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Handwerksbäcker von Deklaration befreit

Für Handwerksbetriebe sieht der LMIV eine Ausnahmeregelung vor – sie müssen ihre vorverpackten Lebensmittel ab dem 13.12.2016 nicht mit Nährwertangaben kennzeichnen. (Quelle: Foto: Fotolia)+
Für Handwerksbetriebe sieht der LMIV eine Ausnahmeregelung vor – sie müssen ihre vorverpackten Lebensmittel ab dem 13.12.2016 nicht mit Nährwertangaben kennzeichnen. (Quelle: Foto: Fotolia)

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Für vorverpackte Lebensmittel müssen die Nährwertangaben laut Zentralverband nicht angegeben werden.

Berlin (abz). Wer in der Handwerksrolle eingetragen ist, braucht für vorverpackte Lebensmittel keine Nährwerte anzugeben, schreibt der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) in einer Pressemeldung. Der ZV bezieht sich damit auf eine Mitteilung des Landesinnungsverbands Bayern, der kurz vor Verordnungsbeginn einen Meinungswechsel innerhalb der deutschen Lebensmittelüberwachung angeprangert hatte (ABZ online am 10. November 2016).

Der ZV verweist in seiner Stellungnahme auf den Gesetzestext der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV), die ab dem 13. Dezember 2016 gültig ist. Darin wird auf die Ausnahmeregelung für das Lebensmittelhandwerk verwiesen, wenn Lebensmittel in „kleinen Mengen“ abgegeben werden.

Diese Größenordnung definiert der ZV so, dass das Handwerk auch ab dem Inkrafttreten nicht per se dazu verpflichtet ist, Nährwertdeklarationen für ihre vorverpackten Waren zu liefern.

Der Verband verweist auf ein von ihm aktuell geführtes Telefonat mit Renate Sommer, Mitglied des Europäischen Parlaments und als Berichterstatterin des Parlaments federführend im Gesetzgebungsverfahren der , die die ZV-Auffassung bestätige: „Das wollte eine bedingungslose Ausnahme für das Handwerk schaffen. Der erste Entwurf sah auch genau dies vor. Auf Drängen des Ministerrates mussten wir aber die ‚kleine Menge‘ einfügen, weil der Begriff des Handwerks nicht überall so eindeutig definiert ist wie in Deutschland. Für den deutschen Markt ist die Begrenzung auf die kleine Menge praktisch bedeutungslos, eben weil es dort die Handwerksrolle gibt“, sagte Sommer.

Für den ZV sei die Sache nun eindeutig: Wer in der Handwerksrolle eingetragen ist, brauche die Nährwerte nicht anzugeben.

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