Laden-Konzepte

Bistro-Konzept brachte den Erfolg

Im ländlichen Raum setzt die Danner & Keller GbR mit ihrem Bäckerei-Bistro-Café auf moderne Verkaufsideen


Dunningen (kff.) Schlicht „’s Backkörble“ haben Jürgen Danner und Dietmar Keller ihren Bäckereibetrieb sowie ihre neu erbaute Bäckerei-Filiale im Ortsteil Seedorf der 6000-Einwohner-Gemeinde Dunningen im Landkreis Rottweil genannt. Ein Name, der für lokalen Bezug und Bodenständigkeit steht und damit auch Programm ist. Dietmar Keller ist gebürtiger Seedorfer, sein Partner Jürgen Danner kommt auch aus der Region. Die Filiale firmiert unter der Bezeichnung „Bäckerei–Konditorei–Bistro-Café“ und setzt damit ein modernes, zukunftsträchtiges Konzept für handwerkliche Bäckerei-Betriebe um.

Grundversorgung sichergestellt

Der an der Ortsdurchfahrt von Seedorf erstellte Pavillon-Neubau mit 160m² Grundfläche ist in ein großräumiges Ladengeschäft und ein Bistro-Café mit 35 Plätzen unterteilt. Die offene Holzständerbauweise des Gebäudes ist in hellem Fichtenholz gehalten. Fast vollständig wird der Komplex von breiten Fensterbändern umzogen. So dringt viel Licht in das eingeschossige Gebäude. Die Gäste im Café dürfen sich wie in einem Wintergarten fühlen, in dem sie wettergeschützt zu dieser Jahreszeit die hin und wieder herein scheinende Sonne genießen dürfen. Das im Oktober nach viermonatiger Bauzeit eröffnete „Backkörble“ liegt an der viel befahrenen Straßenverbindung von Freudenstadt im Schwarzwald nach Rottweil.

Geplant hatten die Bäckermeister Jürgen Danner und Dietmar Keller erst einmal ganz anders. „Seit 2002 betreiben wir zusammen in Fluorn-Winzeln, einem Ortsteil von Dunningen eine Bäckerei“, erzählt Danner. „Als in meinem Heimatort Seedorf vor einem Jahr die Supermarktfiliale geschlossen wurde und damit die Grundversorgung für die Bevölkerung im Ort wegfiel, kam uns der Gedanke, hier eine Filiale einzurichten“, ergänzt Keller.

Grundstück an der Hauptstraße

Anfänglich wollten die beiden in der Ortsmitte ein altes Gebäude kaufen, um dort ihre Verkaufsgeschäft zu eröffnen. Da das Haus unter Denkmalschutz stand, wäre der Umbau schwierig und kostspielig geworden. Die beiden Bäckermeister knüpften Kontakt zu dem Innenarchitekten und Ladenbauer Hans G. Besch aus St. Georgen im Schwarzwald. Er konnte sie schnell davon überzeugen, dass am Standort Seedorf allein aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nur das moderne Verkaufskonzept für eine Bäckerei-Verkaufsfiliale mit angeschlossenem Café-Bistro umzusetzen sei. Der ins Auge gefasste Altbau im Ortskern sei dafür jedoch kaum geeignet, so die Analyse des Architekten. Binnen weniger Wochen entschieden sich die beiden Bäcker für das von Besch vorgeschlagene Konzept. Es sah einen Pavillonbau vor, der auf einem großflächigen und damit entwicklungsfähigen Grundstück an der Hauptstraße zu erstellen sei. Ein solches Grundstück war für Danner und Keller glücklicherweise problemlos in Seedorf zu bekommen. Es liegt unmittelbar vor einer gerade in Bau befindlichen Einfamilienhaussiedlung, so dass „’s Backkörble“, zukünftig weitere Kunden aus unmittelbarer Nachbarschaft gewinnen wird.

