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Zähes Ringen

Kräftemessen: Bäckerverbände und Gewerkschaften sitzen sich am Verhandlungstisch unversöhnlich gegenüber.  (Quelle: Fotolia)+
Kräftemessen: Bäckerverbände und Gewerkschaften sitzen sich am Verhandlungstisch unversöhnlich gegenüber. (Quelle: Fotolia)

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Tarifverhandlungen verlaufen äußerst schleppend / Gewerkschaften fordern 5 bis 6 Prozent mehr Löhne und Gehälter / Mindestlohndebatte stößt bei Bäckern auf Skepsis

Sie sind sich naturgemäß nicht grün, die Tarifparteien. So eisig jedoch wie in dieser Runde scheint das Klima selten gewesen zu sein, berichten Insider. Aktuell ringen der Bäckerinnungsverband Hessen und die Vertreter in Schleswig-Holstein und Hamburg mit der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) um die Höhe von Löhnen und Gehältern.

„Die Verhandlungen liegen auf Eis“, heißt es aus Bäckerkreisen in Hessen. Dort denken die Arbeitgeber an Lohnsteigerungen in Höhe des Inflationsausgleichs. Das sind zwei Prozent. Gut und gern 5 Prozent wollen die Verhandlungsführer der Arbeitnehmer für die Beschäftigten in den Backstuben und in den Bäckereiläden herausholen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Norddeutschland. Auch dort liegen die Vorstellungen der Gesprächspartner weit auseinander. „Ich habe das Gefühl, es ist dieses Mal ein bisschen mehr Zündstoff drin als sonst“, beobachtet der Hamburger Bäckermeister Frank Daube die Verhandlungen. Sein Eindruck: Bei der NGG sei wenig Verständnis für die Situation der Bäckereibetriebe vorhanden.

Nicht leichter werden die Gespräche durch die Forderungen in anderen Branchen. An den Flughäfen streikten jüngst Verdi-Mitglieder für ein Plus von 5 Prozent; auch für die Metaller sollen 5,5 Prozent drin sein. Deren Abschlüsse könnten für Bäcker Signalwirkung haben.

In Hessen gibt sich Landesinnungsmeister Wolfgang Schäfer zurückhaltend: „Gewerkschaften und liegen weit auseinander. Wir hoffen auf einen fairen Abschluss.“ Weiteres Unbehagen bereitet Betrieben die Diskussion um einen flächendeckenden Mindestlohn in Deutschland. Vor einer Aushöhlung der Tarifautonomie warnt das bayerische Bäckerhandwerk. kik

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