Verkauf & Marketing

Bundesweiter Vertrieb via Internet

Bäckermeister Hans Breiter profitiert beim Stollenverkauf von seinen Verkostungsaktionen bei Bustouristen


Schneeberg (ad). Wenn in Sachsen von Christstollen die Rede ist, fällt dabei zumeist auch das Stichwort „Dresden“. Kein Wunder, denn der Dresdner Christstollen ist in der Vorweihnachtszeit eine im In- und Ausland gefragte Spezialität. Aber auch in anderen Regionen des Freistaates Sachsen wird guter Stollen gebacken. Mit dem richtigen Marketing können sich in diesem Segment auch kleinere Anbieter behaupten und gute Umsätze erzielen.

Zu den erfolgreichen Stollenbäckern weit jenseits der Dresdner Stadtgrenzen gehört Hans Breiter. Er betreibt seine Bäckerei seit 1965 im erzgebirgischen Städtchen Schneeberg.

Schon seit vielen Jahren ist die Stollenbäckerei für Bäckermeister Hans Breiter der berufliche Jahreshöhepunkt. Und zugleich eine Herausforderung, denn er setzt in puncto Stollen auf Handarbeit. Etwa 15 Stunden dauert es von den ersten Vorarbeiten, bis eine aus 80 Stollen bestehende Ofenladung verkaufsfertig ist. „Unsere Spezialität sind die Butterstollen“, sagt Hans Breiter stolz. „Die Kunden schmecken den Unterschied zu anderen Anbietern, denn in meiner Bäckerei werden nur erlesene Zutaten eingesetzt. Bei uns kommen die Rosinen in echten Jamaika-Rum!“ Als kleine Erinnerung an seine Heimat stellt der Meister aber auch schlesische Mohnrollen her. Diese bestehen aus normalem Stollenteig, enthalten aber viel Mohn.

Auftritte in der Öffentlichkeit

Um seinen Stollen nicht „nur“ an die Stammkunden in der Region Schneeberg zu verkaufen, setzt Hans Breiter auf den bundesweiten Vertrieb via Internet. Allerdings hat er die Erfahrung gemacht, dass ein Internetshop allein das Geschäft noch nicht in Schwung bringt. „Schließlich gibt es Bäckereien im Internet mittlerweile wie Sand am Meer“, macht Breiter deutlich. „Und da ich keine Unsummen für Werbung ausgeben kann, kommen die Kunden nur zufällig auf meine Seite.“

Dass sein Verkauf übers Internet und per Telefon dennoch „brummt“, verdankt Hans Breiter seinen Auftritten im Rahmen von Stollenverkostungen. Diese finden im „Hotel am Hohen Hahn“ im erzgebirgischen Schwarzenberg statt. Vor allem Bustouristen sind es, die in der Adventszeit zu Kaffee und Stollen ins Hotel kommen.

Breiter bewirtet sie nicht nur, sondern bietet den Gästen ein unvergessliches Erlebnis. „Stollen muss man leben, wenn man damit Erfolg haben will“, ist seine Maxime. Er und seine Mitarbeiter servieren in schmucker Berufsbekleidung. Um nicht als namenloser Catering-Service verkannt zu werden, versäumt der Meister es nicht, auf die Herstellung im eigenen Betrieb zu verweisen. Außerdem erzählt er von alten Familienrezepten, erklärt Besonderheiten seines Stollens und macht die Gäste auf den erzgebirgischen Kartoffelkuchen neugierig. „Da Stollen früher erst zum Weihnachtsfest auf den Tisch kam, haben wir aus einem Teigrest und etwas geriebener Kartoffel immer einen extra-Kuchen zum Kosten gebacken“, berichtet der Bäckermeister.

Nach der Verkostung haben die Hotelgäste die Möglichkeit, Breiterschen Stollen zu kaufen. Und sie machen davon regen Gebrauch. „Eine bessere Werbung gibt es nicht“, ist der Meister überzeugt. „Denn der Stollen wird zu Hause meist mit Freunden oder Verwandten gegessen. Das sorgt für Folgeaufträge.“ Oft sei der Zusammenhang zwischen Verkostung und Bestellung sehr deutlich, so Breiter.

Zwei Schichten vor Weihnachten

So kommt es, dass das Licht in der Backstube der Bäckerei Breiter während der Adventszeit wesentlich länger brennt als zu anderen Zeiten des Jahres. Zweischichtbetrieb ist für Meister und Gesellen vor Weihnachten die Norm. Eine Verkäuferin ist in erster Linie damit beschäftigt, die in Handarbeit hergestellten Stollen versandfertig zu verpacken und an die Besteller zu verschicken.

Durch das Vorverlagern der Stollenherstellung in den frühen Herbst könnte Hans Breiter den vorweihnachtlichen Stress in der Backstube zwar ein Stück entschärfen, aber das kommt für den Bäckermeister nicht in Frage. „Weihnachtszeit ist Stollenzeit, wir backen mit viel Liebe, aber nur in den Monaten November und Dezember“, stellt er klar. Nur in diesem Zeitraum kann sein erzgebirgischer Butterstollen bestellt werden, nur während dieser beiden Monate ist der Internet-Shop online.

www.breiterbaecker.de


Artikel vom 29.11.2007
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