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Was für ein Blödsinn

Was für ein Blödsinn (Quelle: CHRISTOPH COERS)+
Was für ein Blödsinn (Quelle: CHRISTOPH COERS)

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Kommentar

Des Menschen Scholle, nicht sein Wille, ist das Himmelreich. Oder im Klartext: Veränderung ist eine Herausforderung, die viele als ähnlich reizvoll empfinden wie die Kuh den Schlachter.

Psychologisch ist das alles gut zu erklären. Verschiebungen schüren Ängste, machen unsicher. Aus diesem Grund empfinden Menschen das, was sie immer schon so gemacht haben, bei allen Einschränkungen besser als Neues mit unbekanntem Ausgang. Indes – Evolution ist auch nicht zu stoppen.

Was für ein Blödsinn“ ist so eine reflexartige Äußerung zur Vermeidung tieferen Nachdenkens. Dass am Ende des kognitiven Prozesses immer noch „Blödsinn“ stehen kann, kann passieren. Die vergangenen Tage lieferten zwei Beispiele fürs spontane Antippen der Stirn: Nichtraucher fordern, den Stutenkerl seiner Pfeife zu berauben, um Kinder nicht in Versuchung zu führen.

Klingt zunächst so, als habe da jemand höchst illegale Substanzen geraucht und dann so richtig einen rausgehauen. Davon abgesehen, dass es drängendere Probleme als die Nikotinsucht durch Backwaren gibt, ist es ein Beispiel dafür, vor der finalen Meinungsbildung in Ruhe darüber nachzudenken, ob eine Pfeife bei Kindern tatsächlich deren späteres Verhalten prägen kann.

Eine ganz andere Qualität besitzt der Torten-Konfigurator einer Konditorei in der Schweiz. Auch da stellt sich die Frage, ob die Welt darauf gewartet hat.

Aber Blödsinn? Es ist eine Option an Kunden mit einem gewissen Spieltrieb oder an solche, die lieber am PC konfigurieren als im Laden reden. Sollen sie doch. Die Bereitschaft zu Veränderung beinhaltet die Toleranz, andere machen zu lassen was ich selbst „blöd“ finde.

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