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Wachsende Lust auf Kaffee

Ob in der Bäckerei oder Tankstelle: Männer trinken tendenziell häufiger Coffee-to-go als Frauen.  (Quelle: Aral)+
Ob in der Bäckerei oder Tankstelle: Männer trinken tendenziell häufiger Coffee-to-go als Frauen. (Quelle: Aral)

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Über alle Altersklassen hinweg wird das Getränk aus der braunen Bohne immer beliebter. Zwischen den Generationen gibt es klare Unterschiede.

Ohne geht fast nichts, das wird immer beliebter. Drei von vier Deutschen greifen täglich zu dem Muntermacher, wie die zweite Auflage der Kaffee-Studie zeigt. Grundlage der Studie sind eine Online-Umfrage unter 1000 Erwachsenen, die auf insgesamt 30 Fragen geantwortet haben.

Ob zu Hause oder beim Coffee-to-go: Frische ist ein wichtiges Argument für die Kaufentscheidung, beim Außer-Haus-Getränk schauen die Deutschen sogar stärker auf die Qualität als auf den Preis. Generell gilt: Kaffee ist mehr als ein reines Konsumgut, selbst im Arbeitsumfeld genießen sie die Kaffeepause möglichst bewusst. Unverändert groß sind die Unterschiede in den verschiedenen Altersgruppen: Die Jüngeren experimentieren gerne, nehmen sich für Pausen aber weniger Zeit. Die älteste Vergleichsgruppe schwört auf konventionellen Kaffee, nutzt den Kaffeestopp dafür stärker als bewusste Auszeit vom Alltagsstress. Frauen liegen vorn

Im Jahr 2011 lag der Pro-Kopf-Verbrauch nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes bei 149 Litern. Und die Studie zeigt, dass in den vergangenen zwölf Monaten die Lust auf die aromatischen Bohnen weiter gestiegen ist. 75 Prozent aller Befragten gönnen sich täglich Kaffee – zwei Prozentpunkte mehr als 2011. Im Geschlechtervergleich liegen die Männer (74 % tägliche Kaffeetrinker) leicht hinter den Frauen (77 %).

In den verschiedenen Alterssegmenten zeigen sich erneut gravierende Unterschiede. 85 Prozent aller Befragten in der ältesten Gruppe ab 46 Jahren trinken täglich Kaffee, in der mittleren Altersgruppe zwischen 36 und 45 Jahren 81 Prozent. In der jüngsten Vergleichsgruppe im Alter von 18 bis 35 Jahren sind es nur noch 63 Prozent (Grafik unten links).

Dennoch sorgen auch die Jungen für den insgesamt steigenden Trend. Vor einem Jahr lag die Quote der täglichen Kaffeetrinker in dieser Altersgruppe noch vier Prozentpunkte unter dem jetzigen Niveau. Einen steigenden Konsum belegt die Studie außerdem bei Teilnehmern, die täglich ein Auto benutzen. Das ohnehin hohe Niveau stieg von 84 auf 86 Prozent. Die Zahl der Kaffee-Abstinenzler hat sich minimal erhöht: sieben Prozent der Befragten trinken nie Kaffee. Vor einem Jahr waren es noch sehcs Prozent. Maxi-Größe für unterwegs

Coffee-to-go etabliert sich als Alternative zum Kaffee in den eigenen vier Wänden: 68 Prozent aller Befragten trinken häufig oder zumindest hin und wieder einen Coffee-to-go. Die Beliebtheit des Getränks für unterwegs hängt vom Alter ab. Für 80 Prozent der jüngsten befragten Kaffeetrinker zwischen 18 und 35 Jahren ist er nicht aus dem Alltag wegzudenken. Dagegen sind nur etwas mehr als die Hälfte (54 %) aller ab 46 Jahren überzeugte Coffee-to-go-Trinker (Grafik unten rechts).

