Aus- & Weiterbildung

Bakterien gegen Karies

Probiotische Milchsäurebakterien fördern Zahnhygiene


Ludwigshafen (kke). Bäckerkaries, in der Branche bekannte und früher häufiger auftretende Berufskrankheit durch rasch fortschreitende, sich flächenhaft ausbreitende Karies bei Bäckern und Konditoren, die auf den Kontakt mit Mehl- und Zuckerstaub zurückzuführen ist, könnte vielleicht bald ganz der Vergangenheit angehören. Wie die BASF Future Business GmbH meldet, habe man gemeinsam mit der Berliner OrganoBalance GmbH probiotische Milchäurebakterien gefunden, die sich bestens für die Mundhygiene eignet. Die beiden Unternehmen entwickeln seit 2002 innovative Produkte für Körperpflege und Mundhygiene, die auf Milchsäurebakterien basieren.

Der Erreger von Karies, das Bakterium Streptococcus mutans, setzt sich hartnäckig an der Oberfläche von Zähnen fest. Dort produziert der Keim aus Zucker aggressive Säuren, die zur Auflösung des Zahnschmelzes führen. Um das Kariesrisiko deutlich zu mindern, sei es wichtig, die Konzentration der schädlichen Bakterien in der Mundhöhle signifikant zu reduzieren. „Mit dem Lactobacillus anti-caries haben wir einen Gegenspieler gefunden, der effektiv an die Karies-Keime bindet und so deren Anheftung an die Zahnoberfläche verhindert“, betont Dr. Andreas Reindl, Projektleiter bei der BASF Future Business. Die antagonistischen Kulturen verklumpen die Karieserreger zu größeren Aggregaten, die keinen Schaden mehr anrichten können und aus der Mundhöhle ausgespült werden. „Der Wirkungsnachweis ist erbracht, mit ersten Mundhygieneprodukten, die die probiotischen Lactobacillen enthalten, rechnen wir im Jahr 2007“, erläutert Reindl.

Das künftige jährliche Wachstum wird auf etwa drei Prozent geschätzt. Eingesetzt werden können probiotische Milchsäurebakterien entweder lebend verkapselt, lebend gefriergetrocknet oder abgetötet gefriergetrocknet – je nach gewünschter Wirkung.


Artikel vom 14.09.2006
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