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„Veränderungen müssen aktiv gestaltet werden“

„Veränderungen müssen aktiv gestaltet werden“ (Quelle: privat)+
„Veränderungen müssen aktiv gestaltet werden“ (Quelle: privat)

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Marketing-Expertin Susanne Erb-Weber über Insolvenzen, Werbung und Strukturen

Das Gespräch führte

Ralf Küchle

Susanne Erb-Weber (59) ist Marketing-Expertin mit Büro in Metzingen in der Nähe von Stuttgart. Sie bietet Beratungsdienstleistungen im Food- und Non-Food-Bereich an. In Marketingfragen ist die Betriebswirtin auschließlich für das Bäckerhaus Veit mit 58 Filialen und Zentrale in Bempflingen im Landkreis Esslingen zuständig.

Die ABZ hat Susanne Erb-Weber zur Bedeutung von im sich schnell wandelnden Umfeld für Backbetriebe im Allgemeinen und das im Besonderen befragt.

ABZ: Wie wichtig ist für Bäckereien ein gutes Marketing?

Susanne Erb-Weber: In der Branche gibt es viele Insolvenzen. Nur wer sich wandelt, hat Chancen. Veränderungen müssen dabei aktiv gestaltet werden. Wer nur reagiert, hat verloren. Auf allen Ebenen muss gut kommuniziert werden.

Die Frage ist ja auch, was passt zu welchem Betrieb.

Erb-Weber: Der Betrieb muss aus meiner Sicht ein Konzept finden, das auf ihn zugeschnitten ist und zu ihm passt. Die Anforderungen der Branche müssen für den Betrieb interpretiert werden.

Wie sieht das im Bäckerhaus Veit konkret aus?

Erb-Weber: Wir arbeiten auf mehreren Ebenen: Da ist die interne Kommunikation und der Kunde mit unterschiedlichen Zielgruppen. Das Bäckerhaus Veit ist eine Familienbäckerei mit sozialem und christlichem Hintergrund. Die Seniorchefin Adelheid Veit kennt viele Mitarbeiter mit Namen. Der Betrieb kümmert sich, es gibt eine betriebliche und eine menschliche Komponente. Die Werte, die als Philosophie und Leitbild auf der Homepage einsehbar sind, werden von der heutigen geschäftsführenden Gesellschafterin Cornelia Veit und Geschäftsführer Johannes Klümpers weitergelebt.

Was gibt die Richtung des Marketings vor?

Erb–Weber: Das Unternehmen denkt nachhaltig – bei Mensch wie Produkt. Das zeigt sich unter anderem im Rohstoffbezug, aber auch bei Events mit regionalen Partnern. Beim Bauern- und Bio-Sphärenmarkt mit Tag der offenen Tür im September kamen 12.000 bis 15.000 Besuchern nach Bempflingen. Events mit Bezug zur Region, unter anderem Brot und Wein, Brot und Whisky sind wichtige Kommunikationsinstrumente. Es gibt auch Wanderungen zu Streuobstwiesen oder Imkern. Ich beziehe bewusst Themen ein, wo wir uns regional engagieren.

Gehört auch die Präsenz auf Messen dazu?

Erb-Weber: Wir sind auf kleinen und großen Messen vertreten. Zu unserer Vorstellung von Nachhaltigkeit passt zum Beispiel gut die Slow Food in Stuttgart.

Sie treiben für das Unternehmen einen großen Aufwand.

Erb-Weber: Diese Form der 1:1-Kommunikation ist ein teures Marketinginstrument. Doch der Betrieb wird dadurch erlebbar gemacht, und das wird durch Kunden weiter verbreitet.

Marketing ist ein weites Feld?

Erb-Weber: Marketing ist aus meiner Sicht etwas ganz Umfassendes, das geht von der Produktpolitik bis hin zur Kommunikation. ist Teil der Kommunikation. Über klassische Werbung geht Marketing also weit hinaus.

Wie wichtig sind klassische Anzeigen?

Erb-Weber: Events sind heute ein wirkungsvolles Instrument. Wir sind durch die Aktivitäten auch in der Tagespresse. Klassische Anzeigen sind aber auch Teil des Media-Mixes. Aktionsbezogen setzen wir auch auf Flyer. Da stellen wir zum Beispiel unsere Urgetreideprojekte vor. Zweimal im Jahr erscheint unsere Kundenzeitschrift.

Das sollte dann alles ein Gesamtbild ergeben.

Erb-Weber: Produkte, Läden, Auftreten der Mitarbeiter, Homepage – alles muss in der Corporate Identity des Unternehmens verankert und nachvollziehbar sein. Keine Schnellschüsse, es geht um eine strukturierte Informations- und Kommunikationspolitik.

r.kuechle@matthaes.de


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