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Schnitzel ja, Schinken nein

Vegan: Das Sojafleisch auf dem Bagel darf „Schnitzel“ heißen. (Quelle: Fotolia/kitty)+
Vegan: Das Sojafleisch auf dem Bagel darf „Schnitzel“ heißen. (Quelle: Fotolia/kitty)

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Die Kennzeichnung von Veganem und Vegetarischem ist jetzt genau definiert

Berlin (abz). Für Veganer und Vegetarier gibt es ein immer größeres Angebot an Lebensmitteln ohne Zutaten tierischen Ursprungs, darunter auch viele Fleischersatzprodukte. Die Bezeichnungen dafür waren bislang oft die gleichen wie für das Original aus oder mit Fleisch oder Fisch. Das sorgte laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für Unklarheiten und Fragen – sowohl bei Fleischliebhabern als auch bei Veganern und Vegetariern.

Die für vegetarische

und vegane Lebensmittel

Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission hat nun in neuen Leitsätzen erstmals beschrieben, wie vegane und vegetarische Lebensmittel beschaffen sein müssen. Wichtig ist bei der Beurteilung, dass bei den entsprechend bezeichneten Produkten laut Leitsätzen eine weitgehende oder zumindest hinreichende sensorische Ähnlichkeit zum in Bezug genommenen Lebensmittel tierischen Ursprungs besteht, insbesondere in Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz. Konkret bedeutet das:

Bezeichnungen, die in Anlehnung an spezielle gewachsene Fleischteilstücke wie „Schinken“ erfolgen, sollen künftig nicht mehr verwendet werden.

Bezeichnungen in Anlehnung an geschnittene Fleischstücke wie beispielsweise „Schnitzel“ sowie an Lebensmittel aus zerkleinertem Fleisch wie „Frikadellen“ können verwendet werden.

Bezeichnungen für Kategorien von Wurstwaren, wie etwa „Streichwurst“ oder „Bratwurst“, sind weiterhin üblich.

Bezeichnungen für spezifische Wurstwaren wie „Lyoner“, „Salami“, „Leberwurst“ wiederum sollen zukünftig nicht mehr verwendet werden – und wenn, dann nur in beschreibender Form wie „Typ Salami“ oder „nach Art Salami“.

Der Bund für Lebensmittelrecht und und Lebensmittelkunde (BLL) sieht Herausforderungen für Hersteller, wenn zum Beispiel die Bezeichnung „Vegetarische Salami“ bald der Vergangenheit angehört, „Vegane Currywurst“ hingegen nicht.

Es werde schon beim Lesen klar, dass die Unterscheidungen nicht auf Anhieb deutlich sind. Aus diesem Grund sei das Konzept erklärungsbedürftig, und hier müsse noch viel Informationsarbeit betrieben werden.


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  • Vegan und süß
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