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Vertrauen in die „Kleinen“

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Stehen nach Müller’s Hygieneproblemen alle Bäcker unter Generalverdacht? Das sagen Verbraucher dazu.

Das Sauberkeitsdefizit bei der Großbäckerei Müller zieht weite Kreise. In ganz Deutschland wird über die in Backstuben diskutiert. Weil die Kunden im Großraum München ohnehin persönlich betroffen sind, fragt ABZ-Autor Ulrich Stökle dieses Mal bewusst in einer anderen Region nach: Welche Schlüsse ziehen Kunden überregional aus diesem Hygieneskandal oder interessiert es nicht, weil man nicht im Radius dieser Bäckerei wohnt? Kratzt dieser deutschlandweit am der Bäcker?

Hans-Ulrich Heuer,

Kaufmann:

„Geschmuddelt wird immer hier und da – natürlich nicht nur in Bayern. Ich bin mir vielmehr sicher, dass es überall in Deutschland – und zwar egal in welcher Branche – eine ganze Reihe an schwarzen Schafen gibt. Wenn deren Schlampereien dann ans Tageslicht kommen, ist es dann natürlich Gift für die „Anständigen“. Aber ich kann deshalb als Kunde nicht alles in Frage stellen. In Bäckereien kauft man in der Regel ja jeden Tag ein und ohne Vertrauensvorschuss würde man sich ansonsten täglich „krank denken“.

Marlene Jordan,

Studentin:

„Diese Schlagzeilen bestätigen mich, nur beim heimischen, hochwertigen Bäcker zu kaufen. Bei Discountern und SB-Broten war ich auch vor diesem Skandal immer schon skeptisch. So gesehen muss ich mich als Verbraucherin auch kein bisschen umstellen, sondern kann mit doppelt und dreifach gutem Gewissen so weiter kaufen wie gewohnt: Beim örtlichen Bäcker.“

Andreas Höfner,

Student:

„Nach dem Prinzip, dass man stets auf das „Gute im Menschen“ hoffen muss, macht mir dieser Vorfall in München den Bäckereibesuch nicht – im wahrsten Sinn des Wortes – madig. Ich sehe es realistisch: So etwas ist kein regionales Problem, genau wo wenig wie eines in Bezug auf die Größe einer Bäckerei. Passieren kann überall alles! Ich kaufe trotzdem weiter mit Genuss Backwaren ein, immer spontan dort, wo ich Lust darauf habe.“

Klaus Schiele,

Rentner:

„Schlaflose Nächte habe ich deswegen nicht, wohl wissend, dass hier just im Moment auch nicht alles in bester Ordnung ist. Wenn man schon vom „täglichen Brot“ spricht, dann kann sich letztlich kein Bäcker davon frei sprechen, dass bei ihm nie hygienisch kritische Situationen auftreten können. Mich würden da eher die Hintergründe bei diesem Betrieb in Bayern interessieren, wie es zur Schließung kam. Dem müssen doch von der Behörde im Vorfeld schon so viele Schüsse vor den Bug geschossen worden sein. Wenn der Betrieb so etwas einfach ignoriert, dann verstehe ich das Management nicht.“

Irmhild Grüner,

Stuttgart, Rentnerin:

„Dieser Vorfall ist aus meiner Sicht schon etwas typisch für Großbäckereien. Ich habe bei kleinen Betrieben irgendwie ein besseres Gefühl. Und beim Bio-Bäcker meines Vertrauens, daheim gleich um die Ecke, sowieso. Dieses Image vom „Großen“, bei dem ein Toastbrot, das beim Verpacken aus dem Roboter auf den Boden fällt und trotzdem weiter verarbeitet wird, steckt sicher nicht nur in mir allein – so denken bestimmt auch andere Verbraucher.“

Reiner Wolff,

Angestellter:

„Ich sehe diese Hygieneprobleme eher bei den großen Bäckern. Die haben oft eine solche Stärke am Markt, dass sie sich viel weniger um die Details scheren als die kleinen Bäckereien. Extrem ist es dann natürlich, wenn man durch solche Nachlässigkeiten buchstäblich am eigenen Leib betroffen ist. Da würde ich wahrscheinlich sogar im Nachhinein krank werden. Ich kaufe deswegen bei meinem Bäcker um die Ecke.“

abz@matthaes.de

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