Alle Details abgestimmt

Schnell entschlossen sich die beiden für den Neubau. Das Ladengeschäft wurde großflächig konzipiert, denn für Jürgen Danner und Dietmar Keller war klar, dass sie neben den Backwaren aus der eigenen Herstellung auch ein umfangreiches Handelswarensortiment anbieten mussten, weil sie mit ihrer Filiale auch die Funktion des Lebensmittel-Grundversorgers für Seedorf übernehmen würden. Architekt Hans G. Besch plante den Pavillon mit großem Dachüberstand und mit zwei Terrassen, so dass die Café-Gäste bei schönem Wetter auch im Freien sitzen können.

Im Café-Bereich blieb der Dachstuhl offen, somit wird eine Raumhöhe von bis zu fünf Metern erreicht, was die Großzügigkeit des Raumes betont. „Wir haben hier ein Konzept verwirklicht, in dem das Einkaufserlebnis der Kunden und die Annehmlichkeit des Aufenthalts für die Bistro-Gäste im Vordergrund steht“, erläutert Hans G. Besch. Von den Bodenfliesen bis zum Dachstuhl hat der Architekt alle Details für das „Backkörble“ geplant und aufeinander abgestimmt.

Die harmonische Einrichtung unterstreicht das mediterrane Flair des Bistros. Rosafarbene Terrakottafliesen, leichte Rattanstühle und in zwei Ecken des Café, wo größere Tische platziert wurden, stehen zwei halbrunde Bänke als Blickfang. Sie sind jeweils mit rotem und blauem Leder bezogen, und nehmen damit die Hausfarben des „Backkörbles“ wieder auf.

Laden und Café gehen barrierefrei und fast fließend ineinander über. Wer den Laden betritt, hat einen freien Blick in den Bistrobereich. Gäste, die dort sitzen, können beobachten, welche Kunden den Laden betreten. Das baut Schwellenangst ab und fördert die Kommunikation.

Dietmar Keller und Jürgen Danner bieten ab 6.30 Uhr ein großes Frühstücksbuffet in ihrem Bistro. Auf der Karte sind verschiedene Kaffee- und Teespezialitäten verzeichnet. Kalte und warme Snacks werden den ganzen Tag über angeboten: Seelen, Pizzazungen, Schnitzel, Fleischkäs’ und Frikadellen sowie Suppen. Zur Mittagszeit können die Gäste unter jeweils zwei wechselnden, preiswerten Gerichten guter Hausmannskost wählen. Sie werden in einer gut eingerichteten Küche zubereitet, die sich hinter der Ladentheke befindet.

Terrasse mit Kinderspielplatz

Im Bereich des Ladengeschäfts mit seiner im warmen Holzton gehaltenen, weit geschwungenen Verkaufstheke sind vier Stehtische aufgestellt, an denen Gäste einen schnellen Imbiss einnehmen können. Die Theke ist in einen Brot- und Gebäckbereich, einen Kuchensektor, die Salatbar sowie eine warme Theke unterteilt. Die ausschließlich in der Backstube im Hauptgeschäft von Danner und Keller produzierten Teiglinge werden in einem Ofen gebacken, der seinen Platz für die Kunden sichtbar, im Thekenbereich hat.

„’s Backkörble“ hat von Anfang an sehr gut eingeschlagen. Der Gästeparkplatz, mit zwei ausgewiesenen Behindertenparkplätzen ist immer gut besetzt. Im nächsten Frühjahr werden die Außenanlagen rund um die beiden Terrassen komplettiert und auch ein kleiner Kinderspielplatz angelegt. „Wir rechnen mit starker Kundenfrequenz, wenn unsere Terrasse geöffnet ist, denn ein Freiluftcafé gibt es in Seedorf nicht“, ist sich Jürgen Danner sicher.

Der schnelle Erfolg des „Backkörbles“ hat die beiden Inhaber überrascht. „Wir hatten mit einer längeren Anlaufzeit gerechnet“, gesteht Jürgen Danner, „und sind jetzt froh, dass das Konzept aufgegangen und das Bistro so hervorragend angenommen wird.


Artikel vom 13.12.2007
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