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„Wir wollen damit das Image des Bäckers unterstützen“

„Wir wollen damit das Image des Bäckers unterstützen“ (Quelle: ZV)+
„Wir wollen damit das Image des Bäckers unterstützen“ (Quelle: ZV)

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ZV-Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider zum Schutzvorhaben für „Bäckereien“

Das Gespräch führte

Arnulf Ramcke

In einer Randnotiz des Rückblicks auf 2017 spannt der Zentralverband als Absichtserklärung einen Rettungsschirm für auf: Sowohl ihre Berufsbezeichnung als auch der Ort des Verkaufs, die , sollen als Begrifflichkeiten geschützt werden. Was genau ist damit gemeint? Wie soll die Umsetzung erfolgen? Fragen, auf die der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes, Daniel Schneider (39), antwortet.

Neu ist der Vorstoß nicht.

Daniel Schneider: Das Vorhaben besteht seit Jahren. 2014 haben wir dazu eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Danach denken Verbraucher beim Begriff ,Bäckerei‘ an handwerklich geführte Betriebe, die die meisten ihrer Backwaren selbst herstellen.

Seitdem ist einige Zeit vergangen.

Schneider: Wir haben die Politik ins Boot geholt, die auch ihre grundsätzliche Unterstützung signalisiert hat, uns aber auch hat wissen lassen, dass ihr die Hände gebunden seien. Danach blieben als Möglichkeiten, zivilrechtlich vorzugehen oder mit der Lebensmittelüberwachung zusammenzuarbeiten.

Wie sieht der zivilrechtliche Weg aus?

Schneider: Da müssten wir jeden Betrieb abmahnen, der nicht selbst backt. Das ist für uns als Verband aber nicht machbar. Daher sind wir an die Überwachung und auch die Verbraucherschützer herangetreten. Vor allem letztere unterstützten unser Anliegen, wollten aber neben unserer Studie eigene Untersuchungen vornehmen. Da werden wir jetzt nachfassen, wie der Stand ist.

Was zeichnet einen Bäcker aus, den es zu schützen gilt?

Schneider: Das ist der Handwerker, der seine Produkte selbst herstellt. Und auch wenn ein Bäcker mit Fertigmischungen arbeitet, stellt er den Teig selbst her. Er bleibt Handwerker. Wer aber sagt, er betreibe eine „Bäckerei“, tatsächlich aber nur Zukaufware aufbackt, täuscht über die Herstellungsweise.

Und an dem Punkt wollen Sie ansetzen?

Schneider: Verstöße gegen Produktionsverfahren sowie gegen die Methoden zur Herstellung und Erzeugung könnten von der Lebensmittelüberwachung sanktioniert werden.

Anfang 2015 ist ein Privatmann mit einer Petition gescheitert, die das wollte, was Sie auch anstreben: den Begriff ,Bäcker‘ schützen. Kann es sein, dass den Verbraucher das alles gar nicht interessiert?

Schneider: Es kann sein, dass es für Verbraucher nicht das große Thema ist. Es kann sein, dass der Verbraucher Brötchen für zehn Cent will – egal, ob der Bäcker in der Handwerksrolle steht oder nicht. Aber er soll eben eine aufgeklärte Entscheidung treffen können. Ob aufgrund von Klarstellungen Verbraucher in Scharen wieder vom Backshop zur Bäckerei wechseln, ist natürlich unklar.

Warum dann das Vorhaben?

Schneider: Es geht um klare Abgrenzungsmerkmale gegenüber Backshops. Der Verbraucher soll erfahren, warum bei dem einen das Brötchen 14, beim anderen 40 Cent kostet. Es geht aber auch darum, das Selbstbewusstsein der Branche zu stärken. Wir wollen das Image des Bäckers unterstützen. Das ist ein angesehener Handwerksberuf mit langer Ausbildung.

In Frankreich ist der Begriff ,Boulangerie‘ geschützt. Dort lehnen Filialisten das Konzept jedoch ab.

Schneider: Das ist nicht das Modell, das wir wollen. In Frankreich muss dort hergestellt werden, wo auch verkauft wird. Dabei können Produktions- und Verkaufsstätte doch ohne Probleme getrennt sein: Das, was zum Beispiel die Bäckerei Müller backt und dann in die Filiale der Bäckerei Müller liefert, ist damit immer noch handwerklich hergestellt. Tankstellen, Aldi & Co. hingegen bekommen vorgefertigt und teils zu 80 Prozent vorgebackene Drittware und behaupten, eine Bäckerei zu sein.

Das setzt aber doch voraus, dass der Handwerksbäcker gläsern werden muss.

Schneider: Es geht um die ehrliche Kommunikation im gesamten Wettbewerb. Und natürlich gehört dazu auch eine Transparenz im Bäckerhandwerk.


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