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Viele Stimmen, ein Tenor

Große Resonanz: Mehr als hundert Vertreter des Handwerk kamen zur Jahrestagung nach Thüringen. Unter den Gästen: Thüringens Staatssekretär Jochen Staschewski (rechts).+Weitere Fotos (4)
Große Resonanz: Mehr als hundert Vertreter des Handwerk kamen zur Jahrestagung nach Thüringen. Unter den Gästen: Thüringens Staatssekretär Jochen Staschewski (rechts).

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Auf seiner Jahrestagung zeigt sich das Deutsche Bäckerhandwerk in Kämpferlaune

Am Ende erklang die Nationalhymne, und gesungen wurde mit kräftiger Stimme. Mehr als hundert Vertreter des Deutschen Bäckerhandwerks waren zu Jahrestagung gekommen, die der Thüringische Landesinnungsverband organisiert hatte. Im geschichtsträchtigen Weimar griffen sie die Brennpunkthemen der Branche auf und stimmten sich ein: auf die Herausforderungen in den Organisationen des Handwerks und den Kampf an politischer Front.

„Uns fehlen Bäcker“, brachte der Präsident des Zentralverbandes eine der drängendsten Fragen auf den Punkt. Auch in diesem Jahr blieben viele Lehrstellen unbesetzt, berichtete Peter Becker. Als wirksame Antwort sieht er die Imagekampagne des Handwerks. Becker rief dazu auf, sich an der Kampagne zu beteiligen und die Werbematerialien in den Betrieben zu nutzen.

Der Politik stellte er ein durchwachsenes Zeugnis aus. Besonderes Ärgernis: „Wir haben eine absolut verfehlte Integrationspolitik“, sagte er. Schwarz-gelbe „Schattenseiten“ seien auch die Gesundsheitsreform und die Steuerpolitik. Lobende Worte fand er für das Krisenmanagement der Bundesregierung: „Die Instrumente haben gegriffen, die Wirtschaft wächst, die Auftragsbücher sind voll.“ Kein Verständnis hat der Verbandspräsident dafür, dass Politiker mit dem „Smiley“ liebäugeln. Die Kennzeichnung von Betrieben danach, ob eine Stichprobe einwandfreie hygienische Verhältnisse ergeben haben, hält er für einen Rückfall ins Mittelalter: „Das ist wie der Pranger“, betonte er. Allein wegen des Kontrollaufwands sei der Smiley nicht praktikabel, sagte er an die Adresse der Politik.

Kampfgeist sieht Becker auch als die richtige Antwort auf den sich weiter verschärfenden Wettbewerb mit der Industrie. Der Einzelhandel gehe immer aggressiver vor, der Kampf um Vorkassenzonen spitze sich zu, sagte er und verwies auf „Rewe“.

Dass es in der Praxis Kampfgeist mit Raffinesse zu verbinden gilt, ließ Amin Werner durchblicken. Er zitierte in Weimar den Rechtsgelehrten Goethe: „Sei im Auslegen frisch und munter. Kannst du es nicht auslegen – schieb’ es einfach unter“, schmunzelte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands. Seine gute Nachricht an die Branche: Wie es aussieht, schafft die EU für das Bäckerhandwerk Ausnahmeregelungen bei den sogenannten Health Claims.

Eine zentrale Antwort auf die Herausforderungen: die Stärkung der Organisationen an der Basis. Dazu zählen vor allem auch die die Fachvereine. „Die Qualität im Handwerk wird durch sie geprägt“, stellte Peter Becker klar. Der Vorsitzende der Vereine, Heinz Krauß, hob als Beispiel das Engagement für Ausbildung hervor. „Wir haben schon Jugendliche unterstützt, die wollten erst nicht und dann waren sie Innungsbeste.“ Becker lobte das Engagement in den Organisationen. Sein Tenor in Weimar: Ehren- und Hauptamt müssen eng verzahnt bleiben.

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