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Was nervt in Bäckereien?

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Das Bäckerhandwerk will sich durch Qualität abheben. An einigen Stellen gibt es jedoch noch Nachholbedarf.

Niemand ist perfekt – von dieser Kritik können sich auch Bäckereien nicht freisprechen. So ist das „tägliche Brot“ für Jedermann, Fehler auszuwetzen und die Sache morgen besser zu machen. Gefährlich sind dabei jene Unzulänglichkeiten, die sich unbemerkt eingeschlichen haben. Bei denen niemand so richtig merkt, dass sie da sind: Die nie ganz saubere Theke, die nie optimale Frische der Ware oder die nie wirklich freundliche Bedienung. Unser ABZ-Autor Ulrich Stökle hat sich bei Verbrauchern umgehört, was sie in einzelnen Bäckereien oder in der gesamten Branche am meisten stört.

Charly C. Charly,

Kunst-

Unternehmer:

„Beim SB kauft man Standard-Backwaren wie normale Brötchen oder Mischbrot. Im Fachgeschäft sucht man nach Spezialitäten, nach absoluter Frische, nach Snacks und auch nach Sitzplätzen für eine relaxte Tasse Kaffee. Eben nach allem, was der Discounter nicht auf Lager hat. Deshalb verstehe ich Bäcker nicht, die in diesem Bereich wenig zu bieten haben. Oder solche, die im direkten Vergleich sogar schlechter sind als der Discounter. Ich biss neulich in ein so hartes, altes Brot – das wäre ein Fall für die Genfer Konvention der Menschenwürde gewesen.“

Nuran Tayanc, Psychologin:

„Die meist schnelle und unpersönliche Abfertigung im Verkauf. Mir ist klar, dass es in vielen Betrieben heutzutage nicht anders geht: Hohe Arbeitsanforderungen und dazu Personalmangel. Das muss so schnell wie möglich gehen und erfolgt eher anonym. Trotzdem schade, dass dieses Stressgefühl in vielen Bäckereien permanent zu spüren ist. Gerade in ruhigen Phasen könnte es doch besser gemacht werden. Stattdessen immer nur: „Schnell, schnell, fertig werden.“

Marcela Vranek, Büroangestellte:

„Mich ärgern die extrem hohen Preise in Bäckereien. Die stechen bei den Artikeln ins Auge, die es genauso beim SB gibt, aber zur Hälfte günstiger. Wenn ich Bäcker wäre, würde ich deshalb mit diesen Vergleichsartikeln nicht rote Tücher zeigen, sondern mit günstigen „Einladungspreisen“ die Kunden ins Geschäft holen. Wer schon da ist, der wird nach der günstigen Brezel noch zusätzlich spezielle, teurere Artikel mitnehmen.“

Christina Bruchmann, Verkäuferin:

„Das Verkaufspersonal weiß in vielen Fällen nicht ausreichend Bescheid über die Produkte. Ich bin als Kundin kritisch, das heißt ich will informiert sein über Allergien und Inhaltstoffe. Es ist für mich deshalb nicht zufriedenstellend, wenn ich hierzu als Antwort höre, der Chef sei gerade nicht da. Um sich von den Supermärkten abzuheben, müssten Bäcker mehr als zuvor den „Gesundheitsaspekt“ der Ware oder das „Nichtverwenden von Backmischungen“ betonen.“

Tino Walther, Krankenpfleger:

„Vom Einzelhandel und entsprechenden Gesetzen ist man verwöhnt mit Informationen, was „drin“ ist. So informiere ich mich meist bereits über die Preisschilder. Die vermisse ich aber in vielen Bäckereien. – Entweder sind sie unvollständig oder überhaupt nicht da. Außerdem fehlen mir oft Besonderheiten. Wenn ich mich im Supermarkt schon an der Kassenschlange angestellt habe, mache ich das ein zweites Mal beim Bäcker nur dann, wenn der etwas Interessantes und Einmaliges zu bieten hat.“

Rita Böge, Rentnerin:

„Discount ist für mich „Ware von der Stange“, immer Standard, immer Dasselbe. Weil ich gern abwechsle und nicht immer dieselbe Brotsorte mag, zieht es mich eher in Bäckereien als in den Supermarkt. Aber auch dort verläuft es oft langweilig und ideenlos. Also wechsle ich öfter die Geschäfte, um wenigstens ein wenig Abwechslung an Backwaren und Geschmäckern zu bekommen. Ich würde mir wünschen, öfter mal was Neues zu bekommen.“

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