr deutlich, dass er kurzfristig ein Gespräch mit dem für das Kreditgeschäft zuständigen Vorstandsmitglied der Sparkasse suchen werde, um genauere Auskünfte zu erhalten. Transparenz müsse nach seiner Meinung nicht nur für ihn vor allem bei der regelmäßigen Offenlegung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse, sondern für beide Seiten gelten. Dazu gehört für ihn nun einmal auch eine ausführliche Darstellung seines Ratings.
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