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Veredelter Klassiker

Handwerklich hergestelltes Eis am Stiel in vielerlei Formen und Farben wird ergänzt durch süß-salzige Snacks, wie die Mini-Hamburger mit Käseeis oder klassischen Pizzaböden, belegt wie Sandwichs.+Zur Fotostrecke
Handwerklich hergestelltes Eis am Stiel in vielerlei Formen und Farben wird ergänzt durch süß-salzige Snacks, wie die Mini-Hamburger mit Käseeis oder klassischen Pizzaböden, belegt wie Sandwichs.

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Die italienische Fachmesse zeigt Trends bei Speiseeis, Kaffee und Ladenbau. Deutsche Bäcker-Nationalmannschaft kämpft um Golden Bread Cup.

Rimini Während Schneemassen und Blitzeis in weiten Teilen Deutschlands für Chaos im Alltag sorgten, haben sich im italienischen Rimini die Besucher der Sigep/ABtech Expo schon mal auf die warme Jahreszeit vorbereitet. Zumindest, was die Geschäfte in Sachen Speiseeis, Schokolade, Konditorei und Bäckerei betrifft. Denn dort fand die 34. Internationale statt, die sich mit allen Themen rund um die süße und backende Branche beschäftigt. In diesem Jahr zum ersten Mal angegliedert war die , die in der Vergangenheit als reine Bäckereimesse alle drei Jahre in Mailand veranstaltet wurde. Die Messegesellschaft Rimini hat die Marke ABtech Expo gekauft und künftig soll diese Kombination alle drei Jahre so durchgeführt werden. Auch bei früheren Sigep-Messen waren Bäckereiaussteller dabei, aber durch die Einbindung der ABtech Expo konnten Aussteller das ganze Portfolio für Bäckereien zeigen, alle Hallen waren komplett belegt.

Die Sigep/ABtech Expo ist im Vergleich zur vergangenen iba in München in Fläche und Ausstelleranzahl etwa ein Viertel kleiner, aber die Besucherzahlen übertreffen die Münchner deutlich. Während sich auf der iba 70.000 Besucher informieren, kommen nach Rimini über 130.000 – bei einem Messetag weniger. Entsprechend voll sind auch die Hallen jeden Tag bis zum Messeschluss. Dass die Sigep/ABtech Expo ein derartiges Potenzial aufweist, hat auch die deutsche Bäckerfamilie Karl-Heinz und Ursula Carra überrascht, die zum ersten Mal zur nach Rimini gefahren sind. „Ich bin total platt, eine Fachmesse in dieser Größe und Vielfalt habe nicht erwartet“, erklärt der Bäckermeister aus dem pfälzischen Reichenbach begeistert. „Ich bin absolut beeindruckt, von den vielen regionalen Ausstellern und der leidenschaftlichen Atmosphäre – dem Berufsstolz, der hier deutlich zu spüren ist. Ich empfehle jedem deutschen Bäckermeister, sich diese Messe einmal anzuschauen.“ Das italienische Lebensgefühl komme hier voll zum Tragen: „Was die hier gut können, ist die Arbeit zur Schau zu machen und da können wir deutschen Handwerker uns was abschauen, um uns besser zu verkaufen“, so Karl-Heinz Carra.

Das Portfolio der Messe umfasst in dieser neuen Konstellation nun das komplette Sortiment rund um Bäckerei, Konditorei, Café, Pasta, Pizza und natürlich – Speiseeis. Bei diesem Klassiker sind die Italiener schon immer Trendsetter und so gilt bei einem Besuch, dieses Segment besonders in Augenschein zu nehmen. Beim Rundgang zeigt sich, dass die Trends des letzten Jahres ausgebaut wurden, heißt, die Ideen etablieren sich. Wie beispielsweise das handwerklich hergestellte Eis am Stiel, das individuell dekoriert wird, die Eishäppchen – Speiseeis in Form und Machart größerer Pralinen oder auch Frozen Yoghurt. Dieses softeis-ähnliche Eis gibt es nun nicht nur im Cone oder Becher auf die Hand, sondern individuell veredelt mit eingelegten Früchten, Gelees, Konfitüren und Toppings. Ein großer italienischer Hersteller hat sogar ein Franchise-Konzept dafür entwickelt. Beim klassischen Eis sind die Eiskonditoren nun dabei, die kalte Kugel nicht nur als Dessert, sondern für jede Mahlzeit interessant zu machen. Eine Schule für Speiseeishersteller hat ein Konzept entwickelt, süß und salzig/pikant zu kombinieren und kleine Gerichte damit anzubieten. So gibt es beispielsweise eine Gemüsesuppe mit Parmesan-Eis als Topping oder einen Mini-Hamburger mit Käse-Eis als Ketchupersatz. Das alles in Kleinportionen und damit besonders interessant im Catering.

Für deutsche Bäcker sicher auch sehenswert sind die Ideen der Ladenbauer, allen voran die Costa Group. Sie baut Bäckereieinrichtungen mit Nostalgiecharakter im Stil der Fünfziger Jahre und inszeniert die Backwaren in ihrer eigentlichen Bedeutung – als hochwertiges und besonders zu schätzendes Lebensmittel.

Einen wichtigen Stellenwert auf der Messe nehmen die vielen großartig inszenierten Wettbewerbe ein, wie beispielsweise das Pastry-Event oder der Golden Sigep Bread Cup. Zu letzterem eingeladen waren alle Bread Cup-Gewinner der letzten fünf Jahre, wozu auch die deutsche Bäckernational-Mannschaft gehört. Angetreten sind nun die Teams aus Italien, Ungarn, Israel, USA und Deutschland, um die Besten der Besten zu küren. Nur scheint es dieses Mal organisatorisch nicht ganz so glatt zu laufen – für alle Beteiligten. Geplant war ursprünglich wohl nur die Präsentation und Bewertung der damaligen Siegerschaustücke, nun wird auch Backen vor Ort gefordert: „Ich wusste bis vor zwei Wochen nicht, dass es einen gibt“, erklärt Team-Mitglied Gerhard Gröber. Wie es letztlich für das deutsche Team gelaufen ist, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt – der Wettbewerb war noch voll im Gange.

Die Nationalmannschaft kämpft um den Golden Breadcup (v. l.): Jochen Baier, Georg Schneider, Thérése Lehnart, Alexander Schellenberger.
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