Aus- & Weiterbildung
Ausgezeichnete Bestleistungen
Bundespräsident Horst Köhler würdigt Leistungen der Bundessieger der Praktischen Leistungswettbewerbe

Dominik Padeffke, Bundessieger der Bäcker, wurde persönlich von Bundespräsident Horst Köhler und ZDH-Präsident Otto Kentzler für seine sehr guten Leistungen geehrt. Fotos: Götz
ZDH-Präsident Otto Kentzler, begrüßte die Festgäste. Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg, Ernst Pfister, gratulierte den Bundessiegern und überbrachte die Glückwünsche der Landesregierung. „Als Bundessieger haben Sie Außergewöhnliches geleistet und setzen Orientierungsmaßstäbe für unsere gesamte Gesellschaft“, unterstrich Ernst Pfister. Besonders stolz zeigte er sich, dass 46 der insgesamt 275 ersten, zweiten und dritten Bundessieger aus Baden-Württemberg kommen.
Über 37 Prozent der Sieger sind weiblich, was eine überdurchschnittliche Erfolgsquote für Frauen im Handwerk darstellt (derzeit 23 Prozent der Auszubildenden sind Frauen). Sechs der 177 ersten Bundessieger stammen aus Baden-Württemberg. „Vielen Dank dafür, dass Sie unser Bundesland so toll vertreten“ rief der Minister ihnen zu und wies darauf hin, dass Baden-Württembergs Handwerksjugend damit, gemessen am Bevölkerungsanteil des Landes, weit überdurchschnittlich viele Sieger stellt.
Ernst Pfister nützte die Gelegenheit, um die aktuelle Situation des Mittelstandes zu skizzieren. Er sei überzeugt, und wolle sich dafür einsetzen, dass in Deutschland Leistung auch finanziell wieder stärker belohnt werde.
Handwerkspräsident Rainer Reichhold forderte mehr Impulse in der Bildungspolitik. Diese beginne bereits im frühkindlichen Bereich, bei Kindergärten, Kindertagesstätten und gehe weiter über Sprachförderung und individuelle Förderung an Schulen, um die Potenziale jeden einzelnen Schülers bestmöglich zu entwickeln. „Alle Glieder der Bildungskette müssen mit angemessenen Finanzmitteln ausgestattet werden. Darum brauchen wir den Mut und die politische Kraft, anderes zu Gunsten der Bildung zurück zustellen“, forderte Rainer Reichhold. Nur mit qualifizierten Schulabgängern seien die immer komplexer werdenden Aufgaben im Handwerk zu erfüllen. Von 12.000 Ausbildungsstellen in Baden-Württembergs Handwerksbetrieben seien derzeit 300 unbesetzt, „weil es keine ausbildungswilligen und -fähigen Bewerber gibt“, so der Handwerkspräsident.
Mehr Bewusstsein für Qualität
Bundespräsident Horst Köhler zeigte auf, dass man auf Schritt und Tritt Handwerksleistungen genieße. „Für gute Handwerker hört sozusagen der Praktische Leistungswettbewerb niemals auf“. Er wünsche sich, so Bundespräsident Köhler, solches Qualitätsbewusstsein auch bei mehr Verbrauchern. „Leider schauen viele ganz ohne Not nur auf den Preis, statt auch auf das Preis-Leistungs-Verhältnis“. Sie verzichten auf fachkundige Beratung, wählen eine Lösung von der Stange und nehmen Materialien und Ausführungen in Kauf, die weniger gediegen, weniger gehaltvoll, weniger belastbar sind. Erst später stelle sich dann oft heraus, wie wenig Freude die Schnäppchenlösung macht und dass sie manchmal am Ende sogar teurer kommt, als gleich auf handwerkliche Qualität zu vertrauen, führte Horst Köhler aus. Die Festgäste quittierten diese Hommage an das Handwerk mit begeistertem Applaus. Für Handwerksqualität biete das duale System noch immer die beste Voraussetzungen. Viele Gesellinnen und Gesellen führe ihr Weg weiter zur Meisterprüfung, vielleicht zu einem Studium, bis hin zur unternehmerischen Selbstständigkeit. Der Weg werde anstrengend, aber „es liegt Glück darin“.
Er werde sich weiter bemühen, dass sich Leistung lohnen muss, „denn erst das macht das Glück des Tüchtigen vollkommen“ versprach der Bundespräsident. Die anschließende Verleihung der Ehrenurkunden nahm Horst Köhler, zusammen mit ZDH-Präsident Otto Kentzler und Kammerpräsident Rainer Reichhold, vor. Sie gratulierten Dominik Padeffke, Bundessieger der Bäcker, und Nadine Münster, Bundessiegerin der Bäckerei-Fachverkäuferinnen, persönlich und überreichten ihnen ihre Ehrenurkunde.
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