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Verband setzt auf Weiterentwicklung bekannter Konzepte

Zum fünften Mal hat der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks einen Tag des deutschen Brotes organisiert. (Quelle: Blath)+
Zum fünften Mal hat der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks einen Tag des deutschen Brotes organisiert. (Quelle: Blath)

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Von Arnulf Ramcke

Keine Experimente. Meistersaal statt Pathologie. statt Revolution. Bereits die Örtlichkeit der Pressekonferenz des Zentralverbands zum am 16. Mai in Berlin war ein Signal.

Referierten Präsident und Hauptgeschäftsführer im vergangenen Jahr in einer Hörsaal-Ruine mit Hinweisschild zur Pathologie auf dem Gelände der Charité, begaben sich die Interessenvertreter der Handwerksbäcker diesmal in den Mutterschoß, in den Meistersaal im Gebäude des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.

Der Zustand der Branche liegt

zwischen Schwarz und Weiß

Was dabei als Innenansichten vorgestellt wurde, passte als Botschaft zur pragmatischen Architektur der ehemaligen Parteizentrale der National-Demokratischen Partei Deutschlands, deren Denkmalstatus sich nicht aufdrängt: Der Zustand des Bäckerhandwerks bewegt sich vor allem im Bereich der Grautöne.

So ist die Zahl der Betriebe 2016 um 418 auf 11.737 Ende des Jahres gesunken. Im gleichen Zeitraum stieg der Umsatz allerdings um 300 Millionen Euro auf 14,3 Milliarden Euro.

Damit setzt sich der Trend fort, dass wenige Große den größten Teil aus der Umsatztorte schneiden: 4,6 Prozent der Betriebe mit mehr als fünf Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaften 66 Prozent vom Gesamtumsatz der Branche.

Da Zentralverbands-Präsident in einer Prognose für dieses Jahr von weiter steigenden Umsatzzahlen spricht, ist klar, dass sich der Konzentrationsprozess mit immer weniger, aber größeren Betrieben fortsetzen wird.

Eine Folge dieser strukturellen Veränderung ist der leichte Rückgang bei den Beschäftigtenzahlen um 1800 auf 273.400 Ende Dezember 2016. Neben Betriebsschließungen ist der Nachwuchsmangel nach Meinung des Zentralverbandes für diese Entwicklung verantwortlich.

Ein Thema, das sich an der Tiefe der Sorgenfalten bemessen lässt. Und die sind sehr tief: Lag die Zahl der Auszubildenden 2015 noch bei 18.811, ist sie im Vorjahr auf 17.874 gesunken.

Nach Angaben des Zentralverbandes blieben 2015 rund 27Prozent der Ausbildungsstellen im Beruf Bäcker/in unbesetzt. „Ausbildungsplätze, die in den zurückliegenden Jahren nicht vergeben werden konnten, führen heute bereits zu gravierenden Engpässen und offenen Fachkräftestellen“, lautet die Quintessenz Wipplers aus dieser Entwicklung.

Die Ansage ist daher klar: Um Auszubildende zu gewinnen, werde sich der künftig noch stärker für die Nachwuchsarbeit einsetzen. Zahlreiche Maßnahmen wurden bereits angestoßen.

Der Zentralverband habe sich bereits erfolgreich engagiert: Tariferhöhungen, Aufstiegsmöglichkeiten. Wippler: „Der wichtigste Baustein ist aus meiner Sicht aber noch immer unsere Nachwuchskampagne ,Back dir deine Zukunft’.“

Meilenstein

Integrationsgesetz

175.000 Facebook-Fans und eine tägliche Reichweite von 20.000 bis 30.000 Homepage-Besuchen seien eine gute Basis, um diese Kampagne weiter zu entwickeln, sagte Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider.

Erste Erfolge für die Ausbildung von Flüchtlingen könne der Zentralverband bereits vermelden. Schneider: „Ein wichtiger Meilenstein war das Inkrafttreten des Integrationsgesetzes, das die Forderung des Handwerks nach Rechtssicherheit umsetzt.“

Der Überbringer

guter Nachrichten

Überhaupt fiel Schneider die Rolle des Verkünders guter Nachrichten zu: Neben dem Integrationsgesetz verwies er auf die Erhöhung der Ausbildungsvergütung und Erleichterung für Bäcker bei der Einführung manipulationssicherer Kassen.

Und auch beim Thema Acrylamid, über das die ABZ in der vorigen Ausgabe informiert hat, sei der aktiv gewesen und werde es bleiben.

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