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Was sich junge Kunden wünschen

Zunehmend beliebt bei Jugendlichen: das Frühstück in der Bäckerei.+
Zunehmend beliebt bei Jugendlichen: das Frühstück in der Bäckerei.

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Jugendliche wollen „innovative Produkt-Erlebnisse“. Eine Studie macht deutlich, wie Bäcker profitieren können.

Wie erleben Kinder und Jugendliche Bäckereien? Gehen sie gerne dort hin? Oder sind ihnen die Läden zu altbacken? Das Münchner Marktforschungsunternehmen Iconkids hat auf dem Bäko-Workshop die Ergebnisse einer neuen Studie vorgestellt. Im Sommer dieses Jahres hatten Experten 500 junge Menschen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren befragt. Was sie bei den Gesprächen herausgehört haben, sollte Bäcker aufhorchen lassen.

Bäckereien sind heute nicht „uncooler“ als im Jahr 2000, heißt es. „Wie gerne gehst du eigentlich in folgende Geschäfte“, haben die Forscher gefragt. Antwort: Bäckereien rangieren auf Platz fünf der beliebtesten Geschäfte. Supermärkte, Coffee Shops wie Starbucks, Discounter und Metzgereien folgen dahinter. Deutlich besser als Bäckereien schneiden die großen Burger-Bräter ab.

Was die Besuchsfrequenz angeht, landen Bäckereien bei der Umfrage auf Platz zwei. 43 Prozent der Kinder und Jugendlichen kaufen mindestens einmal pro Woche etwas beim Bäcker. Zum Vergleich: In eine Metzgerei gehen 19 Prozent mindestens einmal, zu McDonald’s oder Burger King 22 Prozent; an der Spitze stehen Supermärkte mit 46 Prozent.

Bemerkenswert ist, wie sich die Einkaufszeitfenster verändern. Vor elf Jahren lag der Anteil derer, die vormittags in der Schul- oder Arbeitspause einkaufen, bei 27 Prozent; jetzt sind es 14 Prozent. Immer öfter dagegen holt sich der Nachwuchs nachmittags oder abends etwas beim Bäcker. Die Betriebe „müssen sich stärker auf bestimmte – enge – Zeiträume einstellen, in denen sie von Jugendlichen genutzt werden“, schreiben die Marktforscher.

Darüber hinaus gelte es, „aus jungen Kunden verstärkt Fans“ zu machen. Worauf die junge Klientel besonders Wert legt: Für 75 Prozent am wichtigsten ist, dass „die Sachen wirklich frisch sind“; im Jahr 2000 sagten das nur 61 Prozent. Der Preis spielt eine vergleichsweise geringe Rolle. Viel wichtiger noch etwa ist, dass die „Sachen appetitlich und lecker ausschauen und eine gute Qualität haben.“ Auch die Hygiene im Geschäft stufen die Kinder und Jugendlichen höher ein als den Preis.

Um herauszufinden, was sich die jungen Kunden wünschen, haben die Experten sie eine Liste mit Verbesserungsvorschlägen beurteilen lassen. Ergebnis: Der Nachwuchs will vor allem „öfter mal Sonderangebote wie „zwei Brötchen zum Preis für eines“. Außerdem vermissen sie spezielle Angebote für Jugendliche wie etwa ein belegtes Brötchen plus Getränk und süßes Stückchen. Auch „Angebotswochen, mit zum Beispiel mal mehr mediterranen Backwaren“ stehen weit oben auf der Wunschliste.

„Jugendliche wollen überrascht und immer wieder neu erobert werden, auch von Bäckereien“, bringen es die Autoren der Studie auf den Punkt.

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