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Verband spricht von Nötigung

Das Bundesernährungsministerium denkt über einer verpflichtende Salzreduktion bei Backwaren nach. (Quelle: Archiv / Kauffmann)+
Das Bundesernährungsministerium denkt über einer verpflichtende Salzreduktion bei Backwaren nach. (Quelle: Archiv / Kauffmann)

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Strategieentwurf

Zentralverband wehrt sich gegen die Absicht des Bundesernährungsministeriums, Salz-, Zucker- und Fettgehalte "freiwillig" zu senken.

Berlin (abz). Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sieht vor, für eine gesündere Lebensweise den in Brot und Brötchen zu senken (siehe ABZ 12/2017). Wie der (ZV) dazu in einer Pressemitteilung schreibt, solle die Politik Verbraucher besser über Ernährungszusammenhänge aufklären, anstatt Diktate für Bäcker zu erlassen.

Hintergrund der Pläne des BMEL sei, dass der Bundestag die Bundesregierung im Jahr 2015 damit beauftragt habe, die Anteile an Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten zu senken. Nun hat das BMEL seinen Strategieentwurf vorgelegt. Darin heißt es unter anderem: den Salzgehalt in Brot und Brötchen zu senken, hätte einen großen positiven Effekt auf die Bevölkerung und sei ohne großen technolo­gischen Aufwand möglich.

Zwar wären die geplanten Maßnahmen laut BMEL-Papier freiwillig, aber für , ZV-Hauptgeschäftsführer, sei dies reine Makulatur: „Wenn es in dem Entwurf heißt, dass, ‚administrative Konsequenzen in Betracht gezogen werden‘ und wenn ‚die Unternehmen keine ausreichende Bereitschaft signalisieren‘, dann hat das mit Freiwilligkeit wenig zu tun. Im Strafrecht nennt man so etwas ‚Nötigung‘."

Laut dem Auftrag des Bundestages sollte die Bundesregierung eine Strategie gemein­sam mit der Lebensmittelwirtschaft und dem Lebensmittelhandel erarbeiten, so der ZV. Aber die Realität sehe anders aus: Ein gemeinsames Erarbeiten fand nicht statt; im Gegenteil: Das BMEL habe den betreffenden Verbänden lediglich zwei Wochen Stellungnahmefrist bei diesem hochkomplexen Thema gewährt – und über Pfingsten.

Zudem erscheine die wissenschaftliche Datenbasis des BMEL-Papiers laut ZV höchst fragwürdig. Es stütze sich auf Studienergebnisse eines Instituts, das seinerseits klar darauf verweist, nicht über aktuelle und wissenschaftlich valide Daten zu verfügen. Außerdem beziehen sich diese auf Daten über abgepacktes Brot aus dem Supermarkt statt auf frische Produkte aus Handwerksbäckereien.

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