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Schon heute backen die Maschinen

Seit Jahren ein bekanntes Bild in großen Bäckereien: Das Beschicken der Öfen geht vollautomatisch. (Quelle: Archiv)+
Seit Jahren ein bekanntes Bild in großen Bäckereien: Das Beschicken der Öfen geht vollautomatisch. (Quelle: Archiv)

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ARD-Projekt Job-Futuromat zeigt: Das Tätigkeitsfeld des Bäckers könnte sich deutlich wandeln

Von Dieter Kauffmann

Wird der Beruf des Bäckers im Zuge von 4.0 künftig von der Bildfläche verschwinden? Sofort drängt sich dieser Eindruck bei der ersten Zahl auf, die auf dem Bildschirm erscheint: „100 Prozent der Tätigkeiten könnten schon heute übernehmen“ steht da.

Der Job-Futuromat hat diesen Wert ausgespuckt, nachdem in der Abfrage der Beruf „Bäcker“ eingegeben wurde. Und eine eingeblendete Grafik macht deutlich, wo das Handwerk im Vergleich mit anderen Berufen steht. „Der Arbeitsalltag dieses Berufs besteht im Wesentlichen aus fünf verschiedenen Tätigkeiten – fünf davon könnten Maschinen übernehmen“, heißt es da lapidar – und dass Bäcker bei der Automatisierung im Vergleich aller Berufe in der acht Prozent starken Spitzengruppe vertreten sind.

Projekt zu Veränderungen

in der Arbeitswelt

Der Job-Futuromat ist ein Projekt des Fernsehsenders ARD in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Im Rahmen einer Themenwoche zur Veränderung der Arbeitswelt in Richtung Industrie 4.0 wurde in verschiedenen Sendungen der Vormarsch von Robotern und Maschinen mit künstlicher Intelligenz beleuchtet.

Informationen

wissenschaftlich standardisiert

Ergänzend dazu ist die Online-Abfragemaske Job-Futuromat eingerichtet worden. Darin werden berufskundliche Informationen wissenschaftlich standardisiert und für jede dieser Tätigkeiten ermittelt, ob sie automatisierbar ist oder nicht. Zusätzlich wird die Entwicklung der Beschäftigtenzahl sowie der Bruttomonatsgehälter angegeben.

Fünf wesentliche

Tätigkeiten des Bäckers

Der Job-Futoromat berücksichtigt nur die wesentlichen Tätigkeiten, die in dem Beruf üblicherweise zu erledigen sind, heißt es in dem ausführlichen Begleittext der IAB.

Diese sind beim Bäcker: Roh- und Fertigmassen herstellen und verarbeiten, Arbeiten nach Rezeptur, Teig herstellen, Ofenarbeit und backen. Alle diese Tätigkeiten sind mit Schiebereglern unterlegt, um zu sehen, wie sich die Automatisierbarkeit ändert, wenn die Häufigkeit der einzelnen Tätigkeiten verändert wird. Das Ergebnis: An der Zahl „100 Prozent“ ändert sich nichts.

Keine Prognose

zur Zukunftsfähigkeit

Der Job-Futoromat gebe keine Prognose ab. Das IAB verweist ausdrücklich darauf, dass im Gegensatz zu anderen Studien nicht die Wahrscheinlichkeit angegeben werde, dass ein Beruf in den nächsten Jahren verschwinde, weil er durch Maschinen oder Software erledigt werde.

Er zeige vielmehr an, welcher Anteil heute schon durch Maschinen ausgeführt werden könnte. Dass das noch nicht gemacht werde, hänge damit zusammen, dass menschliche Arbeit wirtschaftlicher, flexibler oder von besserer Qualität sei.

Als Beispiel führt die IAB den Beruf „Kassierer“ an, den es in jedem Geschäft gebe, obwohl hier 100 Prozent Automatisierbarkeit vorliege.

Zu erledigende

Arbeiten verändern sich

Selbst wenn Tätigkeiten tatsächlich automatisiert werden, bedeute das nicht, dass ein Beruf dadurch verschwinde. Allerdings sei es sehr wahrscheinlich, dass sich die in diesem Beruf zu erledigenden Tätigkeiten verändern werden.

Während die automatisierbaren Tätigkeiten von Maschinen ausgeführt werden, gewinnen die nicht automatisierbaren Arbeiten für den Menschen an Bedeutung, und es werden neu zu erledigende Tätigkeiten hinzukommen.

Einsatz von Robotern

in neuen Tätigkeitsfeldern

Im Zuge der fortschreitenden ist es laut IAB auch in Berufen mit niedriger Automatisierung möglich, dass künftig Tätigkeiten automatisierbar werden. Denn es sei nicht abzusehen, was einmal von Robotern oder Computerprogrammen ausgeführt werden kann.

Berufliche Weiterbildung

wird immer wichtiger

Inwieweit die Digitalisierung dauerhaft Arbeitsplätze koste, ist in der Forschung nach Ansicht des IAB eine offene Frage. Was die durchgeführte Studie aber zeige: Der Job könnte sich verändern. Daher werde eine kontinuierliche berufliche Weiterbildung immer wichtiger.

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