Unterschiede gibt es auch zwischen den Geschlechtern: Männer trinken tendenziell häufiger Coffee-to-go als Frauen. 18 Prozent der Männer entscheiden sich häufig dafür, bei den Frauen sind es dagegen nur 12 Prozent. Überdurchschnittlich beliebt ist der Wachmacher bei Studienteilnehmern, die täglich das Auto nutzen (74 %) und bei Besitzern von Kaffeevollautomaten mit 81 Prozent.

Bei der Unterwegsversorgung sticht die Qualität den Preis als wichtigstes Kaufargument aus: 80 Prozent der nach eigenen Angaben besonders qualitätsbewussten Studienteilnehmer trinken häufiger oder gelegentlich einen Coffee-to-go, bei der preisorientierten Vergleichsgruppe nur 63 Prozent. In einem Punkt sind sich die Studienteilnehmer unabhängig von Alter, Geschlecht oder Einkaufsgewohnheiten einig: Die perfekte Größe für einen Kaffee auf die Hand ist ein 0,3-Liter-Becher. 62 Prozent der Befragten entscheiden sich überwiegend für diese Größe.

„Black is beautiful“ gilt nur noch für jeden fünften Kaffeetrinker: Nur 21 Prozent der Befragten bevorzugen ihren Kaffee zu Hause schwarz. Das Alter beeinflusst, wie oft die Standardvariante getrunken wird. Nur noch 17 Prozent der 18- bis 35-Jährigen greifen zum schwarzen Kaffee, bei den über 46-Jährigen sind es 27 Prozent. Bei ihnen steht die unkomplizierte Variante sogar ganz oben auf der Beliebtheitsskala, während die Jüngsten einen Kaffee mit Milch und Zucker (37 %) bevorzugen. Schwarzer Kaffee ist eher ein Getränk von Männern (24 %) als von Frauen (19 %). Cappuccino-to-go

Über alle Vergleichsgruppen hinweg ist der Kaffee mit Milch und Zucker (28 %) das beliebteste Getränk. Die Befragung zeigt außerdem, dass frische Milch die früher weit verbreitete Kondensmilch als Ergänzung abgelöst hat. Unter allen Befragten nehmen 27 Prozent ihren Kaffee am liebsten mit frischer Milch und 11 Prozent mit Kondensmilch. Eindeutige Unterschiede zeigen sich im Vergleich zwischen dem Kaffee in den eigenen vier Wänden und dem Coffee-to-go: Kaffeespezialitäten wie Cappuccino, Milchkaffee, Latte Macchiato oder Espresso spielen bei der häuslichen Zubereitung mit sieben Prozent nur eine untergeordnete Rolle. Beim Coffee-to-go schnellt dieser Anteil auf 21 Prozent hoch – Platz zwei.

Vor allem Frauen gönnen sich beim Coffee-to-go den besonderen Genuss. 28 Prozent entscheiden sich bevorzugt für eine Spezialität, bei den Männern nur 12 Prozent. Kaum einen Unterschied zwischen der Zubereitung zu Hause und dem Kauf eines Coffee-to-go macht die älteste Vergleichsgruppe. Mit einem Anteil von 24 Prozent ist der schwarze Kaffee für die Studienteilnehmer ab 46 Jahren auch bei der Unterwegs- Versorgung die Nummer eins. Nachhaltigkeit wird wichtiger

Insgesamt noch ein Nischenprodukt: Nur drei Prozent aller in Deutschland verkauften Kaffeebohnen stammen aus nachhaltiger Produktion. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass Nachhaltigkeit beim Gesamtverbrauch an Bedeutung gewinnen dürfte. Immerhin 22Prozent der Befragten geben an, dass sie auch zu Hause nachhaltigen Kaffee verwenden (plus 2% gegenüber 2011). Außerdem wuchs der Anteil der Befragten, für die nachhaltiger Anbau wichtig oder sehr wichtig ist, von 24 auf 28Prozent. Besonders interessiert zeigen sich das mittlere (36 bis 45 Jahre) und das älteste Segment (ab 46 Jahren) mit einem Anteil von je 29Prozent. Gravierender ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Für 32Prozent der Frauen ist Nachhaltigkeit wichtig oder sogar sehr wichtig, bei den Männern sind es nur 23 Prozent.


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