Ernährungs- & Warenkunde
Acrylamidgehalt im Blut
Rauchen trägt erheblich zur Belastung mit Acrylamid bei
Hannover (ke). Acrylamid steckt in hoch erhitzten, kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Pommes Frites, Kartoffelchips und Bratkartoffeln. Die krebserzeugende Substanz ist aber auch im Kaffee und im Tabakrauch enthalten. Eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) kam jetzt zu dem Ergebnis, dass wir Acrylamid nicht nur über die Nahrung aufnehmen, sondern möglicherweise auch körpereigene Abbauprozesse von Proteinen dazu beitragen, dass Acrylamid in unseren Blutkreislauf gelangt. Die rauchenden Studienteilnehmer waren dabei deutlich höher belastet. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin meldet, dass Rauchen erheblich zur Belastung mit Acrylamid beiträgt. Das Institut geschätzt, dass Raucher täglich mit 0,5 bis 2 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm Körpergewicht zusätzlich belastet werden.
In Hannover untersuchte ein Expertenteam seit Herbst 2003 an knapp 400 Probanten, ob unterschiedliche Ernährungsweisen einen messbaren Einfluss auf die Belastung mit Acrylamid haben. Die Teilnehmer waren Vegetarier, Normalesser und Personen, die mehrmals pro Woche höher acrylamidbelastete Nahrungsmittel verzehren.
Acrylamid im Blut fanden die Wissenschaftler bei mehr als 80 Prozent aller Teilnehmer. Einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Acrylamid-Konzentration im Blut und dem Ernährungsverhalten stellten sie jedoch nicht fest. Nur bei solchen Personen, die mehrmals pro Woche Pommes Frites und Kartoffelchips zu sich nehmen, wurden gegenüber den übrigen Studienteilnehmern leicht erhöhte aber nicht signifikante Acrylamid-Belastungen gemessen. Professorin Dr. Renate Wrbitzky, Direktorin der MHH-Abteilung Arbeitsmedizin vermutet daher, dass wir Acrylamid auch aus anderen Quellen als der Nahrung aufnehmen. Raucher etwa sind deutlich stärker gefährdet. Mit durchschnittlich 1,5 Mikrogramm pro Liter Blut lagen die Werte der rauchenden Studienteilnehmer etwa dreimal höher als bei Nichtrauchern (0,4 Mikrogramm pro Liter Blut).
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