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Urgetreide bietet Marktpotenzial

Emmer ist eine der Urgetreidesorten, die dem Bäcker neue Marktchancen eröffnen können. +
Emmer ist eine der Urgetreidesorten, die dem Bäcker neue Marktchancen eröffnen können.

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Fachtagung

Wissenschaftler und Praktiker informieren rund um alte Getreidearten - und bringen Landwirte, Müller und Bäcker zusammen.

(abz). , und erleben derzeit einen Nachfrageboom. Gleichzeitig werden sie aber auf dem Markt immer knapper. Warum sie gerade so beliebt sind, ob sie tatsächlich gesünder sind als herkömmliche Getreidearten und wie sie am besten anzubauen und zu vermarkten sind, erörterten Experten und Praktiker bei einem Fachtag der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim zusammen mit dem Landesinnungsverband für das württembergische Bäckerhandwerk. Auf den Anbaufeldern des Heidfeldhofs der Universität Hohenheim informierten sie über Chancen und mögliche Probleme alternativer Getreidearten.

Gesunde Alternativen

„Ja, es gibt eindeutige Hinweise, dass Einkorn, Emmer und Dinkel gut für die Gesundheit sind“, bestätigte , der wissenschaftliche Leiter des Arbeitsgebiets Weizen der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim. Einkorn habe deutlich mehr Mineralstoffe und den höchsten Gehalt an Carotinoiden, vor allem Lutein.

Dies spiele eine zentrale Rolle für die Sehkraft und das zentrale Nervensystem. Dr. Longin: „Einkorn hat das Potenzial zum ‚Golden wheat‘ und ist im Gegensatz zum ‚Golden Rice‘ natürlich ohne Gentechnik geschaffen.“

Obwohl Einkorn, Emmer und Dinkel alle Gluten beinhalten und somit nicht verträglich für Zöliakiepatienten seien, berichteten vor allem junge Verbraucher, dass sie beim Verzehr von Dinkel keine Unverträglichkeiten wie Bauchgrimmen und Flatulenzen haben, wie sie beim Konsum von Brotweizen auftreten. „Hier bin ich zusammen mit dem Hohenheimer Kollegen Prof. Dr. Dr. Carle und dem Münchner Kollegen Prof. Köhler gerade dabei, die Ursachen zu klären“, so Dr. Longin weiter.

Im Anschluss an die Pressekonferenz führte Dr. Longin die interessierten Besucher auf die Versuchsfelder zu den verschiedenen Sorten von Einkorn, Emmer und Dinkel. Auffällig war das saftige Grün der Einkornpflanzen sowie die schwarze Farbenpracht des Emmers.

Im Dinkel sei es der Landessaatzuchtanstalt außerdem gelungen, standfeste Sorten wie Divimar, Zollernspelz, Badenstern und Filderstolz zu züchten. „Gut versorgt mit Dünger liefern sie sehr hohe Erträge“, ergänzte Dr. Longin. Beim Einkorn und Emmer gebe es bisher nur langstrohige Sorten, die im Feld bei Wind leicht umkippen. Deswegen versuche er derzeit intensiv, die Standfestigkeit beim Emmer und Einkorn zu verbessern.

Neue Marktchancen für Bäcker

„In der Verarbeitung zu Brot und Gebäck sind Einkorn, Emmer und Dinkel anders als moderner Brotweizen“, bemerkte auch vom Landesinnungsverband für das württembergische Bäckerhandwerk e.V. „Sie ergeben klebrige-fließende Teige, aber mit handwerklichem Können wie langer Teigführung, Sauerteig, reduzierter Knetdauer und Knettemperatur lassen sich unvergleichlich gute Produkte schaffen.“

Das sei eine einmalige Chance für kleinere Bäcker, sich mit Spezialitäten gegenüber den Großbäckereien und Discountern zu behaupten. Ein weiterer interessanter Punkt sei die Möglichkeit, mit Einkorn, Emmer und Dinkel eine regionale Produktionskette aufzubauen.


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  • Urgetreide
    Siegfried Brenneis | Engelbert Kötter

    Urgetreide

    Vom Chiabrot über die Urkorn-Laugen brezel bis hin zum süßen Vollkornknoten mit Physalis – 70 exzellente Rezepte.

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Dr. Friedrich Longin erklärt
den Tagungsteilnehmern die Anbaubedingungen und die Vorteile von Dinkel, Einkorn
und Emmer.
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