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Wieder gibt’s Zoff um Marke

Besondere Backwaren kann man rechtlich schützen lassen. (Quelle: Archiv/Kräling)+
Besondere Backwaren kann man rechtlich schützen lassen. (Quelle: Archiv/Kräling)

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Bäcker streiten, wer Schmelzebrot verkaufen darf / Markenrecht gewinnt Bedeutung

St. Georgen (abz). Markennamen werden mitunter als Synonym für ein bestimmtes Produkt verwendet, selbst wenn sie von einem anderen Hersteller sind. In St. Georgen steht der Name für ein bestimmtes Sauerteigbrot. Die Rezeptur sei vor mehr als 120 Jahren vom Schmelzebeck Matthias Weißer in Langenschiltach erfunden worden, schreibt der Südkurier. Dem Bericht zufolge wird das Schmelzebrot heute von dessen Enkel Herbert Weisser gebacken. „Das Original Schmelzebrot gibt es nur bei uns“, sagt Herbert Weisser gegenüber der Zeitung. Sein Vorwurf: Mitbewerber Bäcker Tobias Dold verkaufe ebenfalls ein Brot unter der Bezeichnung Schmelzebrot. Der wehrt sich: „Das ist Quatsch. Wir verkaufen ein Sauerteigbrot, aber das verkaufen wir auch unter der Bezeichnung Sauerteigbrot.“ Es könne schon vorkommen, dass Kunden nach dem Schmelzebrot verlangen, weil es in den Köpfen der Kunden so verankert sei. Und das Personal wisse dann auch, welches Brot gemeint ist. Aber im Geschäft werde das Brot als Sauerteigbrot ausgezeichnet und verkauft. Gegenüber dem Südkurier kündigt Bäcker Weisser an, den Namen Schmelzebrot rechtlich schützen zu lassen.

Beispiele, Namen für bestimmte Backwaren schützen zu lassen, gibt es bereits in der Backbranche. In Herne etwa hat Karl Brinker ein Patent auf das technische Verfahren, mit dem er ein geschwungenes B auf Brot und Brötchen stanzt. Das gewinnt zunehmend an Bedeutung. Eigenes Profil, unverwechselbare Produkte und Alleinstellungsmerkmal lauten die Schlagworte, mit denen Bäcker in Zukunft gut aufgestellt sind. Wörter, Bilder, Logos und technische Verfahren können geschützt werden, aber auch 3D-Formen. Wer daran denkt, ein Wort als eintragen zu lassen, muss beachten, dass dieses Wort nichts mit dem Produkt zu tun hat. Der Begriff Sonne in Zusammenhang mit Photovoltaik lässt sich nicht schützen. Deutschlandweit geschützte Marken sind beim Deutschen Patent- und Markenamt anzumelden. Unterstützung bekommen Bäcker von Kanzleien, die sich auf Markenrecht spezialisiert haben. „Generell“, sagt Rolf Claessen, dessen Kanzlei rund 4500 Marken mittelständischer Unternehmen betreut, „mangelt es in der Bäckerbranche sowohl an Wissen über Marken- und Patentrecht als auch an der Motivation, sich welches anzueignen.“ Dabei sei das Thema wichtig (ABZ vom 25. Januar 2014).

Wer besondere Backwaren herstellt, kann Namen oder Herstellungsverfahren rechtlich schützen lassen.
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