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So sollen Bäcker Allergene kennzeichnen

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Kladdenlösung ist erlaubt / Mündliche Auskunft durchs Verkaufspersonal reicht nicht

Von glutenhaltigem Getreide bis zu Eiern und Milch - Zutaten in Lebensmitteln wie Backwaren, die bei Menschen Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können, müssen vom 13. Dezember an gekennzeichnet werden.

Das Bundesernährungsministerium hat nun den Vorschlag präsentiert, wie dies geschehen soll. Zig Verbände, darunter der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV), sind zur Stellungnahme aufgefordert. Frist: 5. August.

Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) werden Stellungnahmen abgeben, die mit dem Bäckerhandwerk abgestimmt werden, kündigt Daniel Schneider an, Referent für Lebensmittelrecht und gewerblichen Rechtsschutz beim ZV.

Der Vorschlag des Bundesministeriums sieht im Wesentlichen vor: Die Angaben über sind – in schriftlicher Form – gut sichtbar, deutlich und gut lesbar auf einem Schild anzubringen. Abweichend davon kann ein Aushang im Verkaufsladen erfolgen oder über eine elektronische Information wie einen PC oder ein Terminal im Laden. Auch die Kladde auf der Theke ist erlaubt. Eine mündliche Auskunft allein reicht jedoch nicht. Einzige Ausnahme: Wenn es sich um eine Backware handelt, deren Rezeptur von der üblicherweise verwendeten abweicht und deren Abgabe an den Kunden spätestens am Tag nach der Herstellung bestimmt ist.

Knackpunkte macht der ZV aus. Er wünscht sich, dass die mündliche Auskunft grundsätzlich gleichberechtigt neben der schriftlichen steht und nicht nur im eben beschriebenen Ausnahmefall erlaubt ist. In anderen EU-Ländern ist dies zum Beispiel möglich. Auch die Herausgabe der Information auf Nachfrage des Kunden sollte möglich sein. Dazu kommen kleinere handwerkliche Fehler des Entwurfs, auch sprachlicher Art, die der ZV bemängelt.

Zudem: „Es ist ärgerlich, dass der jetzt erst kommt“, so Schneider. Auch die relativ kurze Frist der Stellungnahme fällt mitten in die Urlaubszeit. Der ZV wird fristgerecht liefern. „Wir haben keinerlei Interesse, es noch weiter hinauszuzögern.“

Offen ist die Frage, ob es wegen der relativ kurzen Umsetzungszeit bis Dezember eine Übergangsfrist geben soll. Konkret: Die erfolgt vom 13. Dezember an, der ZV verlangt die Sanktionierung bei Verstößen erst im Dezember 2015.

Den umfassenden Entwurf gibt es unter

Bäcker wollen seit Langem wissen, wie Kunden über Allergene informiert werden müssen.
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