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„Bäckerei mit Herz“ wurde Unternehmensziel

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Regelmäßige Mitarbeiterbesprechungen gehören mit dazu.

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Betriebsreportage

Bei der Bäckerei Richard Nußbaumer sind handwerkliche Herstellung und großes soziales Engagement Teil der Unternehmensphilosophie

Waldbronn (mjo). Im liebenswerten Waldbronn, wo die Höhenzüge des Schwarzwaldes beginnen, am Tor der Schwarzwald-Bäderstraße liegt die Heimat der Bäckerei und Konditorei Richard Nußbaumer. Hier in der idyllischen Gemeinde ist der 52-jährige Nußbaumer geboren. Als Sohn eines Bäckers. Auch sein Bruder ist Bäcker. Und auch zwei seiner drei Söhne haben es im Blut: Die Freude am Duft frischer Backwaren.

Richard Nußbaumer erklärt es so: „Gestalten ist etwas ganz Wunderbares.“ Er sei praktisch veranlagt und habe schon als kleines Kind ganz begeistert in der Backstube mitgeholfen. „Am allerliebsten habe ich heißes Brot aus dem Backofen geholt“, erinnert er sich. Irgendwann habe es ihn dann emotional gepackt. „Liebe zum Beruf“, lacht er. Und man glaubt es ihm aufs Wort.

Nach der Schule hat der junge Mann allerdings erst mal Konditor gelernt. Die Meisterprüfung legte er in beiden Sparten ab. Sich selbständig zu machen, das war sein Traum. Sein Vater, selbst erst Mitte 40, hatte die Idee: „Kauf mir die Filiale im Nachbarort Busenbach ab.“ Gesagt, getan. Was sich hier so einfach liest, war natürlich nicht ganz so leicht. Beratungsstunden bei der Handwerkskammer folgten, Finanzierung, Pläne, es gab eine Menge zu tun. Und den Neubau einer 150 Quadratmeter große Backstube ließ sich der ehrgeizige junge Mann auch nicht ausreden. Das war 1979. Im vergangenen Jahr, 2004, feierte das Unternehmen, das heute 24 Fachgeschäfte zählt, sein 25-jähriges Bestehen.

Schlag auf Schlag vergrößert

Mit drei Mitarbeitern ging Richard Nußbaumer seinerzeit an den Start – und mit seiner Ehefrau Irma. Sie war vor der Ehe Drogistin gewesen, und kam auch mit dem Verkauf knuspriger Backwaren sehr gut zurecht. Danach ging es Schlag auf Schlag: 1981 wurde die erste Filiale eröffnet, 1983 die zweite, 1985 waren es bereits fünf. War in den ersten Jahren täglich außer montags geöffnet, so macht Nußbaumer 1985 den Sonntag zum Ruhetag. Grund war, dass einige Filialen im Vorraum von Lebensmittelmärkten eingerichtet wurden. „Es ergab sich dann so.“

Mittlerweile platzte die Backstube aus allen Nähten. Ein Neubau musste her.

Ein Gelände wurde gefunden und gekauft, doch die Baugenehmigung ließ auf sich warten. Laut Nußbaumer kam das der Planung sehr zugute. Alles wurde bis ins kleinste Detail durchdacht. Arbeitswege wieder und wieder kontrolliert. Es sollte ein Haus für die Zukunft werden. Und es gelang. „Ich würde es heute wieder so bauen“, betont der Firmenchef.

Großes soziales Engagement

1999 zog das Unternehmen in die Pforzheimer Straße 77. Die Backstube allein belegt 1600 Quadratmeter Fläche. Dazu kommen das Hauptgeschäft, die Sozialräume, das Büro. Insgesamt sind es 3000 Quadratmeter, so der Firmenchef.

Hier arbeiten 20 Bäcker, 20 Konditoren, sieben Fahrer gehen ein und aus, sechs Mitarbeiter sind für die bürokratische Infrastruktur zuständig. Nußbaumer beschäftigt 115 Bäckereifachverkäuferinnen als Haupt- und Teilzeitkräfte, sieben Mädchen lernen diesen Beruf. Zwei Auszubildende lernen Konditor, einer wird zum Bäcker ausgebildet.

„Ihre Bäckerei mit Herz“, das ist das Logo des Unternehmens. Was dahinter steckt? Das erklärt Betriebsleiter Bruno Rihm: „Wir möchten für Kunden wie für Mitarbeiter immer berechenbar und ansprechbar sein.“ Nußbaumer sagt: „Wir helfen den Mitarbeitern bei Wohnungssuche, Umzügen und Sprachproblemen. Die Mitarbeiter sind mein wichtigstes Kapital“, viele seien bereits 20 Jahre im Betrieb. Freilich, bei allem Vertrauen, Kontrolle gehöre in einem solchen Unternehmen auch dazu. Lieferscheine, Retouren, alles werde haarklein verbucht.

Sicherheit am Arbeitsplatz wird ebenfalls großgeschrieben. Bei einer Untersuchung der Innungskrankenkasse (IKK) hat Nußbaumer sehr gut abgeschnitten. Um die Sicherheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz so optimal wie möglich zu gestalten, wurde viel Geld in moderne Maschinen investiert, berichtet Rihm, der als Sicherheitsfachkraft der Berufsgenossenschaft Rede und Antwort steht. Erst neulich sei ein Kesselheber für die Konditoren angeschafft worden.

Bei Nußbaumer werden pro Woche 20 Tonnen Mehl verbacken, davon sind rund drei Tonnen in der eigenen Mühle vermahlen worden. 20 verschiedene Brote werden gebacken, 15 Sorten Brötchen, 20 verschiedene Feingebäcke, 25 Spezialitäten, darunter das „Waldenserbrot“ sowie Kuchen und Torten, die für besondere Anlässe von Spezialitäten-Konditorin Regina Otto nach allen Regeln der Kunst verziert werden. Marzipan- und Schokoladenfiguren wie beispielsweise Nikolaus und Osterhase inklusive.

Handwerk im Mittelpunkt

„Wir stellen alles selbst frisch her“, betont Betriebsleiter Bruno Rihm. „Nichts wird dazugekauft“, bekräftigt Unternehmenschef Nußbaumer. „Handwerkliche Arbeit steht bei uns nach wie vor im Mittelpunkt.“ Das „Waldenserbrot“, ein dunkles Weizenmischbrot mit Malz beispielsweise werde von Hand gewirkt. In der Konditorei sei Handwerk ohnehin das Selbstverständlichste der Welt. Ob weitere Vergrößerungen anstehen durch Filialen? Der kräftige Firmenchef im weißen Poloshirt blickt nachdenklich: „Nur dann, wenn das Geschäft wirklich zu uns passt.“

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