ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Trotz weniger Mitglieder gutes Ergebnis

+

Anzeige

Von

Interview der Woche

Die Bäko Schleswig-Holstein feierte 100-jähriges Bestehen. Dabei gibt es sie in der Form erst seit dem Jahr 2003. Die Bäko Schleswig-Holstein ist das Ergebnis eines Entwicklungs- und Fusionsprozesses, der mit der Gründung der „Einkaufs- und Verkaufsgenossenschaft vereinigter Bäckermeister Kiel und Umgebung e.G.m.b.H.“ ihren Anfang genommen hat (siehe auch Bericht auf Seite 18).

ABZ: Wo steht die Bäko Schleswig-Holstein heute?

Matthias Retzlaff: Obwohl wir weniger Mitglieder haben, sind wir sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen. Nach den Fusionen der Bäkos aus Kiel und Oldenburg 2003 und Flensburg vor zehn Jahren sind wir mit den Kollegen zu einem guten Team zusammengewachsen. Wir leisten als „Bäko Schleswig-Holstein“ gute Arbeit.

ABZ: Wo liegen die Stärken der Bäko in Norddeutschland?

Matthias Retzlaff: Erstens bieten wir unseren Kunden einen sehr guten, umfangreichen Service, wozu nicht alle Großhändler und Bäkos in der Lage sind. Wir haben den Technischen Kundendienst, einen Schulungs- und Beratungsservice und eine große Angebotspalette. Für unsere Kunden besorgen wir fast alles, sogar Handys und Strom. Etwa zwei Drittel unserer Kunden beziehen ihren Strom bei uns. Eine zweite Stärke oder Besonderheit ist unsere Tochtergesellschaft, die „EIS.ZWEI.DREI GmbH“. Seit zwei Jahren beliefern wir Eisdielen mit Rohstoffen zur Eisherstellung.

ABZ: Wie sind die Pläne der Bäko Schleswig-Holstein mit „Bio“?

Matthias Retzlaff: Wir bieten schon seit fünf Jahren Bio-Produkte an. Diese beziehen wir von unserem Kooperationspartner Gut Rosenkrantz in Schinkel.

ABZ: Wie sehen Sie die Chancen der Bäcker in Schleswig-Holstein mit „Bio“?

Matthias Retzlaff: Da, wo es passt, sehr gut. Zumindest als Teilsortiment. Aber die Einstellung des Bäckers muss stimmen und das Umfeld. Das heißt, die entsprechende Kundschaft muss da sein.

ABZ: Kann die Bäko Schleswig-Holstein die Regionalität der Produkte leisten?

Matthias Retzlaff: Wir versuchen, so regional wie möglich zu sein. So kaufen wir in großem Umfang Mehl, Milchprodukte, andere Frischprodukte und Hefe aus Schleswig-Holstein. Im Bereich anderer Zutaten besteht diese Möglichkeit leider nicht.

ABZ: Welche Entwicklungsmöglichkeiten hat die Bäko Schleswig-Holstein?

Matthias Retzlaff: Seit zwei Jahren haben wir Kunden im südlichen Dänemark. Hier möchten wir unsere Aktivitäten noch ausweiten.

ABZ: Welche Ziele hat sich die Bäko Schleswig-Holstein gesetzt?

Matthias Retzlaff: Unser Ziel ist es, in jedem Jahr erfolgreich zu sein, indem wir unseren Kunden günstige Einkaufsmöglichkeiten verschaffen und gleichzeitig einen Überschuss erwirtschaften. Ganz konkret planen wir seit einiger Zeit einen Neubau unserer Betriebsstätte. Die jetzigen Gebäude, inklusive der Kühlhäuser, sind veraltet. Wir möchten neu bauen, an einem Standort zwischen Schleswig und Rendsburg. Sobald wir eines unserer Objekte in Flensburg oder Kiel gut verkauft haben, fangen wir an.

ABZ: Wo sehen Sie die Bäko Schleswig-Holstein in zehn Jahren?

Matthias Retzlaff: Diese Frage kann ich nicht beantworten. Wer vor zehn Jahren in die Zukunft des Backhandwerks geschaut hätte, hätte nie die aktuelle Situation prognostiziert: Den so starken Rückgang der Handwerksbetriebe. Auf jeden Fall hoffe ich, dass die Bäko Schleswig-Holstein in zehn Jahren die neue Betriebsstätte bereits bezogen hat. (hhl)

Auch interessant

Auf eigenen Antrieb setzen

Immer mehr Deutsche sehen sich auf der Verliererstraße der Globalisierung. mehr...

Weitere Artikel aus Fokus vom 29.06.2006:

Anzeige