Reportage

Ausgezeichnete Ausbildung

Bäckerei Schöllkopf setzt erfolgreich auf gute Ausbildung / Engagement mit der „Bildungspyramide“ der HwK Region Stuttgart gewürdigt


Von Reinald Wolf

Bei der Bäckerei Schöllkopf in Waiblingen wird Ausbildung schon traditionell groß geschrieben. Die Ausbildungsquote liegt seit Jahren um die 25 Prozent. Auch dieses Jahr starteten wieder 10 junge Leute ihre Karriere mit einer Lehre in der Bäckerei Schöllkopf. Und immer wieder bringt das Unternehmen erfolgreich Teilnehmer am Leistungswettbewerb hervor. So auch dieses Jahr, wo Fachverkäuferin Franziska Glück als Kammerbeste beim Landeswettbewerb einen beachtlichen 3. Platz belegte. Das wiederum war Anlass für die Handwerkskammer Region Stuttgart, das seit Jahrzehnten währende Ausbildungsengagement des Familienunternehmens mit der „Bildungspyramide“ zu würdigen (siehe Infokasten unten und Interview auf Seite 2).

„Für uns ist es Bestätigung unserer Nachwuchsarbeit, aber auch Motivation, in Sachen Ausbildung weiter am Ball zu bleiben“, kommentiert Andreas Schöllkopf , die Auszeichnung, als einer der Geschäftsführer der Bäckerei unter anderem zuständig für Ausbildung. Wobei er mit seinen drei Geschwistern auf einer Linie liegt. Denn auch Elisabeth Frye (geb. Schöllkopf) Hermann und Michael Schöllkopf sowie Schwägerin Christina Schöllkopf tragen dazu bei, dass die Bäckerei ein klassischer Familienbetrieb ist. „Wir leben die Kultur des Familienbetriebs“, macht Produktionschef Hermann Schöllkopf deutlich, dass die identitätsstiftende Atmosphäre zum Erfolgskonzept des Unternehmens gehört. Zahlreiche langjährige Mitarbeiter und eine Übernahmequote nach der Ausbildung von fast 90 Prozent sind beredte Belege dafür, dass das Betriebsklima stimmt.

Dass die Ausbildung eine absolut sinnvolle Investition in die Zukunft ist, auch darin ist man sich einig. „Eine gute Ausbildung ist der Schlüssel zum Erfolg“, bringt Andreas Schöllkopf die Unternehmensstrategie auf einen Nenner.

Um ausbildungsfähigen und -willigen Jugendlichen das Bäckerhandwerk schmackhaft zu machen, ist die Bäckerei Schöllkopf in vielen Richtungen aktiv. Angefangen von Backstubenführungen für Kindergärten und Schulklassen inklusive Kinderbacken, bis zu den Schulpraktika, die man offensiv anbietet.

Als Sozialpartner präsent

Ein wichtiger Aspekt der Nachwuchswerbung ist das Sozial- und Sportsponsoring in der Stadt Waiblingen. Unter anderem gibt man jungen Künstlern in einer Filiale in der Stadt die Möglichkeit, ihre Bilder in Ausstellungen zu präsentieren. So ist der Betrieb nicht nur kulinarisch im lokalen Gesellschaftsleben präsent. Dadurch, dass soziale Verantwortung übernommen wird, ist man positiv im Gespräch – auch als Sozialpartner in Sachen Ausbildung und Perspektiven für junge Menschen.

Das hat sich bewährt, denn viele Ausbildungsaspiranten bewerben sich über Mundpropaganda oder Schülerpraktika bei den Schöllkopfs um eine Ausbildungsstelle. Wichtig ist, den Kontakt zu den Schulen zu pflegen. So sind bei der Aktion Job-Cafe, bei der unter anderem Verkaufsleiterin Christina Pahle in Rollenspielen das Bewerbungsgespräch mit Schülern trainierte, anschließend auch echte Bewerbungen bei der Bäckerei Schöllkopf hervorgegangen.

Aber nicht jede Bewerberin oder jeder Bewerber wird berücksichtigt. „Wir nutzen die Gelegenheit, selektieren zu können, um eine hohe Qualität der Ausbildung gewährleisten zu können“, so Hermann Schöllkopf.

Letzter und wesentlicher Schritt des Selektionsverfahren ist das einwöchige Betriebspraktikum vor Ausbildungsantritt. Hier kann im Betriebsalltag getestet werden, ob man zueinander passt und ob die richtige Berufswahl getroffen wurde. Sind die jungen Leute dann als Azubis aktiv, werden sie nach Kräften gefördert, aber auch gefordert. Eigenverantwortliches Handeln ist eines der Ausbildungsziele. Das wird z. B. in den internen Schulungen zu verschiedenen Themen betont, an denen auch Azubis teilnehmen.

Ganzheitliche Ausbildung

Zum ganzheitlichen Ausbildungskonzept gehört, dass die Verkaufslehrlinge in allen Filialen zum Einsatz kommen, um mit den unterschiedlichen Anforderungen umzugehen lernen. Und selbstverständlich werden die Auszubildenden bei der Prüfungsvorbereitung und auch beim Training für den Leistungswettbewerb unterstützt. So auch im Fall von Franziska Glück. Was zeigt, dass die Bäckerei Schöllkopf in Sachen Ausbildung auf dem richtigen Weg ist. „Jeder hat eben die Mitarbeiter, die er verdient“, verdeutlicht Hermann Schöllkopf, dass Nachwuchsarbeit und Mitarbeiterführung keine Selbstläufer sind.


Artikel vom 11.11.2009
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