Brot macht Kids fit
Als Lieferant von Energie und Nährstoffen ist Brot ein unverzichtbarer Bestandteil ausgewogener Kinderernährung

Herzhafter Biss in die Stulle: Der Verzehr von täglich drei Scheiben Brot gehört zur ausgewogenen Kinderernährung. Foto: Fotolia
Von Barbara Krieger-Mettbach
Regelmäßiges Essen fördert die Leistungsfähigkeit von Kindern – vorausgesetzt, die Mahlzeiten sind nährstoffreich und ausgewogen. Als Lieferant von komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Vitaminen vor allem der B-Gruppe, Mineralstoffen wie Magnesium und Spurenelementen wie Eisen ist Brot ein wichtiger Bestandteil der gesunden Ernährung.
Täglich drei Scheiben Brot
120 Gramm Brot und Getreide/-flocken täglich empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) für Zwei- bis Dreijährige. Das entspricht zweieinhalb bis drei Scheiben Brot. Vier- bis Sechsjährigen werden 170 Gramm, Sieben- bis Neunjährigen 200 Gramm täglich empfohlen.
Um den wachsenden Organismus gleichmäßig mit den spezifischen Nährstoffen zu versorgen, sollte die Menge sich auf Frühstück, Abendessen sowie ein bis zwei Zwischenmahlzeiten verteilen. Unverzichtbar: das Pausenbrot in Schule und Kindergarten. Mittags sorgen Kartoffeln, Reis und Nudeln für den Energieschub. Der ernährungsphysiologische Wert eines Brotes richtet sich nach der Sorte.
Volles Korn empfehlen
Kinder und Jugendliche bevorzugen helle Brotsorten, Toast und Brötchen. Der milde Geschmack von Weizen und Dinkel harmoniert mit süßem und herzhaftem Belag. Es lässt sich leicht kauen und schnell essen. Eigenschaften, die das Risiko für Übergewicht erhöhen, denn erst 15 bis 20 Minuten nach Beginn einer Mahlzeit setzt das Sättigungsgefühl ein. Dann haben kleine Schnellesser bereits mehr als genug gegessen.
Weil eine Scheibe Weißbrot weniger wiegt als Vollkornbrot, sind zum Sattwerden mehr Scheiben erforderlich. Damit vergrößert sich die Oberfläche, woraus ein höherer Verzehr von Streichfett und Belag resultiert. Das FKE empfiehlt die Hälfte des Brotes als Vollkorn. Es muss intensiver gekaut werden als Weißbrot, enthält mehr Ballaststoffe, natürliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Gesundheitsbewusste Eltern brauchen Beratung bei der Suche nach gesunden Produkten, die Kindern schmecken.
Einstieg mit hellem Vollkorn
Empfehlen Sie Umsteigern zunächst helle Dinkel- und Weizenvollkornwaren, hergestellt aus Mehl oder feinem Schrot. Anteile von Hafer- oder anderen Getreideflocken sind möglich. Viele Kinder, die Vollkorn ablehnen, weigern sich, mit Saaten bestreute Brote und Brötchen zu probieren. Ist das helle Vollkornbrot akzeptiert, bieten Sie auch roggenhaltige Sorten an. Abwechslung ist die beste Empfehlung.
Machen Sie den Eltern Mut und raten Sie ihnen, geduldig und flexibel mit dem Kind zu sein. Das Brot sollte der ganzen Familie schmecken. Geschmäcker sind so alt wie die Kinder. Ein Sechsjähriger, der an Weißbrot und Brötchen gewöhnt ist, kann sich nicht von jetzt auf gleich umstellen.
Ein Teller Buntes
Mit Schokolade, Honig, Fruchtaromen und jeder Menge Zucker treten Cerealien aus Getreideextrudaten in Konkurrenz zum vermeintlich langweiligen Frühstücksbrot. Angereichert mit Vitaminen und Spurenelementen lenken bunte Pops, Ringe, Kissen, Kügelchen sogar kritische Mütter vom teils hohen Zuckergehalt ab. Die jeweilige Zutatenliste auf der Packung informiert über die Zusammensetzung. Wenn Cerealien und Müslimischungen zu Ihrem Zusatzsortiment zählen, bieten Sie gesundheitsbewussten Eltern zuckerarme oder -freie Produkte an. Kinder brauchen Kohlenhydrate in Form von Stärke, nicht als Zucker. Stärke wird im Organismus langsam zu Traubenzucker (Glukose) abgebaut. Die Kombination mit Ballaststoffen und Fett verzögert den Abbau. Dies bewirkt, dass der Blutzucker nur leicht ansteigt und eine geringe Insulinausschüttung nach sich zieht. Dadurch bleibt der Spiegel über einen längeren Zeitraum in einem für Konzentration und körperlicher Leistungsfähigkeit optimalen Bereich. In der Juniausgabe der Zeitschrift Ernährungsumschau bestätigten die Wissenschaftler des FKE, dass der Verzehr eines glukosereichen Frühstücks die Gedächtnisleistung, die Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit lediglich kurzfristig verbessert. Daraus lässt sich ableiten, dass ein Vollkornbrot mit etwas Butter und Käse günstiger auf die langfristige Fitness eines Kindes wirkt als Weißbrot mit Honig.
Allergisch auf Brot
Milch, Ei und Weizen gehören zu den häufigsten Allergieauslösern im Kindesalter. Gehen Sie auf die Fragen von Müttern zu den Inhaltsstoffen ein und beraten Sie sorgfältig. Empfehlen Sie nur Produkte, die sicher frei von den jeweiligen Auslösern sind. Manche Weizenallergiker vertragen Dinkel. Fragen Sie die Kunden danach. Liegt eine Zöliakie vor, eine Unverträglichkeit auf das Klebereiweiß Gluten, sind alle herkömmlichen Brote und Backwaren tabu – auch Dinkel. Suchen Sie keine Kompromisse, denn selbst wenn Sie ein Brot aus glutenfreien Zutaten fänden, wäre es über die anderen Waren kontaminiert und nicht mehr glutenfrei.
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