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Prozess endet mit Bewährungsstrafen

Die Produktion von Müller-Brot in Neufahrn bei München ist seit der Insolvenz im Februar 2012 geschlossen. (Quelle: Archiv)+
Die Produktion von Müller-Brot in Neufahrn bei München ist seit der Insolvenz im Februar 2012 geschlossen. (Quelle: Archiv)

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Urteil

Drei ehemalige Geschäftsführer der insolventen Bäckerei Müller-Brot sind wegen verschiedener Delikte verurteilt worden.

München (ried). Im Müller-Brot-Prozess vor dem Landgericht Landshut ist Klaus Dieter O. zu einer Haftstrafe von 20 Monaten sowie einer Geldstrafe von 9000 Euro verurteilt worden. Die Haftstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Wirtschaftsstrafkammer hielt den ehemaligen Geschäftsführer und Mehrheitseigner der GmbH für schuldig der Insolvenzverschleppung, des Betrugs, der Untreue sowie des Inverkehrbringens von zum Verzehr nicht geeigneten Lebensmitteln.

Auch die beiden anderen Angeklagten Stefan H. (49) und Jürgen K. (63) wurden vom - mit Ausnahme der Untreue - bei den genannten Tatbeständen für schuldig befunden. H. erhielt eine Bewährungsstrafe von 22 Monaten und eine Geldstrafe von 13.000 Euro und K. eine Bewährungsstrafe von 12 Monaten und eine Geldstrafe von 9200 Euro.

Nach Überzeugung des Gerichts war die Müller-Brot GmbH spätestens am 31.12.2011 erkennbar zahlungsunfähig und der Insolvenzantrag hätte unverzüglich gestellt werden müssen. Dafür waren laut Gericht alle drei Angeklagten gemeinsam verantwortlich. Dies geschah aber erst am 16. Februar 2012. Sie hätten aber den Geschäftsbetrieb über einen Monat lang weitergeführt und Bestellungen getätigt, ohne die Lieferanten über die prekäre finanzielle Lage zu informieren. Der Schaden daraus betrug 1,2 Mio. Euro. Der Vorsitzende Richter betonte jedoch mehrfach, dass das Gericht bei allen drei Anklagten keine Absicht zur persönlichen Bereicherung feststellen konnte. "Sonst würden wir hier nicht über Bewährungsstrafen sprechen", bemerkte Richter Alfons Gmelch.

Mehr zum Prozess in der gedruckten Ausgabe der ABZ 20, die am 8. Oktober erscheint.

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