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Torte und Brot – mehr als nur ein Thekenmodell?

Als Ware in der Präsentation schon häufig ganz dicht nebeneinander – Produkte aus dem Bäckerei- und Konditorenbereich. (Quelle: Küchle)+
Als Ware in der Präsentation schon häufig ganz dicht nebeneinander – Produkte aus dem Bäckerei- und Konditorenbereich. (Quelle: Küchle)

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Nach jeder Menge Zoff im Deutschen Konditorenbund stellt sich die Frage nach Formen der Zusammenarbeit zwischen Bäckern und Konditoren

Von Ralf Küchle

und Arnulf Ramcke

Pause an einer Berufsschule. Die Schüler gehen aus dem Klassenzimmer, unterhalten sich. „Warenkunde ist echt nicht mein Ding. Aber mein Chef meint, als Konditorin müsste ich das drauf haben“, sagt eine Schülerin. „Genau wie bei mir“, antwortet ihre Gesprächspartnerin. „Bei uns in der Bäckerei wird da auch viel Wirbel drum gemacht.“

Eine Szene, die Hüter der reinen Ausbildungs-Lehre scheuen wie der die Mehlstauballergie, während progressive Stimmen von der längst überfälligen Bündelung von Bereichen des Bäcker- und Konditorenhandwerks sprechen.

Aufgemacht hat diese Büchse der Pandora unfreiwillig der Deutsche Konditorenbund (DKB) mit seiner internen Implosion mit Rücktritten und gegenseitigen Vorwürfen auf oberster Funktionärsebene.

Derart handlungsbeschränkt hat das Schwestermagazin der ABZ, die KoCa, seine Follower auf Facebook – und nicht nur die – gebeten, ihre Meinung zu einer wie auch immer gearteten beider Berufsgruppen und damit Verbände zu kommentieren.

Zumindest im Sozialen Netzwerk hat die Fusion bestens funktioniert, denn viele Vertreter der Backbranche haben sehr dezidierte Sichtweisen zum Thema.

So wie Ute Sagebiel-Hannich, Geschäftsführerin des Innungsverbandes Baden: „Beide Handwerke können nur davon profitieren, wenn sie endlich zusammenfinden. Spätestens seit viele Bäckereien auch Cafés haben, gibt es nahezu keinen Unterschied in der Betriebsführung mehr“, postet sie auf Facebook.

Die getrennte Ausbildung von Bäckern und Konditoren sollte aufgrund der unterschiedlichen Inhalte ab dem zweiten Lehrjahr jedoch bestehen bleiben.

Ganz präsidiale

Diplomatie

Deutlich verklausulierter nähert sich Michael Wippler einer Entscheidung: „Ich würde mir nie anmaßen, mich in die Belange des DKB einzumischen“, sagt der Präsident des Zentralverbandes. Gespräche mit Amtskollegen Gerhard Schenk hat es trotzdem gegeben.

Da betonte Wippler, den Konditoren auf Augenhöhe begegnen zu wollen. Und er habe seinem Amtskollegen signalisiert, „dass es eine offene Tür zum Bäckerhandwerk gibt. Ob Ihr durch diese Türe geht, ist Eure Sache“.

strebt

keine Fusion an

Wie der Handwerksbäcker Convenienceprodukte, scheut Wippler alle Formulierungen, die den Eindruck vermitteln könnten, da plane einer die feindliche Übernahme. Im Gegenteil. Wippler betont, keine Fusion der Verbände anzustreben. „Aber es gibt viele gemeinsame Themen.“

Bündelung

von Lobbyarbeit

Diese Aussage deckt sich mit der von Jochen Baier, Bäcker- und Konditormeister aus Herrenberg bei Stuttgart. „Ich glaube, die Zeiten für persönliche Befindlichkeiten sind vorbei“, sagt er.

Baier steht als Person und mit seinem Betrieb für beide Berufsbilder, in denen er auch jeweils Bundessieger im Leistungswettbewerb des Handwerks war.

Konditoren besser als Bäcker, Bäcker besser als Konditoren, so ein Denken sei nicht zielführend: „In vielen Bereichen gibt es doch längst Berührungspunkte. Lobbyarbeit oder Arbeitsrecht können gebündelt werden. Ich denke, dass die Organisationen zusammenzulegen, irgendwann unvermeidlich sein wird, um die Wirtschaftlichkeit zu erhalten.“

Im Übrigen gebe es auf Innungs- oder Verbandsebene bereits gemeinsame Geschäftsstellen. Es müsse ja nicht gleich die Fusion sein, die beiden Verbände könnten auch eine Personalunion eingehen.

Angst, dass dadurch die jeweiligen Berufsbilder verwässert werden, hat er nicht. Im Gegenteil: „Es gilt, das Profil beider Berufsbilder weiter zu schärfen. Ich denke, da haben beide Gewerke ein Interesse daran.“

Jannik Rudolph hält einen Zusammenschluss von Bäckern und Konditoren aus anderen als verbandspolitischen Gründen für zielführend: „Ein Zusammenschluss ist unausweichlich. Besonders durch den Druck aus Industrie und Umland sollte eine solche Bündelung der zwei Handwerke vollzogen werden.“


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