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Vom Bäcker zum Daimler

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Kommentar

Preisfrage: Wer ist in Stuttgart der größte Arbeitgeber für Bäcker? Richtig, böse Zungen behaupten seit Jahren, dass das Mercedes Benz ist. Gewisse Abwanderungstendenzen vom Handwerk in die Fabrikhalle hat es ja immer schon gegeben. Fließband statt Teigband, schrauben statt kneten. Es gibt sie, die Migration vom Bäcker „zum“ Daimler, wie der Schwabe zu sagen pflegt. Der Grund ist profan und liegt auf der Hand. Weniger Stress, mehr Geld – in vielen Fällen jedenfalls.

Und so hat sich im Großraum Stuttgart eine historisch einmalige Symbiose und Arbeitsteilung entwickelt. Im Bäckerhandwerk werden die zuverlässigen und flexiblen Bandarbeiter ausgebildet, die für die legendäre Qualität der Autos mit der eingebauten Vorfahrt zuständig sind. Die einen Bäcker bauen, die anderen Bäcker fahren den Mercedes. Die einen Bäcker backen, die anderen leisten sich das Brot. Bisher ist die Rechnung einigermaßen aufgegangen. Doch heute lassen sich die jungen Leute beim Bäcker nicht mehr fürs Band ausbilden. Die Zahl der Ausbildungsabschlüsse in der Branche sinkt deutlich (siehe auch Seite 1, 3 und 22).

Der ist programmiert, die Qualitätsproduktion auf Dauer gefährdet. Was ist zu tun? Wer mit Peanuts bezahlt, wird von Affen bedient, heißt es. Aber Geld ist nicht alles, wenn es darum geht, sich als attraktiver Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber zu profilieren. Schließlich sollte man diesbezüglich deutlich mehr zu bieten haben als Daimler. Wichtig ist, dass Cash, Coaching und Employer-Branding stimmen, wie der Chinese sagt. Dazu gehört vielleicht auch das eine oder andere Bonbon. Kurz: Wer den Daimler vom Bäcker gestellt bekommt, muss nicht „zum“ Daimler gehen, um den Daimler vom Bäcker zusammenzuschrauben.

Kundenbindung: Wer so sympathisch bedient wird, kommt mit großer Wahrscheinlichkeit wieder.
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