Aus- & Weiterbildung
Berlins beste Ausbilder ausgezeichnet
Bäckerei Wiedemann ist Berlins „Bester Ausbildungsbetrieb“ 2005

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (m.) und IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer (2. Reihe l.) gratulierten den Preisträgern. Für die Bäckerei Wiedemann nahmen die Eltern des Firmenchefs, Hans (l.) und Helga Wiedemann (3.v.l.), sowie Ausbi
Den 2. Platz belegte die Unternehmensgruppe Gegenbauer.
Dritter wurde die Berliner Volksbank. Während der Auszeichnungsveranstaltung dankte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ausdrücklich den Preisträgern für deren Engagement, das in heutiger Zeit nicht selbstverständlich sei. „Besonders freut mich, dass alle drei prämierten Unternehmen auch benachteiligte Jugendliche in ihre Ausbildung integrieren“, betonte der Politiker.
Handwerkskammerpräsident Stephan Schwarz freute sich besonders über den Sieg eines Handwerksbetriebes und ermunterte alle Firmen dazu, bei der Ausbildung nicht nachzulassen, um dem absehbaren künftigem Fachkräftemangel vorzubeugen. Auch IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer unterstrich die Wichtigkeit einer soliden Berufsausbildung als Grundstein für gute Lebenschancen. Denn wer keine Arbeit habe, sei trotz sozialer Sicherungen auf vielen Feldern benachteiligt. Schweitzer verwies zudem auf das Ziel der Berliner Wirtschaft, bis Jahresende jedem ausbildungswilligen und –fähigen Jugendlichen ein Angebot zu machen. Dafür sei mit großem Erfolg die Nachvermittlungsaktion von IHK und Handwerkskammer für ca. 2700 Jugendliche durchgeführt worden. Anerkennend äußerte sich auch der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Betriebe, Harald Wolf: „Wer seinen Fachkräftenachwuchs ausbildet, sorgt nicht nur für die eigene Zukunft vor, sondern leistet eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe“, erklärte er. Die Aktion verschaffe den Berliner Ausbildungsbetrieben die öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung, die sie für ihr Engagement verdienen.
Die Bäckerei Wiedemann GmbH wird in vierter Generation als traditioneller Familienbetrieb geführt. Derzeit beschäftigt das Unternehmen in seinen 28 Berliner Filialen rund 150 Mitarbeiter und bildet 78 Azubis in den Bereichen Verkauf, Bäcker, Konditor und Bürokauffrau aus. Seit 1993 wurden insgesamt 546 Lehrlinge beruflich fit gemacht. Für die diesjährige Nachvermittlungsaktion der Kammern stellte die Firma sechs zusätzliche Ausbildungplätze zur Verfügung. Bei ihrer Entscheidung hob die Jury auch hervor, dass hier Jugendliche mit schwachem Schulabschluss ebenfalls eine Chance bekommen. Ein großer Teil kann nach Lehrabschluss im Betrieb bleiben. Es gibt sogar eine „Mütterschicht“ für junge Frauen, die vor der Schwangerschaft bei Wiedemann gelernt haben. Weil Firmenchef Klaus Wiedemann auf industrielle Backstraßen und unnötige Zusätze verzichtet, ist der Personalbedarf stets hoch.
Die Qualitätsprodukte sind bereits mehrfach ausgezeichnet worden, u.a. mit dem neuen Zertifikat der Berliner Bäckerinnung „Goldene Brezel“. Insbesondere das Kraftprotz-Brot, die Vollkornsonne, die Schweineohren und die Brötchen wurden mit „Sehr gut“ bewertet. 2004 erhielt der Betrieb zudem den Mittelstandsoscar, nachdem dem Unternehmen bereits 1999 der Marktkieker zuerkannt worden war.
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