Verkauf & Marketing

Alb-Dinkel auf Zelluloid

Film über Dinkel soll Vermarktung beschleunigen


Römerstein (kio). Seit zwölf Jahren setzt Heinrich Beck konsequent eine Idee um, nun sieht sich der Bäckermeister aus Römerstein am Ziel angekommen: Das alte Getreide Dinkel ist auf der Schwäbischen Alb wieder heimisch geworden. Von Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauck gab's dafür jüngst ein persönliches Lob, er würdigte das Römersteiner Modell als beispielhaft.

Die Bilanz spricht für sich: Aus anfänglich fünf Landwirten rund um Römerstein, die sich für einen Dinkelanbau begeistern konnten, sind nun knapp 20 geworden und die Anbaufläche hat sich von 25 auf 250 Hektar vergrößert. Die Mühle der Albgemeinde hat sich auf die Dinkel-Verarbeitung spezialisiert, gemeinsam mit dem Nudelhersteller „Albgold“, den Landwirten und der Mühle hat Heiner Beck vor einigen Monaten die Gesellschaft „Schwäbischer Alb-Dinkel“ gegründet. Unter diesem Dach und einem einheitlichen Logo sollen Lizenzpartner gefunden werden, die Dinkelprodukte verkaufen und das Getreide von der Gesellschaft beziehen. Dies machen inzwischen die Bäckereien Mack (Westhausen), Felsenbeck (Spaichingen) und Hafendörfer (Stuttgart West). BeckaBeck selbst hat seine Dinkel-Produktpalette erheblich erweitert, bietet unter anderem saisonale Backwaren wie Christstollen und stellt Teegebäck aus Dinkel her.

Die Erfolgsgeschichte der „Wiederansiedlung“ des lange Zeit vernachlässigten Getreides auf der Schwäbischen Alb findet mit einem 17-minütigen Film seinen vorläufigen Höhepunkt, mit dem auf Fach- und Tourismusmessen, aber auch in Schulen für Dinkel geworben und auf ihn aufmerksam gemacht werden soll. Den Streifen „Albdinkel säen, Gesundheit ernten“ hat der Tübinger SWR-Redakteur Rolf Maurer im Auftrag von Heinrich Beck erstellt. Anderthalb Jahre hat er den Weg des Dinkels von der Aussaat bis zur Verarbeitung filmisch verfolgt. Für ihn war's eine lehrreiche Zeit. Aber auch Heinrich Beck musste zugeben, dass die Bäcker und selbst die Landwirte in den vergangenen Jahren viel über den Umgang mit Dinkel zu lernen hatten: „Wir Bäcker haben dadurch auch wieder mehr Bezug zum Ablauf der Jahreszeiten bekommen.“

Gerade diese enge Verbindung zwischen Landwirten, Mühle und verarbeitenden Betrieben lobte Landwirtschaftsminister Peter Hauk bei der Vorstellung der Films, als sich die Backstube in Römerstein für einen Abend in ein Premierenkino verwandelte – inklusive Backwaren rund um den Dinkel, Dinkelbier und Dinkelkaffee. Heinrich Beck und seine Mitstreiter hätten eine Marktlücke erfolgreich besetzt und damit auch Arbeitsplätze in der Landwirtschaft gesichert.

Heinrich Beck möchte nun den Radius auch durch die Verbreitung des Films erweitern: „Wir wollen nicht mehr in der Kreisliga spielen, sondern in der Landesliga“, formulierte er selbstbewusst im Namen der Gesellschaft „Schwäbischer Alb-Dinkel.“


Artikel vom 18.11.2005
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