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Verbraucher geben weniger Geld für Backwaren aus

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Consumer Index der GfK hat für Mai eine Abkopplung der Entwicklung vom Hoch im Grillsegment ausgemacht

Neben langfristigen Trends prägen auch kurzfristige Einflüsse die Entwicklung der Sortimente im Markt für Güter des täglichen Bedarfs. Im Mai 2018 waren dies nach Auswertung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die Preise, in den Nahrungsmittel- und Getränkekategorien auch die Witterung, wie im Consumer Index heißt.

Bedingt durch das sonnige Wetter hat der Grillmarkt in der Menge knapp 12 Prozent zugelegt, im Wert sogar um 17 Prozent. Allerdings reichte die gute Entwicklung im Grillsegment nicht aus, um den Rückgang bei Nicht-Grillprodukten zu kompensieren.

„Brot zieht normalerweise ganz gut mit, wenn die Grillprodukte erfolgreich sind“, sagt GfK-Experte Robert Kecskes. Anders als in den meisten anderen Warengruppen stagnierten aber die Preise für Brot und im gesamten Jahresverlauf im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2017.

Positiver Trend

beim Kleingebäck

Da die Menge in diesem Zeitraum rückläufig ist (-3,6%), gibt es auch ein Minus bei den Ausgaben (-3,7%). Einzig Kleingebäck (Brötchen, Laugengebäck, Croissants und auch belegte Brötchen) weisen laut GfK eine positive Entwicklung auf (+5,5% Menge, +2,7 % Ausgaben). Für die sinkenden Preise (-2,7%) zeichnen vor allem die Discounter verantwortlich.

Der Absatz von Heißgetränken hat unter den vergleichsweise hohen Temperaturen im Mai gelitten. Das sonnige Wetter drückte vor allem auf die Nachfrage nach Tee, der im Vergleich zum Vorjahresmonat ein deutliches Minus aufweist. Auch der Röstkaffee-Markt konnte sich den negativen Auswirkungen nur bedingt widersetzen.

Espresso bleibt

ein Dauerbrenner

Insbesondere die Teilmärkte Röstkaffee klassisch und Pads standen im Mai unter Druck, während sich Kapseln auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr bewegten. Lediglich der Dauerbrenner-Sektor Espresso/Caffe Crema zeigte sich von den sommerlichen Temperaturen völlig unbeeindruckt und setzt seinen Wachstumskurs ungebremst fort.

Wie schon der April habe sich auch der Mai für alkoholfreie Getränke von seiner besten Seite gezeigt. Robert Kecskes: „Er spülte dem Handel in dieser Kategorie rund dreieinhalb Prozent mehr Umsatz in die Kassen als im Vorjahr – und das bei konstanter Mengennachfrage. Insbesondere bei Süßgetränken, stillem Wasser, Schorlen und Energy Drinks erwiesen sich die Haushalte als ausgabefreudig; das Umsatzplus lag in diesen Kategorien zwischen neun und elf Prozent.“

Speiseeis-Anbieter

profitieren vom heißen Mai

Auch kumuliert hätten sich alkoholfreie Getränke sehr gut entwickelt. Bis einschließlich Mai hätten sie bei einem leichten Mengenplus von einem Prozent im Umsatz sogar um rund fünf Prozent zugelegt.

Der Mai 2018 war der wärmste Mai seit 1881. Davon profitierten die TK-Anbieter. Profitabel war das heiße Wetter für Speiseeis-Hersteller, die im Mai ein Umsatzplus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat erzielten. Die restliche Tiefkühlkost ohne Speiseeis hatte jedoch nach GfK-Angaben im Mai eine negative Umsatzentwicklung (-5,5%).

Tiefgekühlte Snacks

legen um zwölf Prozent zu

Dabei haben sich fast alle Teilmärkte schwer getan. Lediglich die Trendbereiche TK-Snacks (+12%) und TK-Brötchen/Stangenbaguette/Brezeln (+5%) sind im Mai gewachsen.

In der Kumulation von Januar bis Mai liegt Tiefkühlkost inklusive Speiseeis mit einem Plus von 2,4 Prozent zum Vorjahr weiterhin gut im Rennen. Teilmärkte wie TK-Kartoffelprodukte (+3,2%) und süße Backwaren (+2,8%) ragen heraus.

Grundsätzlich haben die Forscher der GfK Anzeichen für einen Trendwechsel in den Konsumgewohnheiten der Deutschen ausgemacht: Nach einer Phase der Moralisierung der Ernährung bis hin zu einer Art Religionsersatz entdecken Verbraucher demnach demnach die „Ästhetik des Konsums“ wieder.

Diese Entwicklung beschreibt auch Ernährungsforscherin Hanni Rützler in ihrem Food-Report 2019 (ABZ Nr. 14).

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