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Verkauf & Marketing
Wie man Kunden und Mitarbeiter begeistern kann: Trainerin Anne Schüller bringt sächsischen Bäckern emotionales Verkaufen nahe
Chemnitz (ad). Auf die Kraft der Emotionen setzt die renommierte Trainerin und Wirtschaftsberaterin Anne Schüller, wenn es darum geht, Unternehmen erfolgreicher zu machen und deren Position am Markt zu stärken. Das verdeutlichte die Wirtschaftsreferentin im Rahmen eines Vortrages vor Mitgliedern des Landesinnungsverbandes Saxonia des Bäckerhandwerks in Chemnitz.
Angesichts des Titels „Emotionales Verkaufen“ zeigte das überwiegend männliche Publikum zunächst ein spürbares Maß an Skepsis, sieht sich das „starke Geschlecht“ doch zumeist mehr rational denn emotional. Gefühle als Verkaufsargument – das ist eher nichts für Männer.
Fast nie, so die Referentin, werden Produkte und Leistungen allein nach der angestrebten Problemlösung ausgewählt. Sie müssen auch „gute Gefühle“ vermitteln. Positive Emotionen spielten unter anderem in der Autoindustrie eine wichtige Rolle. Als gelungene Beispiele für die Nutzung dieser Erkenntnis nannte Anne Schüller die Positionierung von Marken wie BMW und Porsche. „Ein Slogan wie 'Freude am Fahren' setzt ausschließlich auf Gefühle – was kann es besseres geben, als dem Käufer eines Produktes Freude zu versprechen.“
Als wesentlich arbeitete sie heraus, dass die Technik des emotionalen Verkaufens auch für Handwerksbetriebe von Bedeutung ist. „Bleiben die Emotionen außen vor, tätigt der Kunde einen reinen Zielkauf und lässt sich dabei vor allem vom Preis leiten. Dann stehen Sie plötzlich im Wettbewerb mit Discountern und Aufbackstationen.“ Seien hingegen positive Emotionen im Spiel, kann man von einem Lustkauf sprechen – der Preis ist dann nicht mehr das alleinige Kaufkriterium.
Um diesen aus Unternehmenssicht sehr vorteilhaften Zustand nicht nur beim Vertrieb von Sportwagen und Luxuslimousinen, sondern auch beim Verkauf von Brot und Brötchen nutzen zu können, muss natürlich zuerst die Produktqualität stimmen. Schlechte Backwaren lassen sich auch über gute Gefühle nur schwer verkaufen. „Aber Sie sind ja erfahrene Bäcker, die Qualität Ihrer Backwaren ist hervorragend, nun muss die Bäckerei für die Kunden zum Wohlfühlort werden“, machte Anne Schüller den weiteren Kurs deutlich. Zudem müssen auch die – natürlich hochwertigen – Produkte selbst positive Emotionen wecken.
Zugleich sei es wichtig, die Kunden zum Mitmachen zu gewinnen, da auf diese Weise zusätzliches Vertrauen geschaffen wird. Das kann beim Tag der offenen Backstube ebenso geschehen wie mit einem Testangebot („Probieren Sie unsere neue Spezialbrotrezeptur einfach mal aus. Aber sagen Sie mir bitte, wie es Ihnen geschmeckt hat.“)
Als wesentlich wertete Anne Schüler außerdem das gezielte Eingehen auf die unterschiedlich gearteten Bedürfnisse der verschiedenen Kundentypen. Als Beispiele nannte sie den Trendsetter, der stets das neueste Handy und die angesagteste HiFi-Anlage sein Eigen nennen und sich als nicht zu Masse gehörend definieren will. Grundfalsch wäre es, ihm ein Mischbrot mit der Begründung „Unser beliebtestes Brot, seit Jahren bewährt, Ihre Nachbarn kaufen das auch immer“ anzubieten. „Einen solchen Kunden kann man mit brandaktuellen Produkten begeistern, die ihm die Überzeugung vermitteln, bei einem Trend ganz vorn dabei zu sein“, machte Anne Schüller deutlich. Im Gegensatz dazu wäre das „beliebteste, seit Jahren bewährte“ Brot für einen konservativen Kunden das Produkt der Wahl. „Ihn würden Sie mit dem Hinweis auf einen 'hippen Trend' völlig verunsichern.“
Generell genüge es für einen Bäcker nicht, nur zufriedene Kunden haben zu wollen. „Zufrieden – dafür gibt es in der Schule lediglich die Note 3. Ihr Anspruch muss es sein, die Kunden zu begeistern. Denn begeisterte Kunden sind Multiplikatoren, sie bringen Ihnen auch neue Kunden und sind damit Gold wert“, betonte Anne Schüller.
Damit das auch gelingt, müssen auch die Mitarbeiter in der Backstube und vor allem im Geschäft mitziehen und die Unternehmensphilosophie den Kunden gegenüber auch offensiv vertreten, ja geradezu leben. „Das setzt ein hohes Maß an Mitarbeiterloyalität voraus“, machte die Trainerin Anne Schüller mehr als deutlich.
Diese Loyalität sei kein Geschenk, sondern nur durch gezielte Arbeit des Unternehmers mit seinen Mitarbeitern zu erreichen.
„Was sie als Chef vorleben, beeinflusst ihre Mitarbeiter und schwappt damit auch auf die Kunden über“, betonte Anne Schüller. „Lassen Sie Ihre schlechte Laune in der Backstube oder im Geschäft heraus, leidet das Betriebsklima. Unzufriedene Mitarbeiter können Kunden nicht begeistern und lassen es nur zu leicht an Loyalität gegenüber ihrem Unternehmen mangeln.“
www.anneschueller.de
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