Aus- & Weiterbildung

Backofendampf kann Probleme bereiten

Asthmatiker müssen sich vor austretenden Dämpfen schützen / Absaugung einrichten


Mannheim (bgn). Das Problem ist bekannt: Hitze und Dampf nehmen dem Bäcker den Atem, wenn er die Backofentür öffnet. Das treibt ihm nicht nur den Schweiß auf die Haut; der heiße Dampf enthält auch Substanzen, die die Atemwege reizen und gesundheitsschädlich wirken können. Sind die schädlichen Substanzen erst einmal in die Atemluft der Backstube gelangt, dann machen sie insbesondere Asthmatikern Probleme.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Backofendünste aus der Backstube herauszuhalten. Am effektivsten sind automatische Absaugeinrichtungen im Backofeninnern, die nach Ende der Backzeit – also vor dem Öffnen der Backofentür – den Backraum absaugen. Neuere Öfen sind in der Regel damit ausgestattet.

Auch Absaughauben außen über der Ofentür bzw. den Ofenklappen erfassen einen großen Teil der austretenden Dämpfe und Wrasen. Leider gibt es immer wieder Beispiele, wo die Absaughaube dem plötzlichen Schwall an Dämpfen nicht gewachsen ist. Dann gelangen trotz Absaugung zu viele Schadstoffe in die Backstubenluft.

Diesen Fall hatte auch ein Bäcker aus Marktoberdorf. Er stand wegen einer Atemwegserkrankung kurz vor der Aufgabe des Familienbetriebs. Als sich herausstellte, dass auch die Backofendämpfe seine Erkrankung mit verursachen, suchte er nach einem Weg, wie die ausströmenden Dämpfe vollständig erfasst und der Lüftung zugeführt werden konnten. Die Lösung war eine Gittertür hinter der Stikkenofentür.

Diese zusätzliche Tür besteht aus einem leichten Stahlrahmen, der mit einem feinmaschigen, rostfreien Drahtgewebe bespannt ist. Der Bäcker öffnet die eigentliche Stikkenofentür nur zur Hälfte. Er selbst steht dabei hinter der Tür. Die austretenden Dämpfe werden jetzt an der geschlossenen Gittertür entlang zur Absaugung geleitet. Ebenfalls austretende Stäube werden teilweise direkt am Gitter abgeschieden. Nach einer halben Minute kann auch die Gittertür geöffnet werden. Aus Sicht der BGN ist diese Gittertür ein wertvoller und wirtschaftlich vertretbarer Beitrag, um berufsbedingten Atemwegserkrankungen vorzubeugen. In Versuchen wurde festgestellt, dass die Gittertür die größte Wirkung bei alten Stikkenöfen ohne automatische Absaugung im Innern erzielt.

Welche Maßnahmen sinnvoll und machbar sind, um die Atemluft in der Backstube von Backofendämpfen möglichst frei zu halten, hängt nicht zuletzt von den speziellen Gegebenheiten vor Ort ab. Deshalb sollte man sich bei der Planung und Ausführung solcher Maßnahmen von einem Fachmann, beispielsweise von der BGN, beraten lassen.


Artikel vom 14.12.2006
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Praxis vom 14.12.2006:

Markenprodukt kreiert und präsentiert
Kultursponsoring kultiviert
Die Feste feiern, wie sie kommen
Warengerechte Beleuchtung
Trennen beim Transport
Bürokratie wird erledigt
Viel Platz auf kleiner Fläche
Keimzahl deutlich geringer
Individuell kombiniert
Die Kasse hat alles im Blick

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Praxis


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!