Table of Contents Table of Contents
Previous Page  4 / 32 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 4 / 32 Next Page
Page Background

4

Fokus

ABZ Nr. 2

20. Januar 2018

Ansichtssache

Jürgen Danner (51)

Bäckermeister, Fuerteventura

Fragebogen

Warum sind Sie

Bäcker geworden?

Aus Liebe zum Beruf. Ich habe schon immer gerne gebacken. Bäcker ist kein Beruf,

sondern eine Berufung.

Warum sollte ein Jugendlicher

heutzutage den Beruf ergreifen?

Man arbeitet mit lebendem Material und muss es mit Gefühl bearbeiten. Das ist das

Schöne. Wer es lernt, sollte es richtig lernen. Das gilt immer noch, aber je größer der

Betrieb, umso weniger Handwerk, und umso weniger lernen es die jungen Leute.

Was ist Ihr Lieblingssnack?

Butterbrezel

Was kommt bei Ihnen

garantiert nicht in die Tüte?

Gebackene Rohlinge, die wie bei einer Tankstelle angeliefert werden.

Was ist für Sie Qualität?

Wenn es dem Kunden schmeckt und er zufrieden ist.

Woher nehmen Sie die Ideen

für neue Produkte?

Die hat man nach 35 Jahren Berufserfahrung in petto.

Welche Strategie hilft

gegen Billiganbieter?

Qualität, Frische, sich abheben. Beim Preis kann ein Handwerksbetrieb nicht mithalten.

Richtige Handwerkswaren schmecken anders als Massenprodukte.

Was verkauft eine Bäckerei

in 20 Jahren?

Hoffentlich noch das Gleiche wie heute: Qualität, Frische, Vielfalt.

Text/ Foto: Treiber

6

„In einem Bagel Store in der

amerikanischen Metropole New

York sind neu schwarze Bagels

erhältlich. Das außergewöhnli-

che Gebäck ist ein Zeichen ge-

gen die sexuelle Belästigung von

Frauen. (...)

Wie die Stars bei der Verlei-

hung der Golden Globes trägt

nun auch ein Bagel in New York

teilweise Schwarz – und das aus

Solidarität mit Opfern sexueller

Belästigung in Zeiten der Bewe-

gungen #MeToo und #TimesUp.

(...)

Eigentümerin Francine La-

Barbara hofft, dass Kunden sich

nach dem Kauf „positiv und ein

bisschen so fühlen, als würden

sie sich mit einer wichtigen Bot-

schaft solidarisieren“.

Auf Instagram wurde aller-

dings auch kritisiert, dass der

Umsatz nicht etwa für Anwalts-

kosten von Opfer sexueller

Übergriffe gespendet werde.

(...).“

Bagels gegen sexuelle Belästigung

Pressestimme

„New Yorker Store backt schwarze Bagels“ - Artikel von

Nau media

online

Martina Rothe

(40), Assistentin

der Geschäftslei-

tung

„Ich habe Ver-

trauen ins Brot

und auch in den Bäcker. Ich

wechsle die Bäcker jedoch und

kaufe nicht immer im selben La-

den. Wenn man sich mit Lebens-

mitteln beschäftigt, weiß man,

dass da manipuliert wird. Es gibt

kaum noch 100 Prozent reine Le-

bensmittel, auch nicht in Bäcke-

reien. Die Massenproduktion

überwiegt, der Unterschied ist,

dass manche gute und manche

schlechte Rezepte haben. Selbst

kleine Traditionsbäckereien auf

dem Dorf backen nicht mehr al-

les selbst.“

Thomas Fritsch

(63), Pensionär

„Ich habe kein

Vertrauen. Die

meisten Bäcker

beziehen Back-

mischungen von Großhändlern

mit vielen Zusatzstoffen oder

gestrecktem Mehl. Es wäre sinn-

voller, Brot von Bio-Bäckern

herstellen zu lassen, die selbst

mahlen und mischen. Bio-Bä-

cker haben ein anderes Bewusst-

sein für ihr Brot. Bei konventio-

nellen Bäckern schaue ich mir

das Brot genau an. Einem Rog-

genvollkorbrot vertraue ich

noch am ehesten, allerdings eher

dem Brot, nicht dem Bäcker.

Meinem Bio-Bäcker, der Füh-

rungen in einer Art gläserner

Backstube macht, vertraue ich.

Allerdings backe ich auch ab

und zu selbst.“

Egbert

Polski

(60), Dozent

„Leider habe ich

die Vermutung,

dass insbeson-

dere in Brot von den Großbäcke-

reien Konservierungsstoffe ent-

halten sind. Das müsste nicht

sein, weil Brot innerhalb relativ

kurzer Zeit verzehrt werden soll-

te. Ich gehe nicht immer zum

gleichen Bäcker, aber es kann

schon sein, dass ich in einer Bä-

ckerei nichts kaufe, wenn es

nicht sauber ist oder unange-

nehm riecht.“

Anna Schmitt

(32), Software-

Entwicklerin

„Ich habe immer

gedacht,

dass

Brot gesund wäre, aber nun habe

ich gesehen, was alles rein-

kommt, damit es schön aussieht.

Daher versuche ich darauf zu

achten, dass nicht zu viele Zu-

satzstoffe drin sind und das er-

warte ich beim handwerklich ar-

beitenden Bäcker. Brot erscheint

mir grundsätzlich unbedenkli-

cher als Gemüse, das ich ja nur

wasche. Beim Brot vertraue ich

drauf, dass ich es so essen kann.“

(it)

„Brot ist grundsätzlich

unbedenklicher als Gemüse“

Kaufen die Kunden vertrauensvoll bei jedem ihr Brot

oder gibt es Grenzen – auch beim Brot selbst?

Umfrage

Ihre Meinung?

abz@matthaes.de

Pressestimmen geben nicht zwangs-

läufig die Meinung der Redaktion

wieder. Kürzungen bleiben vorbehal-

ten. Anonyme Zuschriften werden

nicht berücksichtigt.

Karikatur