Unternehmensführung
Auf Entwicklungen rechtzeitig reagieren
BKV-Fachtagung zur Zukunft der Backbranche / Unternehmensstrategie der 4 A-s

Die Einladung der BKV-Nord zur Fachtagung war auf große Resonanz gestoßen. Vorne v.l.: LIM Holger Rathjen und BKV-Vorsitzender Heinrich Kolls. Foto: Hoenig
Wie sieht die Backbranche heute aus? – Am Beginn des Referates stand eine Situationsbeschreibung. Einige Erkenntnisse stießen bei den Teilnehmern auf besonderes Interesse und gaben Stoff ab für lebhafte Diskussionen, zum Beispiel das Ergebnis eines Trendbarometers der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK): Die Preisorientierung bei den Verbrauchern hat demnach im Jahr 2005 erstmalig wieder abgenommen, das Qualitätsbewusstsein ist angestiegen. Eindruck hinterließ auch die GfK-Aussage: „45 Prozent der Haushalte haben 2005 nicht ein einziges Mal in einer Bäckerei Brot gekauft.“
Zukunftstrends erkennen und rechtzeitig darauf reagieren, das sei wichtig für Erfolg, stellte Vogt fest. Er sehe acht Trends (Kasten), auf die sich die Backbranche einstellen sollte. Denn wer auf dem Markt bestehen wolle, müsse sich gezielt weiterentwickeln.
Auf der Tagesordnung standen auch Gruppenarbeit und Diskussion. Ein Erfahrungsaustausch, der von vielen Teilnehmern sehr geschätzt wurde, wie die Beteiligungen zeigten. Das Ergebnis einer Gruppenbesprechung zum Thema Kooperationen war: Am besten sei der Austausch im ERFA-Kreis, dann innerhalb der Innung, dann unter den Kollegen – auch im Rahmen einer Veranstaltung wie der aktuellen Tagung.
So konnten die Teilnehmer auch hier eine ganze Reihe Tipps und Anregungen – von den Kollegen und dem Referenten – mit nach Hause nehmen, zum Beispiel:
Preisanpassungen sind notwendig und durchsetzbar bei entsprechenden Mehrwerten. Diese können zum Beispiel eine besondere Service-Leistung oder ein „Kompetenzartikel“ wie ein besonderes Brot sein.
Über Synergien nachdenken: Zum Beispiel sich auf Brot und Brötchen spezialisieren und Feinbackwaren von einem Kollegen dazukaufen.
Um Kunden zu binden, Transparenz bieten: Zeigen, wie gebacken wird, zum Beispiel bei einem Tag der offenen Tür.
„Miteinander, nicht gegeneinander arbeiten“, gilt für die Mitarbeiterführung. Gemeinsam Ziele setzen, zum Beispiel bei einer Jahreszielplanung.
Eine empfehlenswerte Unternehmensstrategie: „Die vier A-s: Angenehm Anders Als Andere.“
Die Aufforderung, einen Fragebogen auszufüllen, um die wirtschaftliche Situation ihres Betriebes darzustellen, erntete bei den Teilnehmern nicht ungeteilte Zustimmung. Die persönliche Auswertung dieses „Fitness-Checks“ sollten sie im Nachgang zur Veranstaltung erhalten. Einige Teilnehmer machten sich konzentriert an die Aufgabe, bei anderen löste der Fragebogen rege Diskussionen aus und einige verweigerten sich. „Die benutzen die Veranstaltung als Türöffner“, war eine Meinung. Und deutlich: „Zu Hauf schon gehört, zu Hauf schon gemacht. Ich muss nach Hause, um an der Qualität meiner Brötchen zu arbeiten.“
Der Referent ist Geschäftsführer der Gehrke Gruppe, Hannover.
Tel. (0511) 9848-3
www.gehrke-gruppe.de
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