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Verbände wehren sich gegen „EU-Geschmackspolizei"

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EU-Vorschläge zur Reduzierung des Salgehaltes in Brot stoßen auf heftigen Protest: Nur ein Prozent Salz droht Brot zur „Sättigungsbeilage zu degradieren“

Die Verbände der deutschen Backwarenbranche protestieren geschlossen gegen die EU-Planungen zur Reduzierung des Salzgehaltes in Brot und Backwaren. Unterstützt werden sie dabei vom europäischen Dachverband des Bäcker- und Konditorenhandwerks in der EU (CEBP).

Salz gehört als wichtiger Geschmacksträger zu den Kernbestandteilen eines würzigen und kräftigen Brotes. Als Faustformel für die handwerkliche Brotherstellung gilt ein Salzanteil von 2 Prozent – bezogen auf die verwendete Mehlmenge. Dies bedeutet einen Wert von ca. 1,5 Prozent Salz im Endprodukt. Im Entwurf der EU für die so genannten Nährwertprofile ist ein Wert von nur 1 Prozent Kochsalz, bezogen auf das Endprodukt, vorgesehen (siehe S. 8). Dieser vorgeschlagene Wert ist erheblich zu niedrig, sind sich die Verbandsspitzen einig.

Präsident Peter Becker: „Wir protestieren gegen die Pläne der EU zur Reduzierung des Salzkonsums und ganz besonders zur Reduzierung des Salzgehaltes in unseren wichtigsten Produkten. Gerade bei der Salzproblematik zeigt sich die ganze Fragwürdigkeit von Nährwertprofilen, die klammheimlich zur Rechtsgrundlage für eine „europäische Geschmackspolizei“ missbraucht werden.“ Deutliche Worte und Dr. Eberhard Groebel ergänzt: „Wir befürchten, dass die mit den Nährwertprofilen einhergehenden Werbeverbote nur der erste Schritt sind bis hin zur Einführung einheitlich niedriger Grenzwerte und damit von Produktionsverboten. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für eine Streichung des Artikels 4 der Health-Claims-Verordnung einzusetzen. Wenn es aber dabei bleiben sollte, müssen diese Profile so berechnet sein, dass es zu keinerlei Diskriminierungen dertraditionellen deutschen Brot- und Backwarenherstellung kommt.“

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