Unternehmensfuehrung

Auf den demografischen Wandel reagieren

Warenangebot und Betriebsstruktur rechtzeitig auf die „neuen Zielgruppen“ ausrichten


Von Werner Bayer

Auf die deutsche Gesellschaft kommen gravierende Veränderungen zu: Die Menschen werden immer älter – und die Alten werden immer jünger. Die Medien haben diese demografische Entwicklung mit kreativen Begriffsschöpfungen wie „Aktivsenioren“, Generation 50plus, best ager, „selpies“ (second life people) und vielen mehr zum aktuellen „In-Thema“ erkoren.

Dieser demografische Wandel wird sich in allen Lebensbereichen auswirken, vor allem auch im Wirtschafts- und Geschäftsleben. Ältere Konsumenten werden das Wohl und Wehe der Unternehmen bestimmen, denn sie stellen künftig den Großteil der Kunden dar. Sie sind mobil, unternehmenslustig, konsumfreudig und sie verfügen über ein weit höheres Haushaltseinkommen als die junge Generation.

Leistungsangebot ausrichten

Jeder Firmenchef muss sich auf die neue Zielgruppe einstellen und rechtzeitig überlegen, was der demografische Wandel für den eigenen Betrieb bedeutet und wie er sein Angebot frühzeitig auf diesen Wandel vorbereiten kann. Zunächst gilt es, die Frage zu beantworten, wer die künftigen Zielgruppen sind, wie sie sich von den heutigen unterscheiden und welche besonderen Wünsche, Bedürfnisse und Ansprüche diese Zielgruppen haben. Dann kann man betrachten, mit welchen Geschäftsmodellen und -strategien diese erfüllt werden können, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein. Unter Berücksichtigung der neuen Zielgruppe soll das Warenangebot gestaltet und geeignete Marketing- und Kommunikationsstrategien ausgewählt werden.

Interne Strukturen ausrichten

Klare Vorstellungen über die künftige Ausrichtung des Betriebes sind notwendig, ebenso über die hierzu nötige Organisationsstruktur, über die Personalsituation und über die Gestaltung der Arbeitsplätze. Es muss überlegt werden, ob es sinnvoll ist, interne Strukturen zu verändern, beispielsweise durch eine Verstärkung der Serviceaktivitäten, eine Umgestaltung der Geschäftseinrichtung, eine Änderung der Öffnungszeiten oder Ähnliches. Auch Fragen bezüglich der Altersstruktur im eigenen Team werden relevant: Passt die Altersmischung des Teams bzw. herrscht ein ausgewogener Mix aus Dynamik und Reife, aus Modernität und Erfahrung?

Passt die Altersstruktur des Teams zur Altersstruktur des Kunden? Können die Verkäuferinnen und Verkäufer die speziellen Wünsche und Bedürfnisse der älteren Kunden verstehen und nachvollziehen? Auf die neuen Herausforderungen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch geeignete Weiterbildungsmaßnahmen vorbereitet werden.

Auch müssen Betriebe einen Weg finden, um sicherzustellen, dass auch dann noch genügend Auszubildende und junge Mitarbeiter gefunden werden können, wenn in den nächsten Jahren der Anteil junger Menschen in der Bevölkerung abnimmt.

Systematisch angehen

Das Thema „Der demografische Wandel und seine Auswirkungen auf unser Geschäft“ muss also sehr systematisch angegangen werden, um für die „jungen Alten“ ein attraktiver Partner zu sein. Die Kundenbedürfnisse im Blick, müssen Strategie, Produkte, Marketing, Kommunikation und Service des eigenen Betriebes auf die neuen Herausforderungen abgestimmt werden.

Im Hinblick auf die Mitarbeiter sollen die internen Strukturen auf die neuen Anforderungen ausgerichtet werden. Ein langfristiges Personalentwicklungsprogramm kann sicherstellen, dass sich auch die „jungen Alten“ wohl und bestens verstanden fühlen. Auch sollte man sich rechtzeitig darum kümmern, geeignete (ältere) Mitarbeiter einzustellen oder zu qualifizieren.


Artikel vom 10.06.2008